Feuerbakterium bringt in Apulien tausende Olivenbäume um - Wald & Holz Skip to main content

Feuerbakterium bringt in Apulien tausende Olivenbäume um

Bakterium ist auch für Eichen gefährlich - bisher kein Befall in NRW

19.01.17Pressemitteilung

Im Herbst 2013 wurde in der Region Apulien in Italien das großflächige Absterben tausender Olivenbäume beobachtet. Bei Tests konnte das Bakterium Xylella fastidiosa, auch bekannt als Feuerbakterium, nachgewiesen werden. Das Bakterium stammt ursprünglich aus Amerika und wurde vermutlich mit infizierten Kaffeepflanzen in die EU eingeschleppt.  

Zikade
Zikade (Foto: Cheryl Moorehead, Bugwood.org)

Aufgrund der schnellen Ausbreitung und der zahlreichen Wirtspflanzen, stellt das Bakterium eine große Gefahr, nicht nur für den Olivenanbau, dar. Im Sommer 2015 gab es die ersten positiven Funde auf Korsika und entlang der französischen Küste. Im Sommer 2016 wurde nun auch das erste Auftreten von Xylella fastidiosa in Deutschland (Sachsen) bestätigt.

 

 

Schaden und Symptome

Das Bakterium besiedelt die Leitungsbahnen der Wirtspflanzen und sorgt so für eine Unterbrechung des Wasser-und Nährstofftransports. Die Folge sind eher unspezifische Symptome, die in ähnlicher Form auch bei Nährstoff- oder Wassermangel beobachtet werden können. Es kommt zunächst zu Verfärbungen, die meist am Blattrand oder der Blattspitze beginnen. Anschließend werden die Blätter braun und sterben ab. In einigen Fällen zeigt sich ein schmaler, aber deutlich abgegrenzter gelber Rand zwischen dem befallenen und dem noch gesunden Blattteil. In der Regel sind alle Blätter eines Zweiges befallen. Übertragen wird Xylella fastidiosa durch pflanzensaftsaugende Zikaden, die das Bakterium aufnehmen und direkt im Anschluss an andere Pflanzen weitergeben können. Die Bakterien vermehren sich im Darm der Zikade, so dass eine Zikade den Erreger ihr ganzes Leben lang übertragen kann.

Gegenmaßnahmen und Bekämpfung

Maßnahmen, um eine Einschleppung und Ausbreitung des Feuerbakteriums zu vermeiden, wurden deutschlandweit getroffen. In den Bundesländern werden Monitoringprogramme bei Firmen welche Wirtspflanzen importieren durchgeführt, um einen möglichen Befall frühzeitig erkennen und bekämpfen zu können. Im Falle von verdächtigen Symptomen werden genauere Untersuchungen durchgeführt, um einen Befall zu bestätigen oder auszuschließen. Sollte sich ein Befallsverdacht bestätigen, werden Schritte zur Tilgung des Bakteriums ergriffen, wie Vernichtung befallener Pflanzen und die intensive Kontrolle von weiteren möglichen Wirtspflanzen.

Gefahr für den Wald

Auch unsere heimische Eiche, Bergahorn und Vogelkirsche stehen auf der Liste der Wirtspflanzen von Xylella fastidiosa. Zwar wurde zunächst angenommen, dass das Bakterium vorzugsweise in wärmeren Regionen mit milden Wintern vorkommt, dennoch wurde inzwischen auch ein Befall an Eichen in Kanada, und somit einer mit Deutschland vergleichbaren Klimaregion festgestellt. Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass sich das Feuerbakterium nach einer Einschleppung auch in Deutschland ausbreiten kann. Sollten sich Befallspunkte in der Nähe von Waldflächen ergeben, wird ein waldspezifisches Monitoringprogramm aktiviert und ggf. Maßnahmen eingeleitet werden, um diesem Schaderreger keine Möglichkeit zur Ansiedlung und Ausbreitung zu geben.

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Pressekontakt

Wald und Holz NRW
Dr. Mathias Niesar
Steinmüllerallee 13
51643 Gummersbach

Tel.: 02261/7010-310
Mobil: 0171/5870020
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