Die Bergischen SelbermacherInnen
Generationenarbeit im Wald – bei Familie Brieden ein Ferienprogramm für die ganze Familie
Nachdem im Bergischen Land durch die Borkenkäferkalamität viele Freiflächen entstanden sind, ist es jetzt eine große Aufgabe in diesen Bereichen den Wald für die Zukunft zu pflanzen und die aufwachsende Naturverjüngung zu pflegen. Baumarten, wie zum Beispiel Eiche oder Lärche, benötigen schon früh genügend Licht und einen entsprechenden Freiraum für ein schnelles Höhenwachstum. Selbst schnellwüchsigere Baumarten benötigen Jahrzehnte, um für eine stoffliche Nutzung in Form von Brettern, Balken und Furnier geeignet zu sein.
Bei der Familie Brieden, sie ist mit ihren Waldflächen Mitglied der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Overath, ist der eigene Wald ein Projekt für die ganze Familie. So ist bei den Briedens an Wochenenden oder auch mal in den kühleren Abendstunden langer Sommertage Waldpflege angesagt. Egal, ob Pflanzen, Freischneiden oder Verbissschutzmittel ausbringen, es packen alle mit an. So lassen sich Kosten einsparen und gleichzeitig wird das Bewusstsein für den Wald bei der jungen Generation entwickelt. Schließlich wird Eigentum bewirtschaftet in dem Wertschöpfung geschaffen wird. Wenn man mal nicht weiter weiß, fragt die Familie bei Sina Rogge nach. Sie ist die zuständige Försterin für die FBG Overath steht für dergleiche Anliegen gerne zur Verfügung. Was die Familie nicht selber schafft, übernimmt der örtliche Forstunternehmer. Am Ende des Jahres ist der so mit einfachen Mitteln gepflegte Wald eine Teamleistung, über die sich alle freuen.
Gerade das Herauspflegen der jungen Bäume ist nicht nur eine vielseitige Beschäftigung für Erwachsene, sondern eignet sich auch als Sommerferienprogramm für die Kinder. Mit einem Stock oder einer Heppe in der Hand können sie bei der Eindämmung von Begleitvegetation wie Springkraut und Adlerfarn mithelfen. Im Rahmen von Pflanzarbeiten lernen sie früh den richtigen Umgang mit den kleinen Bäumchen und beim Ausbessern der eigenen Wege können sie das Bagger fahren üben.
Bei der Wahl der Baumarten für die Wiederaufforstung ist der Familie eine nachhaltige Bestandessicherheit und eine breite Fächerung sehr wichtig. Ganz nach dem Prinzip „Einfach mal ausprobieren“ experimentiert Sebastian Brieden mit verschiedensten Baumarten. Auf ihren Waldstücken sind Baumarten, wie zum Beispiel Sumpfzypresse, Mammutbaum und Blauglockenbaum zu finden. Auch bei der Baumartenwahl werden die Kinder mit einbezogen und gefragt, welche Baumarten sie sich in ihren Wäldern wünschen.
Durch Kreativität, Anpacken und Ausprobieren können wir unsere Wälder generationenübergreifend für die Zukunft gestalten. Dazu braucht es nicht viel an Equipment. Und der zeitliche Aufwand überrascht. Oft ist er geringer als gedacht. Mit Ausnahme von Adlerfarn und Brombeernestern reicht oft ein extensives punktuelles Freistellen der jungen Bäume aus. Und man sieht sofort was man geschafft hat. Schnell sind die Bäume größer als die eigenen Kinder. Mit der Zeit entsteht so der neue Familienwald. Und er ist damit mehr als nur Euro und Festmeter. Er schafft eine dauerhafte Verbindung durch das gemeinsam Geschaffene und Erlebte im eigenen Wald.
Autorin: Sina Rogge, Wald und Holz NRW
Ansprechperson
Waldblatt Herbstausgabe 2025
Überregional
Anerkennung von Forstbetriebsgemeinschaften
Förderung forstlicher Dienstleistungen weiterentwickelt
Regional
Startschuss für Projekt ÖSL-NRW in Gummersbach
Staatssekretär Dr. Martin Berges im Besgischen Land
Gemeinschaftlicher Waldbegang der FBG Marienheide
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