April- und Maiwitterung begünstigt Eichenprozessionsspinner - Wald & Holz Skip to main content

April- und Maiwitterung begünstigt Eichenprozessionsspinner

Waldschutz - Infomeldung Nr. 4/2018

06.06.18Pressemitteilung

Auf einen rekordträchtig warmen April folgte in diesem Jahr ein ebenso warmer Mai. Laut Angaben des deutschen Wetterdienstes1 handelte es ich um den wärmsten und sonnenscheinreichsten Mai seit 1889, dem bisherigen Rekordhalter. Auch Spätfröste blieben in diesem Jahr aus.

Eichenprozessionsspinner und Raupen
Eichenprozessionsspinner und Raupen (Illustration: mediXtra)

Neben vollen Eisdielen und Biergärten, fühlen sich auch die für den Menschen gefährlichen Eichenprozessionsspinner durch die Witterung angeregt. Die hohen Temperaturen begünstigen das Wachstum und die Entwicklung der Anfang Mai schlüpfenden Raupen. Die Gefahr für den Menschen ist zur Zeit des Raupenfraßes am höchsten.

Betroffen sind, wie in den letzten Jahren, vor allem Eichen im „Privaten und Öffentlichen Grün“, wobei in Wäldern sich der Befall auf Waldränder beschränkt. Dies ist nachvollziehbar, weil die Schmetterlinge von Lichtquellen im privaten und öffentlichen Grün angelockt werden und vor allem dort die Eiablage in den Oberkronen von Eichen stattfindet.

Mikroskopische Aufnahme der EPS-Raupenhaare
Bildquelle: LWF Freising

Allergene Wirkung von EPS-Raupenhaaren

Von den unscheinbaren Schmetterlingen geht keine Gefahr aus. Ganz anders bei den Raupen, die prozessionsartig in Gruppen krabbelnd, bei Gefahr winzige, 0,1 bis 0,2 mm kleine, nicht sichtbare „Brennhaare“ abschießen können. Eine ausgewachsene Raupe verfügt über mehr als 600.000 dieser „Pfeile“, die allerdings erst ab dem dritten Larvenstadium gebildet werden. Bei Berührung reagiert die Haut des Menschen zunächst mit roten, juckenden Pusteln.

NRW-Karte zeigt das EPS-Vorkommen in Kreisen und kreisfreien Städten
Grafik: Wald und Holz NRW

Die Spitzen der Brennhaare bohren sich in die Haut und brechen danach ab, z. B. beim Kratzen an den Pusteln oder beim Waschen. Durch die Bruchstelle wird das Nesselgift Thaumetopoein freigesetzt, was anschließend zu heftigen allergischen Reaktionen führt. Beim Einatmen der feinen Härchen können zudem Atembeschwerden wie Bronchitis und Asthma auftreten.

EPS-Verbreitungskarte NRW

Die Karte zeigt das EPS-Vorkommen in Kreisen und kreisfreien Städten der letzten Erhebung in 2014. Die Befallsstärke (Dichte) schwankt von Jahr zu Jahr und ist hier nicht vermerkt.

Grafik zur Bionomie des Eichenprozessionsspinners
Grafik: Wald und Holz NRW

Bionomie des Eichenprozessionsspinners

Die nachfolgende Grafik zeigt den Jahresverlauf des EPS von der Eiablage, über die Raupenstadien und die Puppe bis hin zum fertigen Schmetterling.

 

Weitere Informationen zum Eichenprozessionsspinner sowie Antworten auf viel gestellte Fragen finden Sie in unserer Waldschutz - Infomeldung Nr. 4/2018.

 

1: DWD (2018): Pressemitteilung: Deutschlandwetter im Mai 2018; www.dwd.de

Weitere Bilder

Eiablagestelle an einem dünnen Eichenzweig
Eiablagestelle an einem dünnen Eichenzweig (Foto: M. Niesar)
Jungraupengruppe an einem Eichenzweig
Jungraupengruppe an einem Eichenzweig (Foto: N.N. LWF, Freising)
Altraupen in einem Nest an einem Eichenstamm
Altraupen in einem Nest an einem Eichenstamm (Foto: M. Wießner)

Pressekontakt

SPA Waldschutzmanagement
Wald und Holz NRW
Dr. Mathias Niesar
Steinmüllerallee 13
51643 Gummersbach

Tel.: 02261/7010-310
Mobil: 0171/5870020
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