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Aufarbeitungsprioritäten nach dem Sturm

Sturmholz ist nicht gleich Sturmholz

Borkenkäfer und Pilze können den entstandenen Sturmschaden deutlich vergrößern. Darum ist es besonders wichtig, den Sturmschäden mit der richtigen Aufarbeitungs-Strategie zu begegnen.

Buchdrucker und Kupferstecher können vom  Sturmholz in intakte Nachbarbestände übergreifen, der gestreifte Nutzholzborkenkäfer droht liegendes Holz durch seine Fraßgänge im Holz zu entwerten. Ebenso können Pilze das Holz zersetzen und so den Holzwert mindern. Eine zügige Abfuhr des aufgearbeiteten Holzes ist das beste Mittel zur Gefahrenabwehr.

Die Aufarbeitung des Holzes muss allerdings zwingend an den vertraglich vereinbarten monatlichen Liefermengen ausgerichtet werden. Wird oberhalb dieser Liefermengen Holz aufgearbeitet und am Weg gepoltert, geht von diesem Holz ein erhöhtes Waldschutzrisiko aus. Zusätzlich kann sich die Holzqualität insbesondere während der warmen Jahreszeit schnell verschlechtern. Wichtig ist es daher, die Bäume erst kurz vor der Vermarktung vom Wurzelteller zu trennen.

In vielen Regionalforstämtern kann das angefallene Holzvolumen in bestehende Holzverkaufsverträge aufgenommen werden. Eine Abstimmung hinsichtlich freier Vertragsvolumina mit dem zuständigen Regionalforstamt ist hierbei allerdings vor Beginn der Aufarbeitung sehr wichtig.

Werden Aufarbeitung und Abfuhr des aufgearbeiteten Holzes aufeinander abgestimmt, kann die Waldschutzgefahr je nach Witterung als „gering“ eingestuft werden. In den Hauptschadensgebieten kann sich witterungsabhängig dennoch eine mittlere bis hohe Borkenkäfergefahr einstellen."

Die Aufarbeitung des Sturmholzes muss im Rahmen einer Priorisierung geordnet werden, um eine sinnvolle zeitliche Reihenfolge zu bilden. Für jede Fläche werden die Maßnahmenoptionen 1. bis 6. geprüft. Jeder Option wird dann eine Dringlichkeitseinstufung von „A“ bis „D“ zugewiesen. Diejenigen Flächen mit mehr „A“ Markierungen erhalten die höhere Aufarbeitungspriorität.

  1. Nadelholz vor Laubholz
    Nadelholzflächen mit = „A“; wertvolles Buchenlaubholzes = „A“ oder „B“; Eichen = „C“ oder“ D“
  2. Kleinflächen vor Großflächen (siehe Anlage 2)
  3. Bruchholz vor Wurfholz (siehe Anlage 3)
  4. Hangabwärts geworfene vor hangaufwärts geworfenen Bäume
  5. Lebendkonservierbare Fichten später
  6. Warme Lagen vor kälteren Lagen (Südhänge und Tallagen vor Nordhängen und Hochlagen)

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