Auf der Jagd nach versteckten Schädlingen - Wald & Holz Skip to main content

Auf der Jagd nach versteckten Schädlingen

Erster Importmarathon zum Schutz heimischer Wälder in Köln

16.09.14Pressemitteilung

Experten von Wald und Holz NRW führen heute erstmals eine Vollaufnahme aller in Holz verpackten Warenimporte im Bezirk des Hauptzollamts Köln durch. Konkret wird kontrolliert, ob verbotenerweise im Holz lebende Schadorganismen als "blinde Passagiere" mit eingeführt werden. Dabei wird auch auf die Einhaltung der EU – Einfuhrbestimmungen geachtet. Kontrolliert wird am Niehler Hafen, am Flughafen Köln-Bonn und direkt bei den importierenden Unternehmen.

Person leuchtet mit Taschenlampe auf Kiste
Bereits am Morgen des Marathons wurde lebende Larven im Holz gefunden. (Wald und Holz NRW, M.Niesar)

Das Risiko der Einschleppung solcher Organismen hat sich in den letzten Jahrzehnten auf Grund der Globalisierung verhundertfacht. Problematisch sind vor allem Waren und Verpackungen aus Holz, sowie Paletten. In diesen reisen potentielle Schadorgansimen oft unbemerkt durch die Welt. "Die so mit den Warenströmen transportierten Schädlinge können eine tödliche Gefahr für unsere Bäume in NRW darstellen", warnt Dr. Mathias Niesar, Leiter des Waldschutzmanagements bei Wald und Holz NRW. Denn diese haben im Lauf der Jahrtausende zwar Abwehrmechanismen gegen die hier auftretenden Gefahren entwickelt. Den neu eingeschleppten Lebewesen, haben Sie oft nichts entgegenzusetzen.

Im ungünstigsten Fall können die Neuankömmlinge heimische Bäume in kürzester Zeit befallen, abtöten und sich vermehren. So hat sich ein mit bloßem Auge nicht sichtbarer Fadenwurm darauf spezialisiert, sich im Harz von Nadelbäumen, welches eigentlich zur Gefahrenabwehr produziert wird, fortzubewegen. Durch den Befall sterben die Bäume ab. Bei Laubbäumen wird der tödlich verlaufende Befall, sogar völlig gesunder Bäume, durch den Asiatischen Laubholzbockkäfer gefürchtet. Ganze Wälder können in kürzester Zeit betroffen sein. Für solche "Quarantäneschädlinge" gilt eine Null- Toleranzgrenze. Das Ziel der Waldschutz-Experten von Wald und Holz NRW ist es, den Import solcher Schädlinge zu verhindern. Denn hat es ein Einwanderer wie der Asiatische Laubholzbockkäfer in die heimischen Wälder geschafft, hilft oft nur noch der Kahlschlag betroffener Waldflächen, wie Erfahrungen aus Bayern zeigen.

Nicht alle holzverpackten Waren bergen dasselbe Risiko. Einige besonders kritische Warengruppen sind in einer "Risikowarenliste" aufgeführt. Ob diese aktuell ist oder ergänzt werden muss, wird ein Ergebnis der heutigen Aktion sein.

Der Importmarathon in Köln ist die erste pflanzengesundheitliche Vollkontrolle von Verpackungsholz in NRW. Weitere werden bis Ende 2015 über das Land verteilt folgen und wertvolle Erkenntnisse zur Bedrohungslage heimischer Wälder durch fremde Schadorganismen liefern.

Übrigens: Für Quarantäneschädlinge gibt es eine gesetzliche Meldepflicht. Wer im eigenen Garten oder in verpackten Waren Schädlinge wie den Asiatischen Laubholzbockkäfer entdeckt, sollte sich bei

  • Wald und Holz NRW (Tel: 02261-7010-312)
  • oder der Landwirtschaftskammer NRW (Tel: 0228-703-2122)

melden.

Weitere Bilder

Person leuchtet mit Taschenlampe auf Kiste
Zwei Personen kontrollieren Container

Hintergrund

Das Waldschutzmanagement ist eine Schwerpunktaufgabe von Wald und Holz NRW und beschäftigt sich mit allen Fragen zum Thema Wald- und Forstschutz. Insbesondere mit der Erforschung, Erkennung und Vermeidung von biotischen und abiotischen Gefahren für den Wald. Seine Zentrale gehört zum Forstamt Bergisches Land und befindet sich am Sitz des Forstamtes in Gummersbach. Zudem gibt es zahlreiche regionale Ansprechpersonen vor Ort in NRW.

Auch ausserhalb der Marathon-Initiative führen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Wald und Holz NRW Im- und Exportkontrollen von Holzverpackungsmitteln durch. Durch seine Im- und Exportkontrollen und die Zertifizierung von Betrieben, die Holzverpackungsmittel behandeln, herstellen oder damit handeln, leistet Wald und Holz NRW einen großen Beitrag zur Minimierung der Verbreitung von Schadorganismen im Holz.

  • Wald und Holz NRW ist die Forstbehörde des Landes Nordrhein-Westfalen und beschäftigt ca. 1300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Der Hauptsitz ist in Münster und Arnsberg
  • Der Leiter von Wald und Holz NRW ist Andreas Wiebe
  • Wald und Holz NRW ist eine Flächenverwaltung mit 16 Forstämtern, die in den Regionen zuständig sind
  • Die rechtliche Aufsicht in den Wälder in NRW obliegt den 300 Försterinnen und Förstern von Wald und Holz NRW

Weitere Informationen

Waldschutz

www.waldwissen.net

Importmarathon


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