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Waldgenossen begründen neue Wälder

13.12.19Pressemitteilung

Am 23.11.2019 wurde es ernst! Auf einer 0,2 ha großen Fläche der Waldgenossenschaft Trupbach wurde schon einmal damit begonnen, neue Wälder auf einer vom Borkenkäfer verursachten Kahlfläche mit Traubeneiche und Vogelkirsche zu bepflanzen.

Eingeladen hatte Revierförster Alfred Büdenbender vom Forstamt Siegen-Wittgenstein, der den Waldgenossen die neuesten Pflanzverfahren und waldbauliche Vorhaben vorstellte. Der traurige Hintergrund der Veranstaltung ist die anhaltende Borkenkäferkatastrophe, bei der seit August 2018 allein im Revier Siegen auf ca. 1400 Hektar bis jetzt ca.12.000 Festmeter Schadholz angefallen sind und daher ca. 40 Hektar (das sind 60 Fußballfelder) Kahlfläche entstanden. Bis jetzt!

Das Ende der Katastrophe ist noch nicht in Sicht! Ist schon die Vermarktung der enormen Holzmengen für die Waldgenossen eine Herkulesaufgabe, so kommt demnächst auch noch die Wiederaufforstung der vielen „Käferlöcher“ oder die natürliche Verjüngung der Wälder hinzu!

Dann sind vielfältige Fragen zu beantworten: Welche Baumarten sind in der Lage, den zu erwartenden veränderten Klimabedingungen (wärmer, trockener) zu trotzen? Alles wieder mit der anfälligen Fichte wieder aufzuforsten ist keine Option!

Hat man sich, entsprechend des jeweiligen Waldstandortes, für die konkreten Baumarten entschieden, ist die Versorgung mit Pflanzgut eine weitere Hürde. Wo sollen die vielen Pflanzen herkommen? Was kosten die? Und wie komme ich an Fördergelder für welche Baumarten? Allein in der Waldgenossenschaft Trupbach werden (bis jetzt) auf ca. 8 Hektar Kahlfläche ca. 24.000 Pflanzen benötigt!

Man kann alternativ einzelne Flächen auch erst mal sich selbst überlassen und schauen, was einem die Natur so anbietet. Das funktioniert aber nur dann, wenn ein angepasster Wildbestand eine artenreiche Natürliche Waldverjüngung zulässt.

Als nächste Hürde entpuppt sich die Frage nach der konkreten Durchführung der Arbeiten! In der Vergangenheit, in „normalen“ Zeiten wurden die wenigen Flächen mit Hilfe von Saisonarbeitskräften der Baumschulen oder auch durch Subunternehmer der Baumschulen erledigt. Diese Arbeitskräfte stehen aber nicht mehr ausreichend zur Verfügung!

Die Lösung: „Selbst ist der Mann/die Frau“! Warum müssen Arbeitskräfte von weit herkommen, wenn die Waldgenossin/der Waldgenosse es auch selbst schaffen können! Bäume pflanzen kann man lernen, zudem macht es Spaß!

An diesem Samstag ging es Revierförster Büdenbender darum, einmal darzustellen, wie die zu bepflanzende Fläche vorbereitet werden muss, wie man fachgerecht mit den zu pflanzenden Bäumchen umgeht und welche Pflanzverfahren es gibt.

Schnell wurde den Teilnehmern klar, dass das „Neheimer Verfahren“, das „IsiePro“ Pflanzverfahren oder die Pflanzung mit dem Erdbohrer ja gar nicht so schwierig sind, sondern Tätigkeiten, die man, ähnlich wie das Radfahren, einmal erlernt und dann niemals wieder vergisst.

Die positiven Begleiterscheinungen für die Pflanzer wurden ebenfalls schnell erkannt: es wird Geld verdient, der Körper wird ertüchtigt und man hat das gute Gefühl, etwas für die Kinder und Enkel zu tun!

Und es ist ja mit dem Pflanzen der Bäumchen nicht getan: Weitere Folgearbeiten, wie Schutzmaßnahmen gegen das Wild sowie Pflegearbeiten kommen später noch hinzu. Diese Arbeiten können dann ebenfalls von den Pflanzern, die ja dann „ihre Bäumchen“ genau kennen, durchgeführt werden.

Vorstandsmitglieder und Revierförster hoffen nun, dass sich demnächst Waldgenossinnen und Waldgenossen, aber auch sonstige Interessierte, gerne auch Jugendliche, bei den Vorstehern der Waldgenossenschaften melden, um beim Wiederaufbau des Waldes mitzuhelfen. Förster und Forstamt stehen den „Waldrettern“ dann natürlich jederzeit mit Rat und Tat zur Seite!

Ansprechperson

Wald und Holz NRW
Diethard Altrogge
Vormwalder Straße 9
57271  Hilchenbach

Tel.: +49 2733 8944 21
Mobil: +49 171 5871521
Fax: +49 2733 8944 60
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