Landeswald

Das Land Nordrhein-Westfalen ist selbst auch Waldbesitzer. Es besitzt aber im Vergleich zu anderen Bundesländern nur einen relativ kleinen landeseigenen Forstbetrieb. Den landeseigenen Wald nennt man auch Staatswald oder Landeswald. Der Staatswald macht nur 13 Prozent des gesamten Waldes in NRW aus. Wald und Holz NRW bewirtschaftet rund 120.100 Hektar landeseigenen Grundbesitz.  

Mann steht mit einer Motorsäge an einem dicken Baumstamm und sägt in den Baum. Er schaut nach rechts und trägt Schutzkleidung.

Lage und Bedeutung des Staatswaldes

Die Schwerpunkte des Staatswaldes liegen entlang der Rheinschiene, in der Eifel, am Niederrhein, in Ostwestfalen und Südwestfalen. Insbesondere im südlichen Rheinland liegt der Staatswald in unmittelbarer Nähe zu den Ballungszentren. Entsprechend bedeutungsvoll sind diese Staatswaldflächen für die Erholung der etwa 18 Millionen Menschen, die überwiegend in städtischen Gebieten leben, ebenso wie für den Natur- und Artenschutz in NRW. 

Herkunft des Staatswaldes

Ein Großteil des Staatswaldes stammt aus der Säkularisation, also der staatlichen Enteignung von Kirchengütern, der Auflösung kirchlicher Institutionen oder gar ehemals landesherrlichen Besitz vor über 200 Jahren. Einige Flächen wurden später aus Privatbesitz erworben, um Grundstücks- und Grenzverläufen zu verbessern (Arrondierung) oder aus Naturschutzgründen. 

Nutzung und Schutz gehen Hand in Hand 

Wir bewirtschaften die landeseigenen Wälder mit einer multifunktionalen Zielsetzung. Das bedeutet, dass Forstleute in ein und demselben Wald Holz ernten und gleichzeitig auch wertvolle Lebensräume erhalten und schützen sowie die Erholungsfunktionen des Waldes stärken. Lediglich auf Flächen des Nationalparks Eifel, in Naturwaldzellen, Wildnisgebieten (sogenannten Wildnisentwicklungsgebieten) und in Sonderbiotopen erfolgt keine Holznutzung. „Schutz durch Nutzung“ lautet insgesamt der beherrschende Grundsatz, mit dem in Zukunft auch den Herausforderungen des Klimawandels aktiv und für andere Waldbesitzarten in NRW beispielhaft begegnet werden soll.

Frau in forstlicher Dienstkleidung sprüht eine weiße Welle auf einen alten Baum.

Zertifizierung

Die moderne nachhaltige Bewirtschaftung des Staatswaldes in NRW stellt umfassende ökologische, soziale und ökonomische Anforderungen. Die Umsetzung dieser nachhaltigen Waldbewirtschaftung im Staatswald wird durch entsprechende Zertifikate nachgewiesen. So ist der landeseigene Forstbetrieb nach den Standards beider großer Forstzertifizierungssysteme (PEFC® und FSC®*) zertifiziert.