Das Waldinformationszentrum Hammerhof wurde 2004 gegründet und liegt in der Nähe der ostwestfälischen Stadt Warburg. Der Hammerhof ist eine Umweltbildungseinrichtung des Regionalforstamtes Hochstift von Wald und Holz NRW und möchte durch vielfältige Veranstaltungsangebote, Ausstellungen etc. Menschen für Natur, Wald und nachhaltige Forstwirtschaft begeistern.
Die Südegge: ein weiter Erholungsraum mit viel Kulturgeschichte
Der aus dem Jahre 1611 stammende damalige Eisenhammer gehörte bis zur Säkularisierung zum Kloster Hardehausen. Während früher schweres Handwerk und Landwirtschaft das Geschehen auf dem Hammerhof prägten, stehen heute moderne Dienstleistung für Umweltbildung sowie nachhaltiger und sanfter Tourismus im Vordergrund. Dabei kommt der Waldwirtschaft als naturnächster Bodennutzungsform und Rückgrat unserer Kulturlandschaft eine besondere Bedeutung zu. Der Hammerhof thematisiert in seinen Veranstaltungen, wie nachhaltige Waldwirtschaft funktioniert und wie Menschen verantwortungsvoll mit der Natur umgehen können.
Der Hammerhof wird gern als Tor zur Südegge beschrieben. Während das Eggegebirge zwischen Horn-Bad Meinberg und Borlinghausen als südliche Fortsetzung des Teutoburger Waldes ein sehr schmales, nach Osten steil abfallendes Mittelgebirge bildet, ist die Südegge in der Geländeausprägung wesentlich ausgeglichener. Sie hat eine Ausdehnung von rund 10.000 Hektar und ist vor allem flächig ausgebildet. Viele Kilometer Wanderwege laden zu einsamen Spaziergängen ein und lassen den Alltag bei stundenlangen Wanderungen vergessen. Alte Meilerstellen und Glashüttenstandorte weisen auf eine vorindustrielle Nutzung hin. Gut zu erkennen sind die vielen Hohlwege, die als alte Handelsrouten aus dem Kasseler und Waldecker Raum nach Soest und Paderborn führten. Die Wüstung „Altstadt Blankenrode“ ist eine der meistbedeutenden mittelalterlichen Siedlungen und seit Jahrhunderten unter dem vorhandenen Wald gut geschützt.
Wiesentgehege Hardehausen
Seit 1958 ziehen Wisente im idyllischen Tal zwischen Scherfede und Hardehausen im ostwestfälischen Warburg ihre Fährte. Aufgabe des Geheges ist es, im Rahmen der Zucht die Generhaltung besonders für Wisente zu sichern.
Neben den Berg-Wisenten sind seit 2004 auch Flachland-Wisente in einem separaten Gehege vor Ort. Das ist bisher nur an zwei Standorten in ganz Europa der Fall. Ebenfalls vor Ort zu sehen sind eine Herde Wildpferde (Rückzüchtung des Tarpans), Wildschweine und mit etwas Glück auch Weißes und naturfarbenes Rotwild.
Seit Eröffnung des Geheges sind hier mehr als 160 Wisente geboren worden. Überzählige Tiere gehen in andere Gehege oder in Auswilderungsprojekte.
Kooperationsverträge von Wald und Holz NRW aus den Jahren 2006 und 2008 mit dem Zentrum der polnischen Wisentzüchtung bei der Nationalparkverwaltung Bialowieski Park Narodowy sowie mit dem Institut für Tierzüchtung der Universität Warschau haben den Grundstein für internationale wissenschaftliche Forschung und Zusammenarbeit gelegt. So werden seit März 2010 die 80 Wisenthalter in Deutschland durch vier Regionalzentren betreut. Für die Koordination und Beratung der Wisentvorkommen in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist das im Hammerhof angesiedelte Regionalzentrum West zuständig.