Wie viel Wildnis braucht der Mensch - Wald & Holz Skip to main content

Wie viel Wildnis braucht der Mensch

Arnsberger Waldforum 2014 bietet erstmals umfassende Betrachtung der neuen deutschen Wildnis

12.11.14Pressemitteilung

Wildnis polarisiert. Unverzichtbar oder Überflüssig? Artenschutz oder Klimaschutz? Vernichtung forstlicher Arbeit oder Schutz wertvoller Biotope? Das Arnsberger Waldforum hat es geschafft, viele verschiedene Positionen, die zwischen Träumerei und Weltrettung stehen, an zwei Tagen spannend und nachvollziehbar herauszuarbeiten. Dies gelang vor allem durch die durchdachte Auswahl der Referenten und Referentinnen. Experten aus dem Bereich Holznutzung, Naturschutz, Touristik, Umweltbildung und Ethik sowie Vertreter aus Privat- und Staatswald brachten ihre ganz eigenen Sichtweisen mit. Für 180 Zuhörerinnen und Zuhörer die der Einladung gefolgt sind, bot sich eine 360 Grad Betrachtung der Wildnis, wie sie bisher noch nicht stattgefunden hat.

Gruppenfoto
Die aus ganz Deutschland und der Schweiz angereisten Dozenten und Dozentinnen deckten die gesamte Bandbreite der mögliche Wald und Wildnis Interessen ab. Foto v.l.: Dr. Eberhardt Piest (Leiter der Gräflich Spee'schen Forstverwaltung), Stefan Meier (Prokurist der Grube –Gruppe), Günther Dame (Wald und Holz NRW), Josef Tumbrinck (Vorsitzender NABU NRW), Michael Blaschke (Wald und Holz NRW), Karin Hindenlang Clerc (Geschäftsführerin Wildnispark Zürich), Prof. Dr. Hans Dieter Knapp (Bundesamt für Naturschutz), Dr. Joachim Hamberger (Vorsitzender des Vereins für Nachhaltigkeit), Prof. Ulrich Schraml (Universität Freiburg, Vorsitzender PEFC Deutschland), Elke Hübner-Tennhoff und Thilo Wagner (Wald und Holz NRW), Andreas Wiebe (Leiter Wald und Holz NRW), Mira Ernst (Studentin), Hubertus Flötotto (Präsident des Deutschen Holzwirtschaftsrates und Geschäftsführer der Sauerländer Spanplatte), Anne Flöper (Studentin), Dr. Björn Seintsch (von-Thünen-Institut), Marc Nottelmann (Student)

Wildnis in NRW

Das Wildnis weder reine Träumerei ist, noch allein die Welt retten kann, stellte Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW im ersten Fachvortrag der Veranstaltung klar. Wildnis ist für Wald und Holz NRW ein fester Teil der Betriebsstrategie geworden. Für den Referenzbetrieb mit dauerhaft naturnah bewirtschafteten Flächen, sind Wildnisgebiete der richtige Lückenschluss zu einer Waldbewirtschaftung mit ganzheitlicher Betrachtung.

Er stellte außerdem klar, dass Forstleute nicht nur in der Betreuung der Wildnisgebiete das notwendige Knowhow mitbringen, sondern auch die Thematik in die Öffentlichkeit transportieren können.

Die erfolgreiche Umsetzung der Prozessschutzziele in NRW bestätigte Josef Tumbrinck, Vorsitzender des Naturschutzbundes (NABU) NRW. Wald und Holz NRW habe bereits mehr als 10 % der landeseigenen Waldflächen aus der Nutzung genommen und damit die politischen Zielsetzungen erfüllt. Diese sind nicht nur in der Biodiversitätsstrategie des Bundes von 2008 formuliert, sondern auch in der kürzlich von Landesumweltminister Johannes Remmel vorgestellten BioDiv-Strategie des Landes festgehalten. Wald und Holz NRW habe "seine Hausaufgaben gemacht", sollte die Sicherung der Artenvielfalt im Wald weiterentwickeln, zum Beispiel durch Ankauf und Arrondierung von ertragsschwachen, aber naturschutzfachlich bedeutenden, Wäldern.

