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“wald.anders.denken“ im Kottenforst bei Bonn

Wald mit künstlerischen Impulsen neu erleben

16.06.20Pressemitteilung

An  einer  Waldfläche an  der  Venner  Allee im  Kottenforst  bei  Bonn macht  das  Regionalforstamt  Rhein-Sieg-Erft gemeinsam mit  dem European Forest Institute    (EFI) mit    der    Veranstaltungsreihe „wald.anders.denken“ auf das Waldsterben im Kottenforst und auf die Bedeutung unserer Wälder für den Menschen und den Planeten Erde aufmerksam.

Hintergrund des Projektes ist die Auszeichnung der Stadt Bonn zur „European Forest City 2020“ durch das European Forest Institute (EFI). Mit der Auszeichnung soll die besondere Bedeutung der Wälder  und  deren  Wert  für  das Wohlbefinden  der  Stadtbewohner  in Ballungsräumen  hervorgehoben  werden.  Initiiert  vom  EFI  und  der Stadt  Bonn  wird  im  Rahmen  der  Veranstaltungsreihe  „Bonner Waldgespräche“ gemeinsam mit verschiedenen  lokalen  Institutionen und Ministerien ein buntes und vielfältiges Programm organisiert. Das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft beteiligt sich unter anderem mit der Veranstaltungsreihe „wald.anders.denken“.

Der Wald, der sich an der Venner Allee über zwei Menschengenerationen entwickelt hatte, ist tot. Abgestorben durch Borkenkäferfraß und Dürre. Um das neuerliche Ausschwärmen der Käfer in weitere Bereiche zu stoppen, fällte das Forstamt die Bäume. Doch vergebens – im Hintergrund stehen die abgestorbenen Gerippe der Bäume, die vor dem Zugriff des Käfers geschützt werden sollten. An  ihnen  entfaltet  sich  mahnend  das  Wort  „Zeitenwende“. Die massiven  Folgen  des  Klimawandels  werden  den  Besucher*innen damit  konkret  vor  Augen  geführt und  ins  Bewusstsein  gerufen.  Sie bleiben kein abstraktes Phänomen, das sich immer nur ‚woanders‘ ereignet, sondern werden begreifbar. Auf der Kahlfläche regt sich aber bereits neues Leben. Mit Mitteln des europäischen   LIFE-Naturschutzprojektes  „Villewälder“  haben  die Förster bereits Eichen, Hainbuchen und Linden gepflanzt. Ein kleiner Tümpel wurde   für   Springfrosch,   Geburtshelferkröte   und   Co.   als Laichort  angelegt.  Am  Rande  sollen  weitere  13  Baumarten  wie  z.B. Esskastanie, Mehlbeere, Elsbeere, Roterle und die Vogelkirsche –in kleinen Gruppen gepflanzt – ihr Potential im Klimawandel auch in den europäisch  bedeutsamen Wäldern des  Kottenforstes demonstrieren. Der benachbarte naturnah bewirtschaftete, alte Laubmischwald mit seiner natürlichen Verjüngung weist bereits den Weg zur Abkehr von reinen Fichtenwäldern.

Die  Stahlskulptur  „Engel  der  Kulturen“  des  bekannten  Burscheider Künstlerehepaars  Carmen  und  Gregor  Merten  am  Wanderweg  lädt den   Waldbesucher   zum   Verweilen   an   diesem   Ort   und   zur Auseinandersetzung mit anderen Blickwinkeln ein. Sie ist mit dem Schriftzug „Zeitenwende“ Symbol und Ausgangspunkt des   Projektes   „wald.anders.denken“.   „Die   künstlerische Auseinandersetzung  mit  dem  Wald gewinnt  dem  Vertrauten  und Altbekannten   neue   Dimensionen   ab“, so  Projektinitiator   Manfred Hören,  zuständig  für  die  Umweltbildung  im  Regionalforstamt  Rhein-Sieg-Erft,  „Die   Welt   hinter   dem   Tellerrand   wird   sichtbar,   dem Betrachter eröffnen sich neue Einblicke“. Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Wald fordert dazu auf, genau hinzusehen. Sie bildet den Wald nicht nur ab oder imitiert ihn. Sie überrascht durch neue Perspektiven als Sehnsuchts-ort oder als Raum für Hoffnungen und Ängste.

Bis in das Frühjahr 2021 sind an der Fläche eine Vielzahl von Aktionen mit Künstlern, Schulen und Institutionen geplant, so die Corona-Pandemie sie zulässt:

  • „Einblicke in Wald und Natur“ (Präsentation von Fotoarbeiten, Foto Club Bad Godesberg)
  • Schüler ortsansässiger Schulen werden in einer Projektarbeit Steckbriefe für die Baumarten der Zukunft entwerfen und gestalten
  • Über QR-Codes auf der Fläche werden Informationen zum Wald im Klimawandel weltweit bereitgestellt (European Forest Institute)
  • Studierende präsentieren ihre Fotoarbeiten (AlanusHochschule Alfter, Prof. ́in Andrea Sunder-Plassmann)
  • „Wald kreativ und Waldvisionen“, Kinderwaldwoche im Kottenforst zum Thema für Kinder von 7 –12 Jahren vom 6.bis 10. Juli (Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft)
  • ...

Das Projekt „wald.anders.denken“ schafft neue gedankliche Zugänge zum Wald, seiner nachhaltigen Bewirtschaftung und seiner globalen Bedeutung für unser Weltklima. Es lädt Menschen dazu ein, sich mehrdimensional mit dem Wald auseinander zu setzen – über die Perspektive eines normalen Waldbesuchs hinaus.

Wald und Holz NRW
Thomas Deckert
Krewelstraße 7
53783  Eitorf

Tel.: +49 2243 9216 51
Mobil: +49 171 5871251
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