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Asiatischer Laubholzbockkäfer (ALB)

Ein ansehnlicher Käfer bringt Laubbäume um

20.01.17Pressemitteilung

- 2004: erster Fund in Deutschland
- 2005: erster Fund im öffentlichen Grün in NRW
- 2015: Durchführungsbeschluss der EU-Kommission
- 2017: Notfallplan und Leitlinie zur Bekämpfung des "ALB" in Deutschland

Im Oktober 2005 wurde im Stadtgebiet von Bornheim in der Nähe von Bonn erstmals in Nordrhein-Westfalen der Asiatische Laubholzbockkäfer im privaten und öffentlichen Grün nachgewiesen. 2008 und 2012 erfolgten weitere Funde des ALB im Raum Bonn.

Der wegen seiner Gefährlichkeit von der EU als Quarantäneschadorganismus eingestufte ALB stammt ursprünglich aus Asien und wurde vermutlich von dort mit Verpackungsholz in Europa eingeschleppt. Seitdem wurde der Schädling in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt an heimischen Baumarten im Freiland nachgewiesen.

Schaden, Biologie und Symptome 

Der ALB befällt vital erscheinende Laubbäume und kann diese zum Absterben bringen. Das Wirtspflanzenspektrum des Käfers umfasst eine große Anzahl von Laubgehölzen. Nach bisherigem Kenntnisstand bevorzugt er die Ahornarten (Acer spp.), Rosskastanie (Aesculus hipppocastanum), Pappel (Populus spp.), Birke (Betula spp.) und Weide (Salix spp.).

In seinem Heimatgebiet in China, in Nord-und Südkorea und auch in den Befallsgebieten in Europa dauert der Entwicklungszyklus von der Eiablage bis zum fertigen Käfer zwei Jahre.

Befallssymptome sind unter anderem die kreisrunden Ausbohrlöcher, die von den Larven ausgeworfenen groben Nagespäne sowie der Reifungsfraß der Käfer an Ästen.

Des Weiteren nagen die ALB-Larven während ihrer Entwicklung bis zu drei Zentimeter breite, ovale Gänge in das Holz.

Der Käfer kann aufgrund seines auffälligen Äußeren kaum mit heimischen Arten verwechselt werden.

Bei den Larvenaktivitäten ist jedoch eine Verwechslung mit  heimischen Arten wie den Käfern Großer Pappelbock (Saperda carcharias) und Moschusbock (Aromia moschata) sowie den Schmetterlingsarten Blausieb (Zeuzera pyrina) und Weidenbohrer (Cossus cossus) möglich.

Rechtliche Hintergründe, Gegenmaßnahmen und Bekämpfung   

Die Europäische Union stuft den Asiatischen Laubholzbockkäfer als Quarantäneschadorganismus ein. Seine Einschleppung und Verbreitung in die und innerhalb der Europäischen Union ist verboten.

Der EU-Durchführungsbeschluss 2015/893 gibt Maßnahmen zum Schutz der EU gegen die Einschleppung und Ausbreitung dieses Schadorganismus vor. Unter anderem sind dort Regelungen für den Import von spezifizierten/m Pflanzen und Holz aufgeführt. Hier die Übersicht der spezifizierten Importgüter.

Für die wirksame und einheitliche Umsetzung des EU Durchführungsbeschlusses 2015/893 wurden Anfang 2017 ein Notfallplan (Leitlinie) zur Bekämpfung des Asiatischen Laubholzbockkäfers Anoplophora glabripennis in Deutschland  im Bundesanzeiger durch das Julius Kühn Institut bekannt gemacht. Die Leitlinie beschreibt Verfahren und Maßnahmen zur Feststellung des Vorkommens, zur Verhinderung der Ausbreitung und zur Tilgung des Asiatischen Laubholzbockkäfers in Deutschland.

Wird der ALB im Freiland nachgewiesen muss ein abgegrenztes Gebiet eingerichtet werden, das aus einer Befallszone und einer Pufferzone besteht. Die Befallszone umfasst alle Pflanzen, welche vom ALB verursachte Symptome aufweisen. Alle spezifizierten Pflanzen im Umkreis von 100 Metern Radius um befallene Pflanzen sind zu fällen, zu untersuchen und zu beseitigen. In einem Radius von mindestens zwei Kilometern über die Grenze der Befallszone hinaus wird eine Pufferzone ausgewiesen, in welcher amtliche Erhebungen zu Vorkommen oder Anzeichen des Quarantänekäfers durchgeführt werden. Werden Anwesenheitsmerkmale des ALB gefunden, müssen unmittelbar Maßnahmen zur Ausrottung getroffen werden.

Potenziell befallenes Material wie Grünschnitt oder Brennholz dürfen nicht aus dem abgegrenzten Gebiet herausgebracht werden, um eine weitere Verbreitung zu vermeiden. Wird in vier aufeinanderfolgenden Jahren kein neuer Befall und kein Käfer mehr gefunden, darf das abgegrenzte Gebiet aufgehoben werden. 

Monitoringmaßnahmen von Wald und Holz NRW

Die Schwerpunktaufgabe Waldschutzmanagement des Landesbetriebes Wald und Holz Nordrhein-Westfalen führt Jahr für Jahr Importkontrollen mit dem Ziel durch die Einschleppung dieses gefährlichen Schadorganismus gänzlich zu verhindern. Aufgrund der großen Anzahl an Importen kann aber nicht jede Sendung aus dem Ausland kontrolliert werden. Daher hat das Team des Waldschutzmanagements im Jahr 2015 begonnen auf dem Gelände mehrerer Firmen, welche Ware auf Vollholzpaletten aus China beziehen, Feldahorne als „ALB-Fangbäume“ zu pflanzen.

Weitere Informationen

Wald und Holz NRW

Frau Romina Thalmann
SPA Waldschutzmanagement
Steinmüllerallee 13
51643 Gummersbach
Tel: 02171-3400927
info@forstschutz.nrw.de

Informationsblätter

ALB-Fangbäume

ALB

ALB & Citrusbockkäfer, Verwechselung mit heimischen Insekten 

EU-Rechtsvorschriften und Leitlinie

EU-Durchführungsbeschluss 2015/893
ALB-Notfallmaßnahmen ALB-Leitline-JKI
ALB-Einfuhrbestimmungen-Übersicht
RL 2000/29 EG
RL 200/29 EG - Anhänge

Pressekontakt

Wald und Holz NRW
Stefan Befeld
Bendlerstraße 5
33142  Büren

Tel.: 02951/9353266
Mobil: 0171/5873274
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