Das habe nichts mit Träumerei zu tun, so Tumbrinck. Vielmehr ist die Forderung eine Antwort auf die aktuellen Probleme und Fehlentwicklungen im Deutschen Wald. Beispielsweise der mit 2,6 % geringe Flächenanteil alter Wälder, über 160 Jahre. Alte Buchenwälder fände man sogar nur auf 0.2 % der Fläche. Oder die massiven Stickstoffeinträge wie im Münsterland, die den Charakter nährstoffarmer Standorte zerstören.

Tumbrinck appellierte an Forst und Waldbesitz, das Thema Wildnis als Chance zu ergreifen. Denn Wildnis böte einen Zugang gerade zu den Menschen im urbanen Raum, über den auch die nachhaltige Forstwirtschaft vermittelbar sei. Angesichts der zunehmenden kritischen Wahrnehmung von Baumfällungen eine besondere Herausforderung.

Was genau ist eigentlich Wildnis?

Die Diskussionen um und zum Thema Wildnis sind nicht selten müßig, da in jedem Kopf ein anderes Bild der Wildnis herrscht. Eine feste Definition, ein genaues Bild, gibt es eigentlich nicht. Die vorhandenen Bilder, sind oft durch wild-romantische Szenen aus Übersee geprägt. Das genau diese Sichtweise das Problem ist, verdeutlichte Prof. Ulrich Schraml, Dozent an der Universität Freiburg, in seinem Vortrag. Viel zu oft driften Diskussionen in Deutschland in amerikanisch geprägte Schutzgebietsdiskussionen ab. Wildnis im Sinne des "Wilden Westens" der neuen Welt gebe es bei uns aber nicht mehr. Deswegen müsste der Fokus neben den Großschutzgebieten, auch auf den kleinen, über das Land verstreuten Flächen liegen. Schraml verlangt, den oft zu eng gefassten Begriff aufzubohren und mehr Möglichkeiten zum Prozessschutz in Betracht zu ziehen.

Interessant: Eine Umfrage zum Thema Wildnis hat ergeben, dass der Wildnis-Charakter bei Waldbesuchern subjektiv überwiegend von eindrucksvollen Landschaftsreliefs, Felsen und Wasser abhängt. Das Alter der Bäume, geschweige denn die Strukturen eines Waldes, spielen kaum eine Rolle.

Kritisch sieht Schraml die Stilllegung hochproduktiver Standorte im Staatswald. Denn auch in NRW gibt es zahlreiche private Waldflächen, die seit langem, zum Teil aus Unkenntnis, nicht mehr bewirtschaftet werden. Anstatt diese in den Wildnis-Fokus zur rücken, wird auch auf standortsbedingt ertragsschwachen Wäldern, aufwendige Holzmobilisierung betrieben.

Kosten und Nutzen von Wildnis

Nach der Pause bilanzierte Dr. Björn Seintsch vom Thünen-Instiut Waldwildnis aus Forstökonomischer Sicht. Während eine Kosten Nutzen Analyse für die Bereitstellung und Vermarktung Rohholz ohne Probleme möglich ist, kann Wildnis nur schwer monetär bewertet werden.

Doch im Sinne einer Wohlfahrtsökonomie müsste genau diese Berechnung stattfinden. Hat Wildnis wirklich einen Mehrwert für die Menschen, der den reinen Nutzwert überwiegt? Schwierig bis kaum zu beantworten. Einfach hingegen die Kosten des Nutzungsverzichtes. Das 5 % Ziel der Bundesregierung würde bundesweit einen Einschlagsrückgang von 2,3 Mio. Festmetern und einen Verlust von aktuell 84 Mio. € bedeuten. 10 % Stilllegung schlagen mit 6,3 Mio. FM und 228 Mio. € zu Buche, so die Berechnungen des Thünen Institutes

Best-Practice Beispiele zeigen, die Investitionen können sich lohnen. Karin Hindenlang Clerc stellte den Wildnispark Zürich vor. Die 1200 Hektar große Fläche zieht jedes Jahr 450.000 Besucherinnen und Besucher an, so die Geschäftsführerin des Parks. Sie ist überzeugt: Wildnis kann nicht gestaltet, sondern nur zugelassen werden. Trotzdem brauche auch das Non-Management ein durchdachtes Management. Damit Wildnis, Naturschutzziele und Erholung auf einer Fläche funktionieren, sind rechtliche Grundlagen, verschiedene Zonierungen, Besucherlenkung und Information sowie Wegeunterhalt und Konfliktmanagement nötig. 26 Mitarbeitende und 30 Saisoniers und Freiwillige engagieren sich dafür in der 1994 gegründeten Stiftung.

Ist die oft mit Wildnis verbundene Sorge um Arbeitsplätze damit unbegründet?

Dr. Eberhard Piest der Gräflich von Spee'schen Forstbetriebe und auch Hubertus Flötotto Präsident des deutschen Holzwirtschaftsrates und Geschäftsführer der Sauerländer Spanplatte sehen das anders. Innovativer Holzbau, Kaskadennutzung, klimaneutrale energetische Nutzung. Der nachwachsende Rohstoff Holz kann fast alles. Holz vereint für die Zukunft notwendige Eigenschaften, die nur wenige Rohstoffe bieten können. Die Holznachfrage steigt und gerade die heimischen Sägewerker seien auf die Versorgung mit regionalem Rohholz angewiesen. Durch Ausweisung großer Pozessschutzflächen wird das nicht mehr üppige Angebot weiter verknappt. Und bis 2030 wird es nach bisherigen Prognosen einen Holzmangel von bis zu 230 Mio. FM Rohholz im europäischen Raum geben. Demgegenüber stünden wenig stichhaltige wissenschaftliche Erkenntnisse, über den Nutzen von Wildnis für den Artenschutz.

Auch Piest regte an, ob eine multifunktionale Forstwirtschaft, die die Integration von Nutz- Schutz und Erholungsfunktion auf einer Fläche für sich in Anspruch nimmt, sich nicht schon als erfolgreich bewiesen hat. In der Wildnisdebatte sieht er die Gefahr, einer romantisch verklärten Sicht auf die Natur. Für Piest stellt sich die Frage, ob Wildnis nicht nur das schlechte Gewissen einer nicht nachhaltigen Gesellschaft ist. Für die meisten Menschen sei auch der nachhaltig bewirtschaftete Wald Wildnis, eine extra Ausweisung sei nicht nötig, so Piest. Der große Nutzungsverzicht, steht für ihn außerdem im Kontrast zur dringenden Notwendigkeit, den Einsatz fossiler Brennstoffe zu reduzieren. Richtige Wildnis sollte lieber in Ländern realisiert werden, die entsprechend große Flächen bereitstellen können.

Die Sorge um unverhältnismäßige Belastung der öffentlichen Haushalte durch die Stilllegung von Waldflächen konnte Rudolf Hansknecht von Wald und Holz NRW zerstreuen. Speziell die Wildnisgebietsausweisung in NRW, könnte im Bezug auf den Landeshaushalt nicht einmal im Promillebereich dargestellt werden.

Ganz im Gegensatz zu den befürchteten finanziellen Einbußen, stehen die Ergebnisse der Outdoor –Branche in den letzten Jahren. Für Stefan Meier (Fa. Grube) ist klar, die zunehmende "Landlust", gerade der Stadtbevölkerung, bringt neue Kundschaft für Trekking- Ausstatter. Von 2001 bis 2014 habe sich das Finanzvolumen des Outdoormarktes in Deutschland fast verdreifacht. Doch woher kommen plötzlich die tausenden potentiellen Everest-Besteiger? Der Prokurist der Grube Gruppe sieht in dem zunehmenden Wildnis Trend, das Symptom einer zivilisationsgeschädigten Gesellschaft. Wildnis als Zufluchtsort, aber häufig nur in den Köpfen der Menschen. Wie ist es sonst zu erklären, dass ein Großteil der "Jack-Wolfskin" ausgestatteten Touristen ihren Urlaub in einem All-Inclusive Hotel verbringen. Zusammen mit den High-Tech Campern machen beide Gruppen über die Hälfte des Kundenkreises aus.

Die Natur machen lassen

Für Professor Dr. Knapp vom Bundesamt für Naturschutz geht die reine Kosten-Nutzen Debatte am eigentlichen Ziel vorbei. Prozessschutzflächen sind für ihn, auch im dicht besiedelten NRW, Keimzellen neu entstehender Naturräume, die sich selber gestalten. Wildnis ist eine Absage an die Arroganz des Menschen. Mit diesem Zitat von Aldo Leopold brachte er seine Ansicht auf den Punkt. Menschen können die zerstörten Naturräume wie Urwälder nicht wiedererschaffen. Das einzige was der Mensch der Natur geben könne, sei Zeit. Und die werde unbedingt benötigt. Denn in den, auch naturnah, bewirtschafteten Wäldern, fehlen zusammenhängende Flächen, auf denen ein Wald alle Entwicklungsstadien durchleben könne. Terminal- und Zerfallsphase fehlen und damit auch die Tier und Pflanzenarten, die auf diese Phase der Waldentwicklung angewiesen sind.

Neben dem Schutzbestreben habe die Natur aber auch einen Eigenwert, der jenseits der menschlichen Bewertung erhaltenswert ist. Auch wenn diese Bestrebung im ersten Moment ein wenig abstrakt scheint, findet sie ihren Niederschlag sogar im aktuellen Bundesnaturschutzgesetz (§1).

Auch für Dr. Joachim Hamberger, Vorsitzender des Vereins für Nachhaltigkeit, steht die Kosten-Nutzen-Bewertung nicht im Vordergrund. Für Hamberger stehen Wildnisentwicklung und die menschliche Entwicklung in enger Verbindung. In einer digitalen Welt, verkümmere ein Teil der Wahrnehmung vieler Menschen. Vor den Bildschirmen spielen fühlen, riechen, schmecken keine Rolle mehr. Und damit verkümmere auch ein Teil der Persönlichkeit. Wir seien darauf getrimmt, alles zu wissen und jederzeit abrufen zu können. Was aber auf der Strecke bleibe, ist die Erkenntnis über das eigene Ich. Was häufig fehlt, sei der Weg durch Gefühl zur Erkenntnis und nicht durch Wissenschaft. Und genau das könne Wildnis. Dazu darf sie aber nicht nur auf Forstwegen durchwandert werden, sondern muss angefasst werden dürfen. Damit erreichen wir die Wildnis in uns, einen nicht durchdachten, selbst gewachsenen Teil unseres Bewusstseins.

Und nicht zuletzt müssten wir uns der Verantwortung, die wir selber für die Zukunft tragen bewusst sein. Menschen in 1000 Jahren werden sich nur wenig für heutige Wirtschaftskrisen oder selbst Kriege interessieren. Für die Ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen aber schon. Und dazu zähle auch die biologische Vielfalt.

Den Kreis der Betrachtung schloss Prof. Wolfgang Huber, Mitglied des deutschen Ethikrates und ehemaliger Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche. In seinem Vortrag hob er das Thema von der Wildnis auf die Nachhaltigkeitsebene. Er sieht die Notwendigkeit einer zukunftsfähigen Definition von Nachhaltigkeit. Die grenzenlosen Möglichkeiten unserer Zeit haben häufig einen grenzenlosen Verbrauch unserer Ressourcen zur Folge. Demnach hängt Nachhaltigkeit stark davon ab, wie wir unsere Freiheiten nutzen. Huber appelliert: "Mach von Deiner Freiheit nur so viel Gebrauch, dass die nachfolgenden Generationen dieselbe Freiheit in Anspruch nehmen können".

Es sei die große Aufgabe, mal etwas zu lassen und nicht immer zu meinen man müsste es Verändern.

Auch auf dem Forum galt: einfach mal entwickeln lassen

Mit einem überraschend anderen Einstieg, eröffnete der zweite Tag der Veranstaltung. Ein studentisches Trio inszenierte eine "Reflexion der anderen Art". Anne Flöper, Mira Ernst und Marc Nottelmann (Studenten verschiedener Wirtschaftswissenschaften) zogen eine kurze Bilanz des ersten Tages. Weder angekündigt, noch vorgestellt, hatte sie sich über das Foyer verteilt, so dass das Auditorium sich in dieser Vortrags-Wildnis erst einmal zurechtfinden musste. Die aufgekommenen Fragen ließen Sie sich anschließend von den anderen Dozenten sowie von den Gästen beantworten.

In den Frage- und Diskussionsrunden, geleitet von Michael Blaschke, Pressesprecher bei Wald und Holz NRW, gelang es, weitere Sichtweisen zu sammeln und mögliche Positionen zu definieren.

Dabei gab es immer wieder interessante Anregungen aus dem Publikum. Besonders präsent: die Sorge der privaten Waldbesitzer, zukünftig Flächen für die Wildnis bereitstellen zu müssen. Denn schließlich leisteten sie auch so schon einen sehr großen Beitrag zum Allgemeinwohl, der oft nicht berücksichtigt würde. Doch diese Sorge sei unbegründet, so die behördlichen Vertreter von Wald und Holz NRW und BfN.

Der Hinweis auf die notwendige, extrem langfristige Sicherung der Wildnisgebiete und der daraus resultierenden Sicherung auf landeseigenen Flächen stieß überraschenderweise nicht nur auf Verständnis. Denn schließlich sind gerade im Privatbesitz naturschutzfachlich wertvolle Flächen, die auch von den potentiellen Erben der Eigentümer wertgeschätzt werden.

In dieser Diskussion, kristallisierte ein wesentliches, vorher nicht abzusehendes Teilergebnis. Die Frage ob Wildnis gut oder schlecht ist, berechtigt oder unberechtigt, stellt sich nicht so sehr. Die Entscheidung, Wälder aus der Nutzung zu nehmen, muss aber bei den Flächeneigentümern liegen. Eine zu massiv eingreifende Naturschutzpolitik wird als Enteignung empfunden, schürt Ängste und hat damit zum Teil gegenteilige Wirkung als beabsichtigt. Der Wunsch der Selbstbestimmung ist daher nachvollziehbar. Doch wie hoch ist das Risiko des Scheiterns eines auf Jahrhunderte ausgelegtes Naturschutzkonzept, wenn fast willkürlich entschieden werden kann, den Wald wieder zu bewirtschaften. Wir können die Zeit nicht beschleunigen, nicht ersetzen. Jahrhunderte des "sich entwickeln Lassens" können in wenigen Minuten zunichte gemacht werden.

Weitere Bilder

Gruppenfoto
Menschen im Publikum
Menschen im Publikum
Person am Redepult
Baum aus Pappe mit angehängten Zetteln
 

Was bleibt

Wald ist mehr als die Summe seiner Bäume. Er erfüllt Funktionen, die wir zum Teil gar nicht kennen und schafft Verbindungen, die wir nur schwer rational fassen können.

Wildnis bleibt für viele Menschen leider vor allem ein Bild im Kopf, oft romantisch verklärt. Ob dieses sich mit der Realität der fachlich geführten Wildnis-Diskussion deckt bleibt fraglich.

Wie viel Steuerung durch Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, Förster, Forstwissenschaftler, Umweltbildner und Behörden benötigt Wildnis? Diese Frage kann zurzeit nicht beantwortet werden, denn Wildnis im 21. Jahrhundert zu realisieren ist Neuland für alle Beteiligten.

Deutlich wurde, dass alle Beteiligten daran arbeiten müssen, den Menschen das Konzept Wildnis verständlich zu machen, mit allen Vor- und Nachteilen und Sie selbst entscheiden zu lassen. In Zeiten ausgelagerter Rohstoff und Produkterzeugung außerhalb der alltäglichen Wahrnehmbarkeit, kann die Erkenntnis der eigentlich natürlichen Prozesse der erste Schritt sein, über unseren Lebensstil nachzudenken.

Differenzen wird es weiter geben. Für eine erfolgreiche Wildnis-Zukunft wird der dauerhafte Dialog nötig sein, Ängste, Sorgen und Bedenken müssen ernst genommen werden.

Parallel zum Arnsberger Waldforum fand in diesem Jahr ein Fotowettbewerb statt. Die 10 prämierten Fotos wurden in einem Nebenraum präsentiert.

Weitere Informationen

Eindrücke in Bildern

Nicht verpassen! Am 5. und 6. November 2015 lädt Wald und Holz NRW zum nächsten Arnsberger Waldforum ein. Veranstaltungsort ist auch dann wieder das Forstliche Bildungszentrum des Lehr- und Versuchsforstamtes Arnsberg.


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