Junge Waldtalente für Wald und Holz NRW
Forstwirtinnen und Forstwirte unterstützen Försterinnen und Förster dabei, die Wälder zu bewirtschaften und zu pflegen.
Ihre Aufgabengebiete sind vielfältig und abwechslungsreich: Sie pflanzen Bäume, pflegen diese Bäume und Biotope und fällen Bäume. Damit setzen sie wichtige Impulse für die Waldentwicklung. Eine ihrer Hauptaufgaben ist es, Holz zu ernten und für den Verkauf vorzubereiten. Dafür entfernen sie die Äste des gefällten Baumes und teilen den Stamm in kürzere transportfertige Segmente. Der Holzverkauf ist eine wichtige Einnahmequelle für den Forstbetrieb. Außerdem bauen und reparieren sie Erholungseinrichtungen und z. B. Hochsitze. Waldarbeit ist zugleich praktischer Naturschutz. So werden z. B. Biotope durch die Forstwirtinnen und Forstwirte angelegt und gepflegt.
In NRW gibt es über 250 Betriebe und Forstunternehmen, die Forstwirtinnen und Forstwirte ausbilden. Mit rund 100 Ausbildungsplätzen im landeseigenen Betrieb ist Wald und Holz NRW der mit Abstand größte Ausbildungsbetrieb in NRW. Alle Forstämter mit Landeswald (9 von 15) bieten die betriebliche Ausbildung zur Forstwirtin/zum Forstwirt in insgesamt 23 Ausbildungswerkstätten an – verteilt auf ganz NRW. Jährlich stellt Wald und Holz NRW rund 35 neue Forstwirt-Auszubildenden ein.
Wald und Holz NRW ist nicht nur Ausbildungsbetrieb, sondern unterrichtet auch im Auftrag der Landwirtschaftskammer NRW alle Forst-Auszubildenden in den überbetrieblichen Inhalten. Am Forstlichen Bildungszentrum (FBZ), gelegen am (Wald-) Rand von Arnsberg, vertiefen sie ihre theoretischen und praktischen Kenntnisse über Arbeitsverfahren sowie ökologische (z. B. die Pflege von Lebensräumen bedrohter Arten) und ökonomische Zusammenhänge (z.B. die Planung und Kalkulation von Arbeitsmaßnahmen) im Wald. Das Forstliche Bildungszentrum (FBZ) in Arnsberg-Neheim ist als überbetriebliche Ausbildungsstätte der zentrale Lernort für die duale Berufsausbildung zum Forstwirt bzw. zur Forstwirtin in Nordrhein-Westfalen. In enger Kooperation mit dem Berufskolleg am Eichholz wird in drei Blockeinheiten pro Ausbildungsjahr das notwendige Fachwissen vermittelt. Ergänzend besuchen die Auszubildenden am FBZ praxisorientierte überbetriebliche Lehrgänge, die das im Betrieb erworbene Wissen vertiefen und erweitern.
Wald und Holz NRW ist daran interessiert, tatkräftigen und bewährten Fachkräften eine Perspektive im Landeswald zu bieten. Erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen bietet Wald und Holz NRW im Regelfall eine Anschlussbeschäftigung für zwei Jahre an. Unbefristete Stellen werden in aller Regel im Rahmen von Ausschreibungen besetzt, bei der Bewerbungen aus dem Kreis befristeter Beschäftigte selbstverständlich willkommen sind.
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Forstwirtinnen und Forstwirte unterstützen Försterinnen und Förster dabei, die Wälder zu bewirtschaften und zu pflegen. Sie ernten Holz, sortieren und lagern es. Zudem pflanzen sie Baumsetzlinge und halten Waldwege und Erholungseinrichtungen instand. Außerdem bauen sie jagdliche Einrichtungen, wie Hochsitze, und unterstützen bei der Jagd. Dabei sind sie ständig der Witterung ausgesetzt.
Forstwirtinnen und Forstwirte müssen über biologische und technische Kenntnisse verfügen. Es kommt zum Beispiel darauf an, die heimischen Baumarten, im Wald lebende teilweise besonders geschützte Tierarten und Waldschädlinge wie den Borkenkäfer zu erkennen. Zu wissen, wie man mit einer Motorsäge oder andere Maschinen und Werkzeugen umgeht, ist ebenfalls wichtig. In der Ausbildung lernen die angehenden Forstwirtinnen und Forstwirte, wie die Wälder bewirtschaftet werden. Das Anpflanzen von jungen Baumsetzlingen ist ein weiterer Bestandteil ihrer Arbeit. Hier ist es wichtig, die unterschiedlichen Standortfaktoren der Baumarten zu kennen. Licht, Schatten, Wasservorkommen und das Wurzelverhalten sind einige Aspekte, die sie dabei beachten müssen. Ein weiteres Thema, mit denen sich angehende Forstwirtinnen und Forstwirte beschäftigen, ist die Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen. Ihr theoretisches Wissen setzten sie auch praktisch um, indem sie mit Motorsäge, Hauungswerkzeug, oder auch Maschinen wie dem Rückeschlepper arbeiten.
