Rekord-Saatgutmengen aus dem Regionalforstamt OWL
Ein wichtiger Beitrag für die Wälder der Zukunft
Um den gestiegenen Bedarf an Setzlingen zur Aufforstung der vielen Kahlflächen landesweit zu decken, sind die Baumschulen auf Saatgut, gewonnen in Nordrhein-Westfalens Wäldern, angewiesen
Im vergangenen Jahr ist im Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe (RFA OWL) die Rekordmenge von 73 Tonnen Saatgut gewonnen worden. Das ist mehr als ein Drittel der im gesamten Land geernteten Menge. Der überwiegende Teil davon waren Eicheln. Aber auch Bucheckern und Zapfen der Küstentanne, die in OWL häufiger als andernorts vorkommt, wurden geerntet. Allein im Bezirk des Forstamtes wurden den Baumschulen damit Samen für die Anzucht von 14,5 Millionen neuen Bäumen bereitgestellt.
Auch die diesjährige Saatguternte in den Wäldern der Region ist aktuell wieder in vollem Gange. Dabei sind dieses Jahr neben den heimischen Eicheln, die zurzeit gesammelt werden, bereits Wildkirschen, Spitzahorne, Lärchen und Roteichen (Baum des Jahres 2025) beerntet worden.
In NRW ist die Aufsicht über das Forstsaatgut eine der vielen Aufgaben des Landesbetriebes Wald und Holz Nordrhein-Westfalen mit seinen 15 Regionalforstämtern.
Im Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe, das für die Wälder in Minden-Lübbecke, Herford, Bielefeld, Gütersloh und Lippe zuständig ist, sind drei Förster und eine Försterin die Saatgutbeauftragten. Sie kümmern sich neben den eigentlichen Aufgaben in ihren Revieren um die behördliche Kontrolle und Abwicklung der Forstsaatguternte im gesamten Forstamtsbezirk.
Denn: Samen der 26 wichtigsten Waldbaumarten dürfen nach gesetzlichen Regelungen nur in amtlich dafür zugelassenen Wäldern, den sogenannten Saatgutbeständen, gewonnen werden.
Von der Sammelstelle zur Baumschule wird das Saatgut in verplombten Gefäßen oder Fahrzeugen transportiert, damit nichts verwechselt werden kann. Ein sogenanntes Stammzertifikat begleitet als Urkunde das forstliche Vermehrungsgut. In der Baumschule müssen die einzelnen Partien stets getrennt bleiben. Anhand der Stammzertifikatsnummer, die auch auf den Lieferscheinen der Baumschulen bei der Pflanzenlieferung verzeichnet ist, kann man feststellen, aus welchem Wald die Samen für die Pflanzen kommen. In den letzten 20 Jahren hat sich zudem durchgesetzt, dass in den meisten Fällen noch eine Rückstellprobe gezogen wird, um im Zweifelsfall über einen genetischen Fingerabdruck, die Herkunft des Pflanzmaterials nachweisen zu können.
„Klingt kompliziert, ist es auch (ein bisschen), aber das sollte uns die Zukunft unserer Wälder wert sein“, so Holger-Karsten Raguse, Leiter des Regionalforstamtes OWL.



