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Aus der Praxis für die Praxis

Regionalforstamt lädt zum Seminar „Sturmholzaufarbeitung“ am Hammerhof ein

Das Aufarbeiten von Sturmholz stellt besonders hohe Anforderungen an die Arbeitssicherheit. Auch für erfahrene Forstwirte ist Windwurf nichts Alltägliches. Die Bäume liegen in unwegsamem Gelände übereinander, das Holz ist unter Spannung und umgekippte Wurzelteller sowie abgerissene Kronenteile können auch für den Profi an der Säge zu einer enormen Gefahr werden.

Kurz nachdem sich das örtliche Ausmaß von Sturmtief Friederike abzeichnete, entschloss sich daher das Regionalforstamt Hochstift für alle interessierten Forstunternehmer sowie das forstliche Fachpersonal privater und kommunaler Verwaltungen der Region ein spezielles Praxisseminar anzubieten. Die besonderen Anforderungen der Sturmholzaufarbeitung sollten hierbei aufgefrischt werden.

Trotz eisiger Temperaturen und damit bestem Wetter für die Waldarbeit folgten am 15. Februar rund 60 Teilnehmer der Einladung. Ziel war es, die Teilnehmenden für die Gefahren der Sturmholzaufarbeitung zu sensibilisieren und damit Unfälle von vornherein möglichst zu vermeiden. Neben Vertretern des Gemeindeforstamtes Willebadessen, folgten der Einladung auch Forstleute der umliegenden Privat- und Kommunalbetriebe, sowie Forstunternehmer aus der Region mit Ihren Mitarbeitern.

Die Leitende Fachkraft für Arbeitssicherheit von Wald und Holz NRW, Herr Dirk Brodersen, führte am Vormittag durch den theoretischen Teil der Veranstaltung. Hierbei stellte er zunächst die gesetzlichen Rahmenbedingungen und Anforderungen der Versicherungsträger für Unternehmer, Waldbesitzer, Förster und Arbeitnehmer vor. „Sie haben Rechte, aber Sie haben auch Pflichten.“, so Brodersen. Eine umfassende Arbeitsplanung und -organisation seien, neben optimaler Schutzausrüstung, die Grundvoraussetzung für ein unfallfreies Arbeiten. Die situative Einschätzung jedes Einzelfalls sowie die Abstimmung zwischen Mensch und unterstützender Großmaschine forderten höchstes Können von den Profis ab.

Auch angesichts der aufzuarbeitenden Sturmholzmengen und Erwartungshaltungen der Arbeitgeber dürfe es nicht zu Fahrlässigkeit durch Arbeitsdruck und Ermüdungserscheinungen kommen. Mit eindrücklichen Schilderungen von Unfällen aus dem Arbeitsalltag unterstrich Brodersen seine Ausführungen. „Was jemand tut, muss er können. Dafür ist er nicht zuletzt sich selbst und seiner Familie gegenüber verantwortlich. Und es ist die Pflicht der Unternehmer Könner einzusetzen.“

Der praktische Teil folgte im fußläufig gelegenen Stadtwald Warburg. Hier mussten die Teilnehmer selbst verschiedene Stämme situativ beurteilen und in Gruppen die korrekte Art der Aufarbeitung diskutieren, ehe Forstwirte das arbeitsschutzkonforme Abstocken dann vorführten. Da eine sichere Windwurfaufarbeitung nur mit Maschineneinsatz gewährleistet werden kann, demonstrierte der landeseigene Maschinenbetrieb anschließend die kombinierte Zusammenarbeit mit korrekter Kommunikation zwischen motormanullem Forstwirt und unterstützender Maschine.

Wichtiges Fazit des Tages:  Keine Fichte ist es wert, Leib und Leben dafür in Gefahr zu bringen.

Verfasser

Wald und Holz NRW
Johannes Schmitt
Albrecht-Thaer-Straße 34
48147  Münster

Tel.: +49 251 91797 275
Mobil: +49 151 20569372
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