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Waldzustandsbericht 2016: Eschentriebsterben weiter auf dem Vormarsch

Der Zustand der Wälder in NRW hat sich im Vergleich zum Vorjahr etwas verschlechtert. 29 % aller Bäume in NRW weisen eine "deutliche Verlichtung" der Kronenbelaubung auf, während bei 43 % bereits eine "schwache Kronenverlichtung" festgestellt wurde.

Grafik
Grafik: Wald und Holz NRW

Wegen eines erneuten Mastjahres fällt der Belaubungszustand der Buche in diesem Jahr schlechter aus als 2015. Die ‚deutlichen Schäden‘ haben sich auf 48 Prozent verdoppelt. Hingegen setzt sich der positive Trend der Eichen fort. Der Anteil an Eichen ohne Kronenverlichtung stieg von 19 auf 30 Prozent. Auch die Kiefer erholt sich seit 2013 stetig. Die deutlichen Schäden sind bei ihr im Vergleich zum letzten Jahr um 3 % auf 13 % gesunken. Auch wenn nur wenige Kiefern eine völlig gesunde Krone aufweisen, bleibt sie die Baumart mit den geringsten Verlichtungswerten. Die Fichte hat sich kaum verändert. Auffällig war eine mittlere Intensität bei der Zapfenbildung.

Esche
Eschentriebsterben (Foto: Lutz Falkenried, Wald und Holz NRW)

Sorgenkind bleibt die Esche. Deren Erkrankung, das Eschentriebsterben, hat sich zunehmend ausgebreitet und den Bestand stark beeinträchtigt. Eine aktive Bekämpfung des pilzbedingten Triebsterbens ist im Wald nicht möglich. Waldbesitzenden wird geraten, in selektiven Sanitärhieben, stark befallene Eschen zu entnehmen und auf Eschen-Naturverjüngung zu setzen. Zusätzlich wollen Experten von Wald und Holz NRW ab dem nächsten Jahr gezielt Eschen vermehren, die eine gewisse Resistenz gegen den Pilz aufweisen. Dafür suchen Sie in vom Eschentriebsterben befallenen Beständen gesunde oder nur wenig beeinträchtigte Einzelbäume. Private und Kommunale Waldbesitzer können den heimischen Eschen helfen, indem sie bereits Ausschau nach solchen Exemplaren halten. Eine detaillierte Information wird es 2017 vom Team des Waldschutzmanagement geben.

Im Hinblick auf den Waldzustand unter dem Einfluss des Klimawandels betonte Andreas Wiebe: „Bei der Gestaltung klimaplastischer Wälder setzen wir auch auf nicht heimische Baumarten, wie die Douglasie oder die Roteiche. Die haben sich als sehr widerstandsfähig erwiesen und passen gut nach NRW. 


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