Forstwirtinnen und Forstwirte arbeiten mit unterschiedlichen Arbeitsgeräten, vor allem natürlich mit ihren Händen. Sie pflanzen Bäume, gewinnen Saatgut und schützen und pflegen junge Baumbestände. Bei der Holzernte im Einsatz: Motorsäge und Hauungswerkzeug wie zum Beispiel Spalthammer und Fällkeile, Mit dem großen Forstschlepper ziehen sie die gefällten Bäume aus dem Wald an den Forstweg, wozu sie zum Teil eine Zusatzausbildung brauchen. Wie sie die Werkzeuge richtig bedienen und die riesigen Maschinen funktionieren, lernen Forstwirtinnen und Forstwirte in der Ausbildung.
Ihre Arbeitsplätze sind sehr abwechslungsreich. Die meiste Zeit verbringen sie natürlich im Wald – zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter bewirtschaften sie die Wälder, ernten Holz und pflanzen neue Baumsetzlinge. Da sie in einem Beruf arbeiten, der sowohl durch die vier Jahreszeiten stark geprägt ist, als auch durch saisonale und regionale Unterschiede, kann die Arbeitszeit- und Intensität variieren. Besonders arbeitsintensiv sind die Holzernte und Pflanzzeit.
Der Beruf des Forstwirts ist keinesfalls nur was für Männer. Natürlich gibt es in der stark männerdominierten Branche auch Frauen, die Forstwirtin sind oder darin ausgebildet werden. Besonders die Weiterbildungsmöglichkeiten zur Forstwirtschaftsmeisterin oder ein Studium bieten für Frauen einen spannenden Einstieg in das Berufsleben. Bei Wald und Holz NRW sind derzeit lediglich sieben Forstwirtinnen, davon eine Ausbildungsmeisterin beschäftigt (Stand: April 2020). Frauen sind in der Ausbildung und der späteren dauerhaften Beschäftigung bei Wald und Holz NRW herzlich willkommen.
Forstwirtinnen und Forstwirten stehen zahlreiche Möglichkeiten der Weiterbildung zur Verfügung. Sie können sich an Forstlichen Bildungszentren zum/r Forstmaschinenführer/in, Forsttechniker/in und Meister/in weiterbilden lassen. Die Fortbildung zur Natur- und Landschaftspflegerin bzw. zum Natur- und Landschaftspfleger ist eine weitere Qualifizierungsmöglichkeit. Wer sich für den Bereich Umweltbildung interessiert, kann zudem das Waldpädagogik-Zertifikat erwerben. Außerdem haben sie nach dem Abschluss der Ausbildung die Möglichkeit, ein Studium der Forstwirtschaft (Bachelor of Science) an einer Fachhochschule oder Universität aufzunehmen und den Master of Science im Bereich der Forstwissenschaften zu absolvieren. Die beiden Studiengänge bieten die Chance, höhere verwaltende Aufgaben im Forstwesen zu übernehmen, wie zum Beispiel die Leitung eines Reviers oder eines Forstamtes.
Ja. In der Branche wird von sogenannten „grünen Berufen“ gesprochen. Dazu zählen neben Forstwirt/innen zum Beispiel Landwirt/innen, Gärtner/innen oder Gartenbautechniker/innen.
Fertig ausgebildete Forstwirt/innen, die bei Wald und Holz NRW beschäftigt sind, werden nach dem TV-L-Forst entlohnt. Das ist der Tarifvertrag der Länder. Der Verdienst liegt aktuell für Gesell/innen je nach Betriebszugehörigkeit bzw. Berufserfahrung bei rund 3.000 bis 4.100 Euro brutto. Die Beschäftigten haben eine 38,5 Stunden-Woche sowie den Anspruch auf 30 Tage Urlaub.
Ausbildung zur Forstwirtin bzw. zum Forstwirt
Angehende Forstwirtinnen und Forstwirte müssen eine in der Regel dreijährige Ausbildung absolvieren. Lehrbetriebe können u. a. die örtlichen Forstämter von Wald und Holz NRW sein. Zudem bieten private und kommunale Forstverwaltungen Ausbildungsplätze an. Auch forstliche Unternehmen bieten eine Lehre an. Um einen ersten Einblick in den abwechslungsreichen aber auch gefährlichen Forstwirtberuf zu bekommen, empfiehlt es sich, vorab ein Praktikum zu machen.
