Waldschutz-Infomeldung Nr. 4/2026 vom 03.06.2026

NRW-Schadmenge bei Laubbäumen in 2025 erstmals größer als bei Nadelbäumen

03.06.26 Waldschutzmanagement

In Nordrhein-Westfalen ist für das Jahr 2025 von den Forstbetriebsbezirken bei den Laubbaumarten eine Schadholzmenge von insgesamt 125.000 fm gemeldet worden. Diese liegt damit seit Jahren erstmals über der gemeldeten Festmeterzahl bei den Nadelbäumen (41 000 fm), die im Vergleich zu den vorhergehenden Kalamitätsjahren deutlich gesunken ist. Unter den Laubbaumarten weist in NRW die Rotbuche (Fagus sylvatica) die größte Schadholzmenge auf.

Die gemeldeten Schäden in Rotbuchenwäldern sind nach dem starken Anstieg in Folge der vorangegangenen Hitze- und Trockenjahre 2018 bis 2020 und 2022 insgesamt betrachtet in Nordrhein-Westfalen auch in 2025 auf gleichbleibendem Niveau. Seit vier Jahren wird beobachtet, dass viele Buchen mit geringeren Kronenschäden eine Sekundärkrone ausgebildet haben, während das Buchensterben jedoch lokal weiterhin auftritt. Schäden sind in allen Forstämtern festzustellen, regional gehäuft insbesondere in Ostwestfalen, im Münsterland und im Ruhrgebiet (siehe Abb. 1). Besonders betroffen sind im Ruhrgebiet die Forstbetriebsbezirke Hattingen und Ruhrtal, wo seit 2018 in den Buchenbeständen sehr hohe Vorratsverluste zu verzeichnen und komplette Bestände abgestorben sind.

In Folge der Absterbe-Erscheinungen sind die dortigen Buchenbestände stark aufgelichtet. Neben Symptomen der Kronentrocknis (s. Abb.2) prägen häufig typische Sonnenbrandschäden diese Wälder (s. Abb.3.), in welchen keine Erholung der Buchen erkennbar ist.
Als ursächlich für die komplexen Schäden an der Buche gilt in der Regel eine Kombination von prädisponierenden und weiteren abiotischen und biotischen Faktoren, die direkt oder indirekt wirken.

Als wichtigste Faktoren konnten u.a. im Rahmen des Verbund-Forschungsprojektes „Buche Akut“ identifiziert werden (Reihenfolge mit abnehmender Bedeutung):

  • der Standort (auf niederschlags- bzw. bodenwasserarmen, sonnenexponierten, flachgründigen, extrem wechselfeuchten, staunassen oder grundwasserbeeinflussten Standorten sind Buchen besonders gefährdet),
  • das Baumalter (je höher desto größer die Gefährdung)
     
  • plötzliche Freistellung der Bäume in älteren, bislang dicht geschlossenen Beständen

Alle Faktoren wirken in Verbindung bzw. Kombination mit den klimawandelbedingten Veränderungen im Wald. Insbesondere Trockenheit und Hitze schädigen die Buchen direkt, reduzieren ihre Abwehrkräfte und fördern gleichzeitig schädliche Pilze und Insekten.

Was können Sie tun?
Um möglichst vitale und an den Klimawandel angepasste Buchenmischwälder zu entwickeln bzw. zu etablieren, in denen Risiken durch Struktur- und Baumartenvielfalt vermindert sind, werden in Abhängigkeit von Standort, Bestand und ihrer prognostizierten Entwicklung die Baumartenmischungen sowie Behandlungsvorschläge nach dem Waldbaukonzept NRW empfohlen.
Aspekte der Arbeitssicherheit und Verkehrssicherung sollten bei der Bewirtschaftung von geschädigten Buchen- und Buchenmischwäldern immer beachtet werden.

Ausblick
Es bleibt abzuwarten, inwiefern sich die Niederschlagdefizite des Monats August 2025 in Folgejahren auf die Vitalität der Buche auswirken werden, da dies auf prädisponierten Standorten zu lokalen Wasserstresssituationen und Embolien geführt haben kann.


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