Unser Regionalforstamt erstreckt sich über die Kreise Minden-Lübbecke, Herford, Lippe, Gütersloh und die Stadt Bielefeld. Die vielfältigen Landschaftsräume erstrecken sich von der norddeutschen Tiefebene, dem Ostmünsterland und der Senne über das Ravensberger Hügel- und Lipper Bergland bis hin zum Teutoburger Wald und dem Wiehen-/Wesergebirge.
In den 50 Städten und Gemeinden mit insgesamt rund 1,5 Millionen Menschen variiert der Waldanteil von unter 5 bis über 50 Prozent. Wald ist Erholungsraum, schützenswerter Natur- und Lebensraum, aber auch wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Sicherung der vielfältigen Waldfunktionen, auch vor dem Hintergrund der klimatischen Änderungen, sind Kerngeschäft und Herausforderung für unsere Försterinnen und Förster. Wir stehen für Mensch und Wald in der Region.
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Den Wald nutzen, schützen und sichern
Vorrangiges Ziel unserer Arbeit ist es, alle Leistungen des Waldes für die Menschen in der Region nachhaltig zu sichern und zu entwickeln. Neben Erholungs- und Lebensraum ist der Wald auch ein wichtiger Wirtschaftsraum. Durch die nachhaltige Holznutzung in den Wäldern in Ostwestfalen-Lippe werden viele holzverarbeitende Betriebe mit einem nachwachsenden Rohstoff versorgt.
In 13 Wildnisentwicklungsgebieten und 5 Naturwaldzellen wird auf jegliche Nutzung verzichtet. Der Wald ist unser wichtigster Klimaschützer. Falls nach Abwägung aller Interessen der Wald dennoch einer anderen Nutzung, zum Beispiel für Bebauung, weichen muss, sorgt das Regionalforstamt als Fachbehörde für Ersatzaufforstungen durch die Verursacher.
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Landschaftsprägend in OWL sind die Buchenwälder, teils mit Edellaubhölzern gemischt (Ahorn, Ulme, Esche, Kirsche). Auf den nährstoffärmeren Standorten prägen Eiche, Kiefer und Birke die Waldbilder. Die Fichte wird klima- und kalamitätsbedingt nur noch eine marginale Rolle spielen.
Leistungen
Mit seinen vielfältigen Ökosystemleistungen stiftet der Wald großen Nutzen. Er trägt wesentlich zu Klima- und Naturschutz bei. Er schafft Arbeitsplätze, liefert Holz und bietet Erholung.
- Naturwälder (Wildnisentwicklungsgebiete und Naturwaldzellen): 409 ha
- Wald in Naturschutzgebiet (NSG): 16.659 ha/20 %
- Wald im Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet): 19.336 ha/24 %
- Wald im Vogelschutzgebiet (VSG): 7.875ha/10 %
- Wald im Landschaftsschutzgebiet (LSG): 54.695 ha/66 %
Holzzuwachs
Wald und Holz NRW verfolgt konsequent das Prinzip der Nachhaltigkeit: Es wird grundsätzlich nicht mehr Holz eingeschlagen als nachwächst.
Walderfahrung und Waldwissen zu vermitteln, ist ein zentrales Anliegen des Regionalforstamtes. Bei zahlreichen Angeboten, unter anderem für Kindergärten, Schulen und Jugendgruppen, wird besonderer Wert auf das Lernen und Erfahren „mit Kopf, Herz und Hand“ im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung gelegt. Zusammen mit Waldführungen und Vorträgen erreichen wir viele tausend Menschen im Jahr. Wir betreuen regelmäßig Praktikantinnen und Praktikanten aus Schulen und Hochschulen und arbeiten mit Bildungseinrichtungen zusammen.
Gemeinsam mit Kooperationspartnerinnen und -partnern haben wir zwei Rangerstellen im Ballungsraum Bielefeld eingerichtet.
Im Bereich des Regionalforstamtes gibt es rund 14.000 private und kommunale Waldeigentümerinnen und -eigentümer. Davon sind ca. 7.000 in 41 forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen organisiert. Eine Besonderheit ist die extrem kleinteilige Waldbesitzstruktur im Norden des Regionalforstamtes.
Im Rahmen der direkten Förderung und im Wettbewerb mit privaten Dienstleistern bieten die Försterinnen und Förster die Dienstleistungen für Waldbesitzerinnen und -besitzer an. Dazu gehören unter anderem die Beratung, das Auszeichnen der Waldbestände, die Organisation von Holzeinschlägen und Pflanzungen.
Neben der klassischen Beförsterung werden auch weitere Dienstleistungen wie die Durchführung von Baumkontrollen in verkehrssicherungspflichtigen Bereichen, Waldbewertungen und Motorsägenkurse angeboten. Die Fördermöglichkeiten für den Waldbesitz sind vielfältig – von Pflanzungen und Pflegemaßnahmen, über Biotop- und Artenschutz bis zur Wegeinstandsetzung.
Im Bereich des Forstamtes gibt es landesweit einzigartige, kleinteilige Waldstrukturen. Die geringen Waldflächengrößen (gerne auch umgangssprachlich als „Handtuchflächen“ bezeichnet), insbesondere im Wiehen- und Wesergebirge, gehen auf die Realteilungen der vergangenen Jahrhunderte zurück. So gibt es zahlreiche, wenige Meter breite Waldstücke, die sich vom Bergkamm bis zur Ebene hinunterziehen. (siehe Beispiel-Kartenausschnitt, Stemweder Berg). In diesen Waldstücken, deren Grenzen oft nicht einmal den Waldbesitzenden bekannt sind, ist eine forstwirtschaftliche Bewirtschaftung schwierig. Um eine Bewirtschaftung zu vereinfachen oder überhaupt erst zu ermöglichen, sind etwa die Hälfte der Waldbesitzenden in verschiedenen Formen forstlicher Zusammenschlüsse organisiert. Im Forstamtsbereich gibt es derzeit 41 Zusammenschlüsse: 14 Forstbetriebsgemeinschaften (FBG), 10 Forstbetriebsverbände (FBV) und 17 Waldwirtschaftsgenossenschaften (WWG).
Grafiken zu
Baumarten- und Waldbesitzverteilung
Hinweis: Die Grafiken basieren auf der Landeswaldinventur 2022. Infolge der Borkenkäferkalamität und der damit verbundenen Waldschäden sowie durch die Wiederbewaldung kann sich die tatsächliche Baumartenverteilung vor Ort inzwischen verändert haben.