7. Gelsenkirchener Verkehrssicherheitstag

Man sieht einen langen Kran der zu Baumkronen reicht, die braune Blätter tragen.

7. Gelsenkirchener Verkehrssicherheitstag

Klimawandel stellt Verkehrssicherung vor Herausforderungen

24.09.2026

Gelsenkirchen – Mit aktuellen Entwicklungen und praktischen Fragen rund um Baumkontrollen, Bahnanlagen und Haftung beschäftigte sich am 15. September 2026 der 7. Gelsenkirchener Verkehrssicherheitstag. Der Bund Deutscher Forstleute und der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen hatten zur Fachtagung in das Regionalforstamt Ruhrgebiet eingeladen. Fachleute aus Forstpraxis, Verwaltung und Recht nutzten die Veranstaltung zum intensiven Austausch über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen.

Anforderungen nehmen zu

Den Auftakt bildeten die Organisation rechtssicherer Baumkontrollen, praktische Erfahrungen und die Frage nach den dafür erforderlichen personellen Ressourcen. Gerade die Entwicklungen der vergangenen Jahre zeigen, dass die Anforderungen deutlich zunehmen. Stürme, Trockenheit und weitere Folgen des Klimawandels hinterlassen ihre Spuren im Wald. Besonders an geschädigten Waldrändern steigt dadurch die Zahl der Bäume, die im Hinblick auf die Verkehrssicherheit besondere Aufmerksamkeit erfordern. 

Wie erheblich diese Entwicklung ausfallen kann, machte ein Praxisbericht deutlich: Aus einem Zuständigkeitsbereich wurde von einem Anstieg der entsprechenden Fälle um nahezu 400 Prozent in den vergangenen Jahren berichtet. Für Waldbesitzer und Kommunen bedeutet dies nicht nur einen erheblichen zusätzlichen organisatorischen Aufwand, sondern auch steigende Kosten.

Besonderheiten bei Verkehrssicherung an Bahnanlagen

Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung lag auf der Verkehrssicherung an Bahnanlagen. Im Mittelpunkt standen die Zusammenarbeit und Kommunikation mit der Bahn, die praktische Durchführung von Maßnahmen, rechtliche Rahmenbedingungen und die Arbeitssicherheit. Die Erfahrungsberichte aus der Praxis machten deutlich, dass Arbeiten im Umfeld von Bahnanlagen besondere Anforderungen an Planung, Abstimmung und Durchführung stellen.

Am Nachmittag rückten aktuelle Haftungsfragen und die Rechtsprechung in den Mittelpunkt. Juristen stellten aktuelle Urteile vor und ordneten deren Bedeutung für die forstliche Praxis ein. Anschließend wurden aktuelle Themen gemeinsam diskutiert – darunter auch die Verkehrssicherung an Erholungseinrichtungen im Wald, beispielsweise an Sitzbänken, sowie aktuelle Entwicklungen in der Gesetzgebung.

Reger fachlicher Austausch

Besonders geprägt war die Veranstaltung vom offenen und regen Austausch. Unterschiedliche Erfahrungen aus der Praxis trafen auf juristische Perspektiven und sorgten für zahlreiche Anknüpfungspunkte für Diskussionen. Genau diese Verbindung machte den Verkehrssicherheitstag zu einer gelungenen Fachveranstaltung.

Deutlich wurde dabei vor allem: Die Verkehrssicherung im Wald steht angesichts des Klimawandels vor wachsenden Herausforderungen. Mehr geschädigte Bäume bedeuten mehr Kontrollen, mehr Arbeitsaufwand und steigende finanzielle Belastungen. Der Gelsenkirchener Verkehrssicherheitstag bot eine wichtige Plattform, um diese Entwicklungen gemeinsam zu betrachten, Erfahrungen zu teilen und den fachlichen Austausch weiterzuführen.

Das Regionalforstamt Ruhrgebiet dankt dem BDF für die gute Zusammenarbeit!

In einem Seminarraum sitzen circa vierzig Menschen in Reihen auf Stühlen und schauen interessiert nach vorne.