Bursaphelenchus xylophilus – der Kiefernholznematode - Wald & Holz Skip to main content

Bursaphelenchus xylophilus – der Kiefernholznematode

Sehr kleiner Fadenwurm mit großem Schadpotential

01.09.17Pressemitteilung

Der mit bloßem Auge nicht sichtbare Fadenwurm Bursaphelenchus xylophilus ist in der EU nach Durchführungsbeschluss 2012/535/EU als Quarantäneschadorganismus eingestuft. Er zählt zu den gefährlichsten Kiefernschädlingen weltweit. Vor 100 Jahren wurde er nach Japan verschleppt und kommt mittlerweile auch in China, Taiwan, Korea und seit 1999 auch in Portugal vor.

Kiefernholznematoden
Bursaphelenchus xylophilus Nematoden (Foto: Thomas Schröder)

Bursaphelenchus xylophilus (B.x.) ist ein aus Nordamerika stammender und eingeschleppter Fadenwurm (Nematode), dessen Leben für das bloße menschliche Auge nicht wahrzunehmen ist. Er befällt Kiefern und lebt parasitär.

Da er sich selber nicht von Baum zu Baum bewegen kann braucht er ein Taxi (Vektor). Dieser Vektor ist  in Mitteleuropa vor allem das Weibchen des Bäckerbockkäfers* (Gattung Monochamus sp.).

Bäckerbockkäfer
Bäckerbockkäfer, Gattung Monochamus sp. (Foto: Thomas Schröder)

Schaden und Symptome

Ist erst einmal ein Nadelbaum von Fadenwürmern befallen, verschleppen bestimmte Bockkäferarten  diese Winzlinge (< 1 mm) von Baum zu Baum. Dies geschieht folgendermaßen: Sobald ein Käfer einen Baum zur Eiablage oder für einen Reifungsfraß aufsucht, überträgt dieser den Schadorganismen - der Baum ist mit B.x. infiziert. Im Baum angekommen ernährt sich der Nematode zunächst von einem ebenfalls vom Käfer übertragenen Pilz.

Nach kurzer Zeit beginnt er lebende Holzzellen der Kiefern durch Saugen zu schädigen. Die Kiefer versucht die Nematoden mit Harzausschüttungen abzuwehren, was ihr allerdings nicht gelingt, da Harz B.x. nichts anhaben kann. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Welkeerscheinungen und schließlich zum Absterben der befallenen Kiefern.  Bei uns hat die Waldkiefer (Pinus sylvestris) das höchste Befallsrisiko.

Abgestorbene See-Kiefer
Abgestorbene See-Kiefer, Pinus pinaster (Foto: Thomas Schröder)

Wie finden nun die Fadenwürmer junge Käfer? Die  Kiefernnematoden werden durch chemische Stoffe kurz vor dem Schlüpfen der Käfer an die Puppenstube gelockt. Wenn diese Schlüpfen streifen sich die Nematoden von der Holzwand an die Käfer ab.

B.x. verweilt unter deren Flügeln oder in deren Atmungsorganen, bis der Bäckerbock am nächsten Baum landet, wo die Nematoden auf den Baum übertragen werden.

Quarantänemaßnahmen

Nordamerika, Japan, China, Taiwan und Korea gelten als B.x.-Befallsgebiete. Alle von dort importierten Nadelhölzer gelten als potentiell gefährlich. Da das EU-Land  Portugal in Gänze als B.x.-Befallsgebiet gilt und auch in Spanien wegen festgestellter B.x. Vorkommen bereits Quarantänezonen ausgewiesen werden mussten, ist auch beim  „Innergemeinschaftlichen Verbringung“ Vorsicht geboten.  Wenn ein Befall festgestellt wird, wird um die Befallszone ein Puffer von 20km eingerichtet, in welchem befallene Bäume gefällt und vernichtet werden. In einem 500m Radius um jeden befallenen Baum wird vorsorglich jeder potenzielle Wirtsbaum gefällt und vernichtet.

IPPC Standard - ISPM-15

Werden aus befallenen Kiefern Bretter gesägt und daraus Holzverpackungen hergestellt, kann B.x., im Holz und unter den Flügeldecken der sich im Holz befindlichen Käfer, von Land zu Land verschleppt werden.  Aber auch Käferpuppen innerhalb befallenen Holzes sind potentielle Gefahrenherde, da sich diese Nematoden, von Duftstoffen der Puppen angelockt, zu den Puppenwiegen hin bewegen um dort unter die Flügeldecken der frisch geschlüpften Käfer zu gelangen.

Insofern müssen alle Verpackungshölzer ISPM-15 konform behandelt werden. Wenn diese Behandlung ordnungsgemäß durchgeführt wird, besteht keine Gefahr für eine Verbringung dieses gefährlichen Schadorganismus.

Monitoring-Falle
Monitoring-Falle für den Bäckerbockkäfer (Foto: Ralf Homburg)

Monitoring

Alle EU-Mitgliedsstaaten führen jährliche Erhebungen zu einem möglichen Vorkommen von B.x. durch, um sicher zu stellen, dass innerhalb Europas nicht noch weitere Befallsherde entstehen.

Im Nordosten und Westen NRWs werden an zwei Standorten, mittels aufgestellter Fallen und ausgebrachter Lockstoffe das Vorkommen von Bäckerbockkäfern überwacht. Die Fallen stehen in unmittelbarer Nähe von Kiefernbeständen, welche als potentielles Befallsgebiet gelten. Gefundene Käfer werden auf Befall mit Nematoden hin untersucht. Bisher wurde kein B.x. festgestellt.

*EPPO quarantine pests; Data Sheets on Quarantine Pests – Bursaphelenchus xylophilus; Prepared by CABI and EPPO for the EU under Contract 90/399003

Bearbeitung: M. Niesar, R. Schlößer, R. Thalmann (2017)

Weitere Informationen

Wald und Holz NRW

Frau Romina Thalmann
SPA Waldschutzmanagement
Steinmüllerallee 13
51643 Gummersbach
Tel: 02171-3400927
info@forstschutz.nrw.de

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Stefan Befeld
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