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„Das systematische Aufarbeiten des Sturmholzes hat jetzt oberste Priorität“

Staatssekretär und Landesbetriebsleiter besuchen das Hauptschadensgebiet

Zwei Wochen nachdem Orkan "Friederike“ über Egge und Weser fegte, machte sich der Staatssekretär des nordrhein-westfälischen Umweltministerium, Dr. Heinrich Bottermann, ein Bild von der am stärksten getroffenen Region des Landes. Er besuchte den Stadtwald Brakel.

Bürgermeister Hermann Temme begrüßte den Staatssekretär im Namen des Stadtrates und wies auf die hohe Bedeutung des Stadtwaldes in ökonomischer, ökologischer und sozialer Sicht hin. Der Brakeler Stadtwald verzeichnet mit etwa 28.000 Kubikmetern Sturmholz und schätzungsweise rund 50 Hektar Kahlfläche schlimmere Schäden als durch den Jahrhundertsturm Kyrill im Jahr 2007. „Die Holzmenge beträgt mehr das Doppelte unseres gesamten Jahreseinschlages.“, berichtete Revierförster Eckhard Rottmann dem Gast aus Düsseldorf auf der Hembsener Anhöhe, wo Friederike mehrere Hektar flächig geworfen hat. Nicht nur die ungeheure Menge geworfenen, sondern auch der durch die enormen Windgeschwindigkeiten hohe Anteil gebrochenen Holzes bereitet dem Revierförster Sorgen. Die abgebrochenen Stämme bilden bei günstigen Witterungsbedingungen ideale Brutplätze für Forstschädlinge wie den Borkenkäfer.

„Das systematische Aufarbeiten des Sturmholzes hat jetzt oberste Priorität. Das Geräusch von Motorsägen und Harvestern wird in der Region häufiger zu hören sein.“, sagte   Bottermann. Er zeigte sich betroffen von dem Schadensausmaß. Der Vorsitzende des Waldbauernverbandes, Regionalgruppe Hochstift, Clemens Freiherr von Weichs, erläuterte dem Staatssekretär die hohe Bedeutung der Einkommensbeitrages aus dem Wald für viele Waldbauern. Er zeigte auf, dass in vielen Betrieben für Jahrzehnte nun deutlich geringere Gesamterlöse zu erzielen seien.Denn Friederike sei das Mehrfache von Jahreshiebssätzen zum Opfer gefallen sei. Freiherr von Weichs bat die Landesregierung um Unterstützung in dieser besonderen Situation.

Eine Aufarbeitungsstrategie hat das Regionalforstamt bereits entwickelt. „Wir sind gut auf die vor uns liegenden Aufgaben vorbereitet: Die Aufräumarbeiten haben bereits begonnen und die heimische Sägeindustrie benötigt Holz.“, so Forstamtsleiter Roland Schockemöhle. Nachdem in den ersten Tagen vornehmlich Zuwegungen in die Waldgebiete freigeräumt wurden, um das Ausmaß der Schäden überhaupt beziffern zu können und Rettungswege für anstehende Forstarbeiten sicherzustellen, werden die Schäden nun nach Priorität aufgearbeitet.

Neben eigenem Fachpersonal sollen vornehmlich heimische Unternehmer zum Einsatz kommen. Denn die kennen sich mit den örtlichen Besonderheiten gut aus, das Vertrauensverhältnis für eine professionelle Zusammenarbeit ist bereits gegeben und die Wertschöpfung bleibt in der Region. Auch wenn die Aufräumarbeiten im vollen Gange sind, so wird Friederike nicht der letzte Sturm gewesen sein. „Solche Stürme werden öfter kommen und sie werden heftiger.“, da ist sich der Staatssekretär sicher. Umso wichtiger sei es nun, strukturreiche und klimastabile Mischwälder beispielsweise auch mit Baumarten wie Douglasie und Küstentanne zu begründen. Hierbei stehe der Landesbetrieb mit seiner umfassenden Fachkompetenz und seinen Forschungseinrichtungen dem Waldbesitz beratend zur Seite.

Auch der Leiter von Wald und Holz NRW, Andreas Wiebe, bereiste kurz nach dem Sturm Schadflächen von Waldbauern im Paderborner Land und den Stadtwald Beverungen. Er machte sich gemeinsam mit Bürgermeister Hubertus Grimm in Beverungen und dem Waldbesitzer Heinrich Bultmann in Hövelhof ein Bild vor Ort. Natürlich waren auch die Förster Matthias Wolff und Michael Wessel mit von der Partie und erläuterten die Herangehensweise bei der Aufarbeitung. Wiebe appellierte an ein gemeinsames Miteinander, um die Folgen des Sturmtiefs zügig und vor allem sicher zu überwinden. „Unsere Forstleute unterstützen die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer mit aller Kraft, die teils schweren Schäden aufzubereiten. Und hier im Hochstift hat der Orkan viele Waldbesitzende besonders hart getroffen, da gibt es viel zu tun. Jetzt kommt es auf kühle Köpfe und Expertenwissen an. Denn die Beseitigung der Sturmschäden im Wald ist selbst für Profis eine enorme Herausforderung.“, so Wiebe.

Verfasser

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