Skip to main content
Förderung für
den Waldbesitz

 

Weihnachtsbäume als Einkommensquelle

Rechtliche Hintergründe näher beleuchtet

Weihnachtsbäume sind eine attraktive Einkommensquelle für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer. Sie können nach wenigen Jahren geerntet werden und bringen hohe Erlöse ein. Wie und in welchem Maß Weihnachtsbäume angebaut werden dürfen ist im Landesforstgesetz geregelt. Die hier aufgeführten Regelungen gelten übrigens genauso für Schmuckreisigkulturen.

Weihnachtsbaumkulturen sind kein Wald im Sinne des Gesetzes. So steht es im Landesforstgesetz NRW (§1 Abs. 2 Nr. 1). Dementsprechend liegt eine Flächenumwandlung vor, wenn auf einer Waldfläche eine Weihnachtsbaumkultur angelegt wird. Eine solche Umwandlung muss durch Wald und Holz NRW als Forstbehörde genehmigt werden. Dabei kann das zuständige Forstamt gegebenenfalls Bedingungen wie Ausgleichsregelungen festlegen.

Allerdings gibt es in diesem Zusammenhang Ausnahmen: Ein Waldbesitzer darf bis zu insgesamt zwei Hektar Weihnachtsbaum- und Schmuckreisigkulturen in seinem Wald haben, die weiterhin als Wald im Sinne des Gesetzes gelten. Diese müssen der Forstbehörde gemeldet sein und dürfen nicht in Nachbarschaft zu anderen Weihnachtsbaum- oder Schmuckreisigkulturen liegen. Außerdem ist es erlaubt, Waldflächen unter Energieleitungen für Weihnachtsbaumkulturen zu nutzen. Diese Flächen werden der maximalen Obergrenze für Weihnachtsbaumkulturen von zwei Hektar pro Waldbesitzer nicht zugerechnet.

Diese Obergrenze ist an den Besitz der Waldfläche und nicht unbedingt an das Eigentum an ihr gekoppelt. Der Waldbesitzende ist diejenige Person, die die tatsächliche unmittelbare Gewalt über den Wald ausübt. Dies kann der Waldeigentümer, aber auch beispielsweise ein Pächter sein. Dementsprechend werden die Weihnachtsbaumkulturen auf verpachteten Waldflächen zu den zwei Hektar erlaubter Weihnachtsbaumkulturen des jeweiligen Pächters, nicht aber des Waldeigentümers gezählt. Es ist also denkbar, dass auf den Flächen eines Waldeigentümers mehr als zwei Hektar Weihnachtsbaumkulturen stehen, solange der Waldeigentümer nur an maximal zwei Hektar davon auch den Besitz hat. Es ist hingegen nicht erlaubt, bei einem oder mehreren Waldeigentümern so viele Weihnachtsbaumkulturen gepachtet zu haben, dass deren Gesamtfläche zwei Hektar übersteigt.

Waldflächen, die bereits vor der Änderung des Landesforstgesetzes am 12.12.2013 mit Weihnachtsbaumkulturen bestanden waren, gelten ebenfalls nicht als Wald. Sie genießen jedoch einen sogenannten Bestandsschutz. Folglich findet auf diesen Flächen noch die für Wald geltende Rechtslage Anwendung. Sie werden daher nicht zu den erlaubten zwei Hektar Weihnachtsbaumkulturen pro Waldbesitzer hinzugezählt. Dieser Bestandsschutz gilt jedoch nur bis zum 31.12.2028.  Zum 01.01.2029 gelten die Flächen wieder als Wald und werden der Zwei-Hektar-Obergrenze zugeschlagen.  Wenn mit diesen Flächen dann mehr als zwei Hektar in den jeweiligen Waldbesitz fallen würden, müssten die restlichen Weihnachtsbaumkulturen zum 01.01.2029 bereits wieder in Wald umgewandelt sein. Hierzu geplante Maßnahmen müssen Wald und Holz NRW als Forstbehörde vor Beginn angezeigt werden. Dabei kann Wald und Holz NRW die Maßnahmen versagen oder an Nebenbedingungen knüpfen. Dies tritt aber nur dann ein, wenn die geplanten Maßnahmen nicht einer ordnungsgemäßen Forstwirtschaft entsprechen. Möchte ein Waldbesitzender die Kulturen nicht entsprechend umwandeln, bedarf dies einer Genehmigung durch Wald und Holz NRW.

Die wichtigsten Gesetzestexte zur Anlage von Weihnachtbaumkulturen sind die §§ 1 und 39 des Landesforstgesetzes NRW und §§ 4 und 9 des Bundeswaldgesetzes.

Für diejenigen, die bereits Weihnachtsbäume zu verkaufen haben, abschließend noch ein kleiner Hinweis, der dieses Jahr von besonderer Bedeutung ist: Alle Weihnachtsbaumverkaufsstellen dürfen am Sonntag, dem 24.12.2017 nach § 5 Abs.3 Nr.2 des Ladenöffnungsgesetzes NRW zwischen 10 und 14 Uhr geöffnet haben.

Ansprechpartner

Wald und Holz NRW
Manfred Stemmer
Albrecht-Thaer-Straße 22
48147  Münster

Tel.: 0251/91797-467
Mobil: 0171/5873022
Fax: 0251/91797-470
vCard: laden

» Seite drucken