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Die besten Bäume Deutschlands wachsen auch im Hochstift

FitForClim-Projekt schafft die Basis für unsere Wälder von übermorgen

Der Klimawandel stellt unsere Wälder vor große Herausforderungen. Ziel des Projektes „FitForClim“ ist es, deutschlandweit Bäume mit überlegener Wuchsleistung und hoher Qualität zu identifizieren und ihr Erbgut für die Zukunft zu sichern. Neben Eichen, stehen auch Fichte, Douglasie, Waldkiefer, Bergahorn und Lärchen im Fokus der Betrachtung.

Insgesamt sind 4.200 sogenannte „Plusbäume“ deutschlandweit kartiert. „Wir müssen den Wald von übermorgen für die klimatischen Veränderungen wappnen und eine gute Holzqualität erhalten.", sagt Forstwissenschaftler André Hardtke, der im Auftrag der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt die Arbeitsgruppe Eiche koordiniert.

Auch Wald und Holz NRW ist Projektpartner bei diesem Bundesländer-übergreifenden Projekt. Das Projekt „Bereitstellung von leistungsfähigem und hochwertigem Forstvermehrungsgut für den standort- und klimagerechten Wald der Zukunft – kurz FitForClim“, wird über den Waldklimafonds durch das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) und das Bundesumweltministerium (BMUB) noch bis 2019 mit acht Millionen Euro gefördert.

Qualitätsmerkmale für die Auswahl der Plusbäume sind bei Eichen geradschaftige Stämme, zwieselfreie und wipfelschäftige Kronen, aber auch geringe Neigung zur Bildung von Wasserreisern. Außerdem werden Vitalitäts- und Gesundheitszustand und die standörtliche Wuchsleistung wie Höhenwachstum und Stammdurchmesser berücksichtigt.

Auch im Haarener Wald des Hochstifts bei Bad Wünnenberg stehen solche Prachtexemplare – 150 Jahre alte Traubeneichen, über 35 Meter hoch, dick und langschäftig.  Man könnte auch sagen: „supervitale Bäume“.

Die heimischen Wälder werden immer wieder vor große Herausforderungen gestellt. Das hat der Orkan Friederike erst kürzlich eindrücklich bewiesen. Ausgezeichnetes Forstvermehrungsgut stellt die Grundlage für anpassungsfähige und stabile Wälder dar. Gleichzeitig können hochwertige und wuchskräftige Bäume eine verbesserte Holznutzung und eine erhöhte Kohlenstoffspeicherung erreichen. Und einige dieser Bäumen stehen im Hochstift!

Der zertifizierte Baumsteiger Kay Busemann aus Freiburg und seine italienische Kollegin Erika Luppi erkletterten vier Eichen, um Pfropfreiser – also Äste mit Knospen – aus der Lichtkrone der Bäume zu schneiden. Im Labor werden die gesammelten Zweige auf kleine Eichenpflänzchen gepfropft. In dem Verfahren werden beide Baumteile geschnitten und aneinandergebunden. „Im Grunde wird der beerntete Elitebaum geklont und wächst als kleine Pflanze dann drauflos.", erklärt Hardtke.

Nach einem Jahr kommt das Produkt des Pfropfens auf eine größere Fläche. Dort werden die Bäume ein bis zwei Jahre lang regelmäßig umgepflanzt, damit sich starke Wurzeln bilden. Die gut angewachsenen Bäume bilden schließlich das Klonarchiv und werden auf gesicherten Plantagen angepflanzt.

Bereits in zehn Jahre wollen die Forstwissenschaftler die ersten Eicheln mit genetischem Spitzenmaterial ernten und damit Samenplantagen aufbauen. Eine herkömmliche Eiche hätte unter normalen Umständen 30 bis 40 Jahre gebraucht. So wird ein umfassendes Archiv der Spitzenreiter unserer Bäume aufgebaut und die Grundlage für den Wald der übernächsten Generation gelegt.

Verfasser

Wald und Holz NRW
Johannes Schmitt
Albrecht-Thaer-Straße 34
48147  Münster

Tel.: +49 251 91797 275
Mobil: +49 151 20569372
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