Waldnaturschutz im FFH-Gebiet in Zeiten des Klimawandels
Am 2. Juli 2025 fand im Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe eine „Große Dienstbesprechung“ zu den Themen „Waldnaturschutz und Waldbewirtschaftung im FFH (Flora Fauna Habitat) -Gebiet“ statt. Dazu trafen sich Forstleute aus unterschiedlichen Waldbesitzarten sowie Vertreterinnen und Vertreter der Unteren und Höheren Naturschutzbehörden in Lügde, Kreis Lippe. Der Bürgermeister der Stadt Lügde, Torben Blome, nahm ebenfalls an der Veranstaltung teil.

Als Referent konnte Michael Elmer, Teamleiter Waldnaturschutz beim Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen, gewonnen werden. Nach Begrüßung und Einführung in die Thematik durch den Amtsleiter Holger-Karsten Raguse referierte Michael Elmer vor den rund 50 Teilnehmenden über „Naturschutzrechtliche Spielräume und naturschutzfachliche Ziele für Wälder im Klimawandel“.
Zu der Frage, wie mit den sich im Klimawandel verändernden Lebensraumtypen bzw. Waldgesellschaften in FFH-Gebieten umzugehen ist, entwickelte sich im Anschluss eine lebhafte Diskussion – insbesondere im Zusammenhang mit dem Verschlechterungsverbot der Lebensraumtypen, hier beispielhaft aufgezeigt am Waldmeister-Buchenwald. Denn wenn dort der Altholzanteil zu gering wird, gilt das als Verschlechterung. Einig war man sich mit den Naturschutzbehörden, dass die Festsetzungen für Schutzgebiete in den Landschaftsplänen an die Folgen des Klimawandels angepasst werden müssten, beispielsweise veränderte Baumartenlisten für Wiederaufforstungen. Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Waldbesitzarten wiesen auf die Schwierigkeiten der weiteren Waldbewirtschaftung in Schutzgebieten hin.
Abschließend war man sich einig, dass die Probleme erkannt sind. Nun gilt es, wie schon in der Vergangenheit in vielen Kulissen praktiziert, die Kommunikation zwischen Vertretenden des Naturschutzes und des Waldbesitzes eng aufrecht zu erhalten und gute Lösungsansätze zu entwickeln. Hierzu zeigten sich alle bereit.
Am Nachmittag führte der Leiter des Forstbetriebsbezirks Lügde, Dietmar Blum, die Exkursionsgruppe in das nahegelegene FFH-Gebiet Schildberg, das sich mit 125 ha im städtischen Eigentum befindet. Dort wurde anhand verschiedener Waldbilder die Bewirtschaftung im Schutzgebiet mit den entsprechenden Regelwerken diskutiert.
Weitere Treffen in diesem Format mit Gelegenheit zum Austausch aus verschiedenen Blickwinkeln wurden allgemein begrüßt.
Autorin: Annette Uhr, Wald und Holz NRW
Ansprechperson
Waldblatt Herbstausgabe 2025
Überregional
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Förderung forstlicher Dienstleistungen weiterentwickelt
Regional


