Ministerin Gorißen stellt Waldstrategie vor
Groß denken – gemeinsam handeln für den gesunden Mischwald in Nordrhein-Westfalen
Düsseldorf – Um die Vitalität des Waldes in Nordrhein-Westfalen zu verbessern, seine Stabilität und Widerstandsfähigkeit zu stärken und den Wald auch für künftige Generationen zu erhalten, hat das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz einen umfassenden Prozess umgesetzt. Mehr als 30 Verbände, die mit Wald, Forst- und Holzwirtschaft zu tun haben, von Waldbesitz, Forstbetrieben und Forstverwaltungen über Naturschutz und Jagd bis hin zu Umweltbildung und Wissenschaft, haben sich an der Erarbeitung einer Waldstrategie beteiligt.
Umfassende Beteiligung – mit mehr als 30 Verbänden im Dialog
Ministerin Silke Gorißen stellte heute, 23. April 2026, vor rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Ergebnis in Düsseldorf vor: Die Waldstrategie für Nordrhein-Westfalen. „Angesichts des Zustandes unseres Waldes müssen wir ganzheitlich denken! Wir wissen, dass wir den Wald nur gemeinsam erfolgreich unterstützen können. Die NRW-Waldstrategie ist dafür die zentrale Orientierungshilfe und ein Handlungsrahmen für alle mit dem Wald befassten Akteure. Unsere zentrale Botschaft der Waldstrategie lautet: Für die Anpassung an den Klimawandel ist aktives Handeln erforderlich. Deshalb liegt der Schwerpunkt der Waldstrategie auf einer klimaangepassten Waldbewirtschaftung.“
17 Themenfelder, 98 Ziele, 129 Maßnahmen für einen starken Wald
Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer haben große Schadflächen verursacht. Die bereits spürbaren Folgen des Klimawandels setzen dem Wald stark zu – genau wie Säure- und Nährstoffeinträge aus der Luft oder überhöhter Wildbestand. Die Vielfalt und Dimension der Herausforderungen fordern daher einen strategischen Ansatz. Also haben über einen Zeitraum von mehr als drei Jahren rund 50 Expertinnen und Experten interdisziplinär aus den Fachbehörden der Landesverwaltung, der forstlichen Praxis, Verbänden und Wissenschaft eine umfassende, gemeinsame Strategie erarbeitet. Diese deckt mit 17 Themenfeldern alle relevanten Bereiche ab: Wälder, Bewirtschaftung, Nutzung, Erhalt und Pflege. Es sind jeweils Ausgangslagen, Probleme und Herausforderungen sowie 98 Ziele und 129 Maßnahmen aufgeführt. Zudem enthält die Strategie 16 übergeordnete Empfehlungen für Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger.
Ein Beispiel: Besonders wichtig ist das Themenfeld Waldbewirtschaftung, das auf die Entwicklung standortgerechter Mischwälder aus mehreren Baumarten abzielt. Grundlegend sind hierbei die Wiederbewaldung von Schadflächen und der Waldumbau. Letztlich müssen die Wälder an die im Klimawandel veränderten örtlichen Boden- und Klimabedingungen angepasst werden und durch eine konsequente und bedarfsgerechte Pflege anpassungsfähig bleiben. Unabhängig von der Waldbesitzart müssen langfristig auf der gesamten Waldfläche klimaanpassungsfähige Mischwälder wachsen. Zu Planung und Umsetzung leisten die bereits bestehenden NRW-Konzepte und das Portal Waldinfo.NRW wertvolle Hilfe. Zur Unterstützung des privaten Waldbesitzes sind dazu auch Demonstrationsflächen, die zur praktischen Anschauung von Maßnahmen und Entwicklung dienen, weiter einzurichten. Zudem gilt es auch, das Risiko und die Auswirkungen von Schadereignissen wie Stürmen, Trockenheit oder Schädlingsbefall zu minimieren und sich besser auf die Bewältigung forstliche Katastrophen vorzubereiten.
Ministerin Silke Gorißen: „Wenn alle Beteiligten an der Umsetzung der Waldstrategie mitwirken, kann es uns gelingen, den Wald mit all seinen für uns so lebenswichtigen Funktionen für die nachfolgenden Generationen zu erhalten und zu stärken. Dies ist unser gemeinsames Ziel in der Waldstrategie. Die Landesregierung wird mit ihrer Forstverwaltung ihren Beitrag dazu leisten – vor Ort durch qualifiziertes Forstpersonal, mit Fachinformationen und digitalen Daten, mit praxisnahen Schulungsangeboten und zielgerichteten Förderangeboten.“
Instrumente zur Umsetzung vorhanden
Das Land Nordrhein-Westfalen hat zur Umsetzung der Strategie bereits geeignete Werkzeuge an der Hand. Zuerst: Die Försterinnen und Förster, die in der Fläche durch ihr Know-how und ihre tägliche Arbeit den Prozess unterstützen.
Dann: Die digitalen Informationsangebote – vor allem das Internetportal Waldinfo.NRW mit vielfältigen digitalen Karten und Funktionen. In seinem Umfang und Informationswert für den einzelnen Waldbesitzenden wertvoll. Damit hat Nordrhein-Westfalen eine Vorreiterrolle eingenommen.
Für den wichtigen Wissenstransfer zum Thema Wald in die forstliche Praxis bietet das Zentrum für Wald und Holzwirtschaft des Landesbetriebes Wald und Holz Nordrhein-Westfalen vielