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Wuchsgebiet 40: Sauerland

Zahlen und Fakten

Die Abgrenzung nach Norden zur Westfälischen Bucht wird durch geologische Substrate und die Geländemorphologie bestimmt. Im Westen folgt die Grenze zum Bergischen Land zum Teil der historischen Grenze des früheren Herzogtums Berg, zum Teil verläuft sie auf der Wasserscheide zwischen den Flußgebieten von Ruhr und Wupper bzw. Agger. Die Grenze im Südosten ist durch klimatische und geländemorphologische Merkmale gegeben. Die höchsten Erhebungen sind mit über 840 m ü. NN Kahler Asten und Langenberg im Südosten. Das Gebiet wird durch Ruhr, Lenne, Sieg und Eder entwässert.

Übersicht Wuchsgebiet Sauerland

Es dominiert ein ausgeglichenes, subatlantisches Berglandklima mit vorherrschend südwestlichen Winden. Die Jahresniederschläge betragen 800 mm im Nordwesten und erreichen über 1350 mm in den westlichen Hochlagen. Die Jahresmitteltemperatur beträgt 9°C in tieferen Lagen und 5°C in den Hochlagen. Die Länge der Vegetationszeit erreicht 100 – 170 Tage, die mittlere Temperatur in dieser Zeit beträgt 11°C bis 15°C.

Die ältesten Gesteine (Kambrium, Ordovicium) treten u.a. im Ebbegebirge zutage. Mittel- und unterdevonische Sand-, Schluff- und Tonsteine nehmen den größten Teil des Wuchsgebietes ein. Einige Schichten sind z.T. schwach karbonathaltig. Mitteldevonische Massenkalke sind im Raum Brilon, in der Attendorner Mulde, im Raum Warstein und zwischen Hagen und Balve anzutreffen. Als Folge vulkanischer Aktivität sind Quarzkeratophyr und -tuff im Raum Kirchhundem, Quarzporphyr bei Bruchhausen (Bruchhäuser Steine) und Diabase im Gebiet Niedersfeld verbreitet. Im Norden des Wuchsbebietes treten karbonische Gesteine verschiedener Zusammensetzung auf (u.a. Sandstein, Tonschiefer, Plattenkalk, Kieselschiefer). Östlich von Menden kommt das Mendener Konglomerat aus dem Perm vor. Diese Gesteine sind z.T. durch Reste alter Verwitterungsdecken (u.a. Fließerden, Hang- und Hochflächenlehm) oder durch pleistozäne Lößablagerungen überdeckt, die am Nordrand des Wuchsgebietes größere Flächen einnehmen können.

Auf großer Fläche dominiert der artenarme Hainsimsen-Buchenwald. Auf Flächen mit einer besseren Nährstoffausstattung der Böden geht er in seine artenreiche Varianten über. Ursprünglich fehlend ist die Fichte dank ihrer hohen Konkurrenzkraft Element des Hainsimsen-Buchenwaldes geworden, sodass ab ca. 500 m ü. NN heute montane Buchenwälder mit Fichte hier ihre Verbreitung haben. Der Waldmeister-Buchenwald hat seine Verbreitungsschwerpunkte auf Massenkalken und basenreichen Schiefern und Diabasen. Kleinflächig kommt in tiefen Lagen auch der Drahtschmielen-Buchenwald vor. In den breiten Tälern dominieren Stieleichen-Hainbuchenwälder, in tieferen Lagen im Bereich der Weichholzaue großer Flüsse (Ruhr, Lenne) sind sie mit dem Silberweidenwald verzahnt. Der Erlen-Eschenwald säumt die kleinen Bachtäler. Schluchtwälder kommen kleinflächig in ausgeprägten Kerbtälern vor.

Auf großer Fläche dominiert der artenarme Hainsimsen-Buchenwald. Auf Flächen mit einer besseren Nährstoffausstattung der Böden geht er in seine artenreiche Varianten über. Ursprünglich fehlend ist die Fichte dank ihrer hohen Konkurrenzkraft Element des Hainsimsen-Buchenwaldes geworden, sodass ab ca. 500 m ü. NN heute montane Buchenwälder mit Fichte hier ihre Verbreitung haben. Der Waldmeister-Buchenwald hat seine Verbreitungsschwerpunkte auf Massenkalken und basenreichen Schiefern und Diabasen. Kleinflächig kommt in tiefen Lagen auch der Drahtschmielen-Buchenwald vor. In den breiten Tälern dominieren Stieleichen-Hainbuchenwälder, in tieferen Lagen im Bereich der Weichholzaue großer Flüsse (Ruhr, Lenne) sind sie mit dem Silberweidenwald verzahnt. Der Erlen-Eschenwald säumt die kleinen Bachtäler. Schluchtwälder kommen kleinflächig in ausgeprägten Kerbtälern vor.

Das Sauerland ist lange Zeit ein dünn besiedeltes Waldland gewesen. Die Wälder wurden extensiv genutzt und waren überwiegend in der Form von Marken gegliedert. Daneben gab es auch bedeutenden Waldbesitz in landesherrlicher bzw. geistlicher Hand, der heute überwiegend als Landeswald erhalten ist. Die Markenwälder, die teilweise heute noch in verschiedenen Rechtsformen existieren, haben Jahrhunderte lang die Versorgung der bäuerlichen Wirtschaft mit Holz sichergestellt und als Grundlage der Viehwirtschaft (Waldweide, Mastnutzung) gedient. Strenge Regelungen bei der Nutzung von Bau- und Brennholz, bei Waldweide und Mast sowie bei der Holzverkohlung (Eisenindustrie im Märkischen Sauerland und Siegerland) verhinderten auf weiten Flächen über lange Zeit eine Verwüstung der Marken. Eine zu starke Inanspruchnahme der Wälder durch Holzverkohlung (sichtbar an Meilerplatten im Wald) und Schäden durch die Waldweide und ausgeprägter Raubbau nach Auflösung der früheren Markenverbände haben in einigen Gebieten eine Devastierung der Wälder mit nachfolgender Verheidung bewirkt. Diese Flächen wurden Anfang des 19. Jahrhunderts vornehmlich mit Fichte wiederbestockt, da Buchen auf den nährstoffarmen Freiflächen kaum anwuchsen. Trotz der zeitweise intensiven Nutzungen sind aber auch ausgedehnte und naturnahe Buchenwälder bis ins 21. Jahrhundert erhalten. Im Siegerland und Märkischen Sauerland entwickelte sich schon früh eine Eisenindustrie (Nachweise seit der Latené Zeit). Um die hier beschäftigten Menschen mit Nahrungsmitteln zu versorgen, entwickelte sich eine besondere Form der Waldbewirtschaftung, die sogenannte Haubergswirtschaft. Für diese Wälder wurden schon seit dem Mittelalter strenge Nutzungsregeln aufgestellt und durchgesetzt. Haubergswirtschaft ist eine ausgeklügelte Nutzungsform, die den Wald im Kurzumtrieb (Niederwald) nutzt, neben Holz auch Eichengerbrinde erzeugt und gleichzeitig Phasen des Feldbaues und der Weidewirtschaft auf diesen Flächen realisiert. Als Folge dieser Wirtschaft wurde die Eiche in diesen Wäldern seit alters her deutlich gefördert und die Buche stark zurückgedrängt. Zahlreiche dieser Niederwälder wurden nach dem 2. Weltkrieg in Fichtenwälder umgewandelt, da die Haubergsarbeit schwer und heute wenig ertragreich ist.

In Zahlen

Waldfläche 296.900 ha
Bewaldung 58 %
Laubwald 113.400 ha
Nadelwald 183.500 ha
Baumarten Ei 10 %, Bu 15 %, Sonst. Laubholz 11 %, Ki <1 %, Fi 60 %, sonst. Nadelholz 4 %
Waldeigentum Bund <1 %, Land 9 %, Körperschaft 16 %, Privat 75 %
Vorrat pro Hektar 304 Vfm
Zuwachs pro Hektar 13,8 Vfm

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