Waldschutz-Infomeldung Nr. 7/2026

Erste Buchdrucker-Generation schwärmt aus

13.07.2026
Karte des UFZ-Dürremonitors für Nordrhein-Westfalen mit der Bodenfeuchte im Oberboden bis 25 cm Tiefe. Rot steht für geringe, Grün und Blau für hohe pflanzenverfügbare Wassermengen.

Arnsberg - Die Entwicklung der ersten, Ende April 2026 angelegten, Buchdrucker-Generation ist abgeschlossen. Regional wird bereits erster Stehendbefall festgestellt, in höheren Lagen steht das Ausschwärmen der Jungkäfer unmittelbar bevor. Befallenes Holz sollte daher schnellstmöglich abgefahren und Fichtenbestände auf Stehendbefall kontrolliert werden.

Aktuelle Situation

Aktuell ist der Fokus insbesondere auf die Eifel zu richten, denn im Rahmen des Borkenkäfer-Monitorings wurden hier die Warnschwellen sowohl für den Buchdrucker als auch für den Kupferstecher überschritten. In Bad Münstereifel wird gegenwärtig Stehendbefall an Einzelbäumen festgestellt.

Die ausgeprägte Hitzewelle im Juni hat die Vitalität und damit die Widerstandskraft der Fichten standortabhängig reduziert. Die aktuellen Wetterprognosen sagen in NRW weiterhin sommerliche bis heiße Temperaturen bei lediglich sporadischen Niederschlägen voraus. Diese Bedingungen begünstigen den Schwärmflug und erhöhen regional das Risiko von Stehendbefall. Jedoch ist anzunehmen, dass die Eifel- und Sauerlandregion noch ausreichend wasserversorgt ist und sich die Fichtenbestände durch ihren Harzfluss zur Wehr setzen können.

Unverzüglicher Handlungsbedarf

Es besteht akuter Handlungsbedarf für alle Forstbetriebe, in denen forstschutzrelevantes Fichtenholz noch nicht abgefahren wurde. Zur Eindämmung weiterer Ausbreitung ist die schnellstmögliche Holzabfuhr aus dem Wald anzustreben. Lässt sich die Bekämpfung unter vorrangiger Berücksichtigung anderer Maßnahmen, z.B. mechanischer Art, nicht rechtzeitig realisieren, kann als Ultima Ratio Lösung eine Polterbehandlung mit Pflanzenschutzmitteln (PSM) erfolgen, wenn dadurch voraussichtlicher Neubefall verhindert werden kann. Diese Polterbehandlung dient der zeitweisen Überbrückung bis zur Holzabfuhr. Beachten Sie alle rechtlichen Regelungen (z.B. Abstände zu Gewässern, Regelungen in Schutzgebieten, etc.)! Des Weiteren sind die Fichtenbestände auf frischen Stehendbefall zu kontrollieren, sodass die frühzeitige Entnahme und Abfuhr erfolgen kann. 

Das für Polterbehandlung zugelassene PSM „KARATE FORST flüssig“ ist nicht mehr im Handel erhältlich (Abverkaufsfrist 30.06.2026), da die Zulassung am 31.12.2025 endete. Restbestände dürfen im Rahmen der gesetzlichen Aufbrauchfrist bis zum 30.06.2027 eingesetzt werden. Das sehr ähnlich bezeichnete Präparat „Karate Forst Fluessig“ hingegen besitzt nur eine Zulassung zur Anwendung gegen den Großen Braunen Rüsselkäfer und darf nicht zur Polterbehandlung eingesetzt werden! 

Halten Sie sich auf unserer Internetseite borkenkaefer.nrw.de auf dem Laufenden.

Nahaufnahme von jungen Käfern beim Reifungsfraß