Die Ausbildung läuft im sogenannten „dualen System“ ab. Neben der betrieblichen Ausbildung in den Forstrevieren nehmen die Auszubildenden am Berufsschulunterricht des Berufskollegs des Hochsauerlandkreises in Arnsberg sowie der überbetrieblichen Ausbildung am FBZ Arnsberg-Neheim teil. Während der Ausbildungsphasen außerhalb des Ausbildungsbetriebes werden die Auszubildenden bei Wald und Holz NRW in Arnsberg und Neheim untergebracht.
Am FBZ und in der Berufsschule werden die Auszubildenden z. B. in folgenden Bereichen ausgebildet: Arbeitsschutz, Waldbewirtschaftung, Bestandsbegründung, Bestandespflege, Holzernte, Forsttechnik, Forstschutz und Naturschutz. Auch eine Ausbildung zur Ersthelferin bzw. zum Ersthelfer ist darin enthalten. In zahlreichen Außenübungen und Exkursionen werden die Inhalte praktisch angewendet.
Zuständig für die Forstwirtausbildung ist die Landwirtschaftskammer NRW. Sie ist Ansprechpartnerin für sämtliche Fragen der Ausbildung – von der Registrierung der Ausbildungsverträge, Organisation der überbetrieblichen Ausbildung, Durchführung der Zwischen- und Abschlussprüfung bis hin zur Überwachung der Ausbildungsbetriebe. Sie steht den Auszubildenden auch während regelmäßiger Sprechstunden beratend beiseite.
Die Ausbildungsvergütung der Forstwirt-Auszubildenden bei Wald und Holz NRW variiert je nach Lehrjahr. Während Azubis im ersten Lehrjahr rund 1.200 Euro bekommen, kann im zweiten und dritten Ausbildungsjahr das Gehalt auf bis zu ca. 1.300 Euro ansteigen. Die Vergütungen von kommunalen und privaten Ausbildungsbetrieben weichen hiervon im Einzelfall ab.
Bei Wald und Holz NRW haben die Absolventinnen und Absolventen in der Regel die Möglichkeit einer befristeten Anschlussbeschäftigung für bis zu zwei Jahren. Während der Zeit können sie sich zudem auf dauerhafte Stellen bewerben. Jährlich werden ca. zehn bis fünfzehn Stellen unbefristet besetzt. Forstwirtinnen und Forstwirte sind auch in kommunalen Verwaltungen, dem Großprivatwald, Forstunternehmen sowie Garten- und Landschaftsbaubetrieben aufgrund ihrer breit aufgestellten Kenntnisse sehr beliebt.
Bewerbung bei Wald und Holz NRW So geht’s!
Wald und Holz NRW stellt jeweils zum 1. August eines Jahres neue Auszubildende ein. Die Bewerbungsfrist endet am 30. September des Vorjahres. Später eingehende Bewerbungen können leider nicht mehr berücksichtigt werden. Bewerben Sie sich gerne mit Ihren vollständigen Bewerbungsunterlagen über das Online-Bewerbungsportal des Landes NRW BVplus. Den Link hierzu finden Sie in der Stellenausschreibung, die jährlich vom 1. August bis zum 30. September auf der Interseite von Wald und Holz NRW veröffentlicht ist.
Das Team Personal sichtet die Unterlagen und lädt qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber zu einem praktischen Auswahltest mit nachfolgendem Auswahlgespräch ein.
Der Praxistest inkl. nachfolgendem Auswahlgespräch findet in der Regel im Oktober oder November in den Forstämtern statt. Im Praxistest müssen die Bewerberinnen und Bewerber verschiedene einfache Tätigkeiten durchführen. Am direkt anschließenden Auswahlgespräch nehmen Förster/in, Ausbilder/in sowie Vertreter/innen der Gleichstellung, des Personalrates, der Schwerbehindertenvertretung sowie der Jugend- und Auszubildendenvertretung von Wald und Holz NRW teil. Ziel ist es, bis spätestens Weihnachten, also knapp ein dreiviertel Jahr vor Ausbildungsbeginn die Ausbildungsverträge abzuschließen.
In der Bewerbung enthalten sein sollten neben dem Anschreiben, ein aktueller tabellarischer Lebenslauf mit Foto, die letzten zwei Schulzeugnisse (bei Abiturient/innen bitte auch Zeugnis der Klasse 10) und weitere qualifizierende Nachweise (z. B. Bescheinigungen über Praktika etc.). Bewerber/innen können im Bewerbungsschreiben ein „Wunschausbildungsrevier“ oder Forstamt nennen. Wald und Holz NRW versucht, die Auszubildenden möglichst in der Nähe ihres Heimatortes einzusetzen. Dies gelingt jedoch leider nicht immer.