Für die Sicherheit bei der Waldarbeit

Vier Forstarbeiter:innen stehen gemeinsam im blätterlosen Wald. Einer der Waldarbeiter steht mit einem Fuß auf einem Baumstumpf, die anderen drei schauen ihn an.

Für die Sicherheit bei der Waldarbeit

Über die Praxis sprechen

18.03.2026

Münster – Das Fällen von Bäumen mit einer Motorsäge gehört zu den anspruchsvollsten und gefährlichsten Tätigkeiten bei der praktischen Waldarbeit. Dürreperioden, Stürme und Borkenkäferbefall haben das Gefahrenpotenzial in den zurückliegenden Jahren zusätzlich erhöht. Um die Sicherheit der Beschäftigten auch hier dauerhaft zu gewährleisten, setzt der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen neben klaren Standards beim Arbeits- und Gesundheitsschutz auf regelmäßige Wirksamkeitskontrollen direkt vor Ort im Wald. Einmal im Jahr bekommen alle Mitarbeitenden, die in ihrem Arbeitsalltag mit einer Motorsäge Holz ernten, in der Regel an ihrem Arbeitsplatz Besuch.

Lernen aus der Praxis

Im Mittelpunkt der Wirksamkeitskontrollen steht nicht die Bewertung einzelner Personen. Vielmehr geht es um den fachlichen Austausch auf Augenhöhe. Die Termine bieten Raum, Erfahrungen aus der täglichen Praxis zu besprechen, bewährte Vorgehensweisen weiterzugeben und mögliche Verbesserungen bei Arbeitsabläufen zu identifizieren. Während der Gespräche im Wald wird die konkrete Baumfällung anhand der Schnittflächen und Baumstümpfe noch einmal nachvollzogen und analysiert. Ziel ist es, Unfälle bei der motormanuellen Holzernte zu vermeiden. In diesem Arbeitsbereich kommt es nach wie vor am häufigsten zu Verletzungen.

„Nochmal über die getane Arbeit nachzudenken, zu sprechen und ein Feedback zu bekommen, hilft mir sehr immer wieder das Bewusstsein für das eigene Handeln bei der Arbeit zu schärfen“, sagt Robin Rosenberger, Forstwirtschaftsmeister im Regionalforstamt Münsterland bei Wald und Holz NRW. „Für mich ist das besonders wichtig, weil ich hier auch Verantwortung für Forstwirtinnen und Forstwirte in der Ausbildung übernehme.“

Während der sogenannten Wirksamkeitskontrolle im Wald stellt die speziell ausgebildete Fachkraft für Arbeitssicherheit zudem Fragen zu täglichen Arbeitsabläufen und bringt neuste Erfahrungen und Erkenntnisse für die Prävention von Unfällen bei der Waldarbeit aus der eigenen Praxis mit.

„Durch qualitativ hochwertige Arbeit schützen die Mitarbeitenden nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Kolleginnen und Kollegen. Der Austausch direkt vor Ort hilft uns, gemeinsam aus der Praxis zu lernen und die Qualität unserer Arbeit im Wald – und damit die Sicherheit jeder einzelnen Person – weiter zu stärken“, betont Henning Brügge-Feldhacke, Fachkraft für Arbeitssicherheit bei Wald und Holz NRW.

Wirksamkeitskontrollen als Teil der Qualitätssicherung

Die Wirksamkeitskontrollen sind ein zentraler Bestandteil der Qualitätssicherung in der Waldarbeit. Ebenso wichtig ist die Ausstattung mit moderner persönlicher Schutzausrüstung, regelmäßigen Schulungen und klaren Sicherheitsstandards. Den wichtigsten Rahmen bieten hier die sogenannten Unfallverhütungsvorschriften, die auch rechtsverbindlich festgeschrieben sind. Der Ansatz hier ist in erster Linie präventiv. Die Arbeit mit der Motorsäge findet im Wald niemals allein statt. Nach Vorschrift ist man mindestens zu zweit, bei Wald und Holz NRW in der Regel zu dritt, um im Falle eines Falles die „Rettungskette“ zu gewährleisten. Der Arbeitsbereich wird weiträumig abgesperrt, um die Arbeitenden selbst aber auch, um Menschen die aus anderen Gründen im Wald unterwegs sind zu schützen. Die Palette der Technischen Hilfsmittel für die Vermeidung von Unfällen bei der Wald Arbeit wird immer größer. Der Mensch selbst bleibt aber der wichtigste Faktor, deshalb spielt auch der kontinuierliche Austausch über sichere Arbeitsweisen eine wichtige Rolle. Ziel ist es, voneinander zu lernen, um Risiken frühzeitig zu erkennen und die Qualität der Arbeit kontinuierlich weiterzuentwickeln – und damit auch die Sicherheit im Wald nachhaltig zu stärken.

Aus- und Weiterbildungen für die Waldarbeit bei Wald und Holz NRW

Manchmal wird der Begriff Waldarbeiterin oder Waldarbeiter in der Alltagssprache heute noch verwandt. Die Aus- und Weiterbildung der Menschen, die täglich der praktischen Arbeit im Wald nachgehen hat sich in den letzten fünfzig Jahren stark weiterentwickelt. Seit Anfang der 70er Jahre werden Forstwirtinnen und Forstwirte bundesweit einheitlich ausgebildet. Für die dreijährige Berufsausbildung ist Wald und Holz NRW nicht nur Ausbildungsbetrieb, sondern unterrichtet auch im Auftrag der Landwirtschaftskammer NRW alle Forst-Auszubildenden in den überbetrieblichen Inhalten im Forstlichen Bildungszentrum (FBZ) in Arnsberg. Wer nach der Ausbildung als Forstwirtin bzw. Forstwirt tätig ist, hat zahlreiche Möglichkeiten sich im Bereich der Waldarbeit fortzubilden

Wer sich nach mindestens zwei Jahren Berufspraxis dafür entschiedet die Prüfung zur Forstwirtschaftsmeisterin bzw. zum Forstwirtschaftsmeister zu absolvieren, kann die Leitung von Teams bei der forstlichen Praxis übernehmen und dabei auch selbst Forstwirtinnen du Forstwirte praktisch ausbilden.