Deutsch-Niederländische Partnerschaft zum Umgang mit Naturbränden

Deutsch-Niederländische Partnerschaft zum Umgang mit Naturbränden

Wald und Holz NRW ist mit dem Regionalforstamt Niederrhein im grenzüberschreitenden Projekt „Natu(u)rbrandmanagement“ aktiv

17.09.2026

Swalmen (NL) – Wie arbeiten niederländische und deutsche Organisationen bei einem Wald- oder Naturbrand in der Grenzregion zusammen? Und wie stimmen sie ihr Wissen, ihre Ausrüstung und ihre Vorgehensweisen aufeinander ab? Am 10. und 11. September kamen Feuerwehr, Naturverwalter und andere Organisationen aus den Niederlanden und Deutschland in Swalmen zusammen, um ihre Zusammenarbeit in der Praxis zu testen.

Am Schwimmbad in Swalmen (NL) lernten die Teilnehmenden die Ausrüstung, Arbeitsweisen und Techniken der jeweils anderen bei der Bekämpfung von Naturbränden kennen. Die Gemeinde Roermond stellte das Übungsgelände zur Verfügung.

Während der Übungstage arbeiteten die Teilnehmerinne und Teilnehmer unter anderem mit mobilen Kommandoposten, Drohnen und Fahrzeugen für schwer befahrbares Gelände. Die Feuerwehr stellte verschiedene Methoden zum Anlegen von Haltelinien vor. Darüber hinaus zeigte die „Handcrew Zuid-Nederland“, wie mit Handwerkzeugen und ohne Löschwasser eine Haltelinie angelegt werden kann, und, wie Gegenbrände als Vegetationsbrandbekämpfungstaktik eingesetzt werden können.
Das Team „Digitale Erkundung“ zeigte außerdem, wie Drohnen aus der Luft schnell Informationen über die Lage und das Gelände liefern können. Der deutsche Fire Fighter, wurde als Beispiel für ein Fahrzeug vorgestellt, mit dem sich Naturverwalter in unwegsamem Gelände fortbewegen und eine nasse Stopplinie anlegen können.

Naturbrandbekämpfung macht nicht an der Landesgrenze Halt 

Ein Waldbrand oder Naturbrand hält sich nicht an Ländergrenzen. Deshalb ist es wichtig, dass niederländische und deutsche Organisationen sich kennen, verstehen, wie die andere Seite arbeitet, und bei Bedarf effektiv zusammenarbeiten können.

„Die grenzübergreifenden Übungen tragen dazu bei, dass praktisches Wissen zwischen den zuständigen Organisationen ausgetauscht und in die Fläche gebracht wird. So können zum Beispiel Erkenntnisse über unterschiedliche Verfahrensweisen und technische Voraussetzungen im Grenzgebiet gewonnen werden, die dazu beitragen, im Ernstfall wertvolle Zeit zu gewinnen“ erklärt Karen Jänicke, Mitarbeiterin für Naturbrandmanagement und Waldbrandprävention im Regionalforstamt Niederrhein. „Heute haben wir zum Beispiel erfahren, dass in verschiedenen Ländern auf den Löschfahrzeugen unterschiedliche Schlauchsysteme verwendet werden, die nur mit speziellen Kupplungsstücken verbunden werden können“, so Jänicke. Diese Kupplungen könnten nun beschafft und auf den Einsatzfahrzeugen mitgeführt werden, ein weiterer, wichtiger Schritt in der grenzübergreifenden Naturbrandbekämpfung. 

Die Zusammenarbeit geht über die reine Brandbekämpfung hinaus. Auch die Vorbeugung von Naturbränden, Ortskenntnisse und der Austausch von Informationen spielen eine wichtige Rolle. Naturverwalter können beispielsweise die Feuerwehr bei einem Einsatz mit ihren Ortskenntnissen unterstützen. Umgekehrt hilft das Wissen über die Arbeitsweise der Feuerwehr den Naturverwaltern, Entscheidungen während eines Einsatzes besser nachzuvollziehen. 

Durch gemeinsame Übungen, den Austausch von Wissen und das Testen gemeinsamer Absprachen in der Praxis sind Organisationen auf beiden Seiten der Grenze besser auf Naturbrände vorbereitet.

Die Übungstage wurden von der Arbeitsgruppe „Übungen“ des Projekts Natu(u)rbrandmanagement organisiert. Alle Projektpartner waren an der Organisation beteiligt. Auch die Bosgroep Zuid-Nederland leistete einen wichtigen Beitrag zur Vorbereitung und Organisation der Übungstage.

Über Natu(u)rbrandmanagement

Die Kooperationsübungen sind Teil des Projekts Natu(u)rbrandmanagement. Im Rahmen dieses Projekts arbeiten Feuerwehren und Naturverwalter aus Nord-Limburg und Nordrhein-Westfalen gemeinsam daran, um das Risiko von Naturbränden zu verringern und besser in der Lage zu sein, diese zu bewältigen. Dabei geht es um die Vorbeugung von Naturbränden, den Austausch von Wissen und die Bekämpfung von Naturbränden.

Wald und Holz NRW ist mit dem Regionalforstamt Niederrhein aktiver Partner im Projekt „Natu(u)rbrandmanagement“ des Interreg VI A Programms Deutschland-Nederland. Grenzübergreifende Übungen sind neben Aufklärungsarbeit, waldbaulichen Maßnahmen und Anpassung der (Wald)Infrastruktur ein wichtiger Teil der Umsetzung.

Das Projekt Natu(u)rbrandmanagement läuft von Oktober 2024 bis Ende 2027 und wird im Rahmen des Interreg VI A Programms Deutschland-Nederland und von der Europäischen Union, dem MWIKE NRW und der Provinz Limburg mitfinanziert.

Weitere Informationen zum Projekt und zu den Fortschritten finden Sie auf der Projektwebsite: www.nabram.eu.