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Japanische Esskastaniengallwespe

22.06.16Pressemitteilung

- 2013: erster Fund im öffentlichen Grün in NRW
- 2014: Meldepflicht aufgehoben
- 2016: erstmals auch nordrhein-westfälische Waldflächen betroffen

Im Juni 2013 wurde in den Städten Neuss und Bottrop-Kirchhellen erstmals in NordrheinWestfalen die ausschließlich an Esskastanien vorkommende japanische Esskastaniengallwespe (Dryocosmus kuriphilus) im privaten und öffentlichen Grün nachgewiesen. In Laufe der letzten Jahre hat sich die Wespe in ganz NRW verbreitet. In 2016 wurde der erste Befall in Waldflächen am Niederrhein festgestellt.  

Blätter mit Beulen
Aus Neuss stammende, befallene Kastanienblätter

Die wegen ihrer Gefährlichkeit von der EU 2006 als Quarantäneschadorganismus eingestufte Gallwespe stammt ursprünglich aus Südchina und wurde vermutlich mit infizierten Pflanzen im Jahre 2002 in Cuneo (Piemont) in Europa eingeschleppt. Seitdem hat sich die Wespe kontinuierlich ausgebreitet. In Deutschland wurde in 2012 Befall in Sachsen und Thüringen (priv. und öffentliches Grün) und in 2013 in Mannheim (Waldflächen) bekannt.

Schaden und Symptome 

Die Gallenbildung an den Knospen verursacht ein reduziertes Zweigwachstum, deformierte Blätter und eine Verringerung des Fruchtertrages. Durch die reduzierte Blattmasse wird die Photosyntheseleistung herabgesetzt und infolge dessen kommt es zu Zuwachsverlusten. Der verringerte Fruchtertrag hat in den bisherigen Befallsgebieten z. B. in den USA in kommerziellen Erntebeständen zu Ernteeinbußen bis zu 70 % geführt. Auch in Italien ist in den betroffenen Gebieten die Kastanienfruchtproduktion akut gefährdet. Befallene Bäume sterben nicht ab.    

 

Gegenmaßnahmen und Bekämpfung   

Eine aktive Bekämpfung der Esskastaniengallwespe ist sehr schwierig. Am aussichtsreichsten erscheint der Einsatz von Parasitoiden. So konnten in Japan mit Hilfe der Wespe Torymus sinensis gute Bekämpfungserfolge gegen D. kuriphilus erzielt werden. Diese Form der biologischen Bekämpfung wird nun auch in Italien erfolgreich praktiziert. Es wäre zu prüfen, ob das Aufstellen eines Insektenhotels zur Anreicherung heimischer Schlupfwespen nützlich sein könnte.    

 

Ursprüngliche Meldepflicht wurde aufgehoben

Die Maßnahmen gemäß der Entscheidung 2006/464/EG der Kommission haben die Ausbreitung der Japanische Esskastanien-Gallwespe nicht verhindert, wie aus den jährlichen Erhebungen der Staaten hervorgeht. Diese Erhebungen zeigen auch, dass diese Wespe in einem großen Teil ihres möglichen Ansiedlungsgebiets im Hoheitsgebiet der Union weit verbreitet ist. So wurde u.a. wegen dieser Aspekte die Meldepflicht am 30.09.2014 aufgehoben.

Durchführungsbeschluss: 2014/690/EU vom 30. September 2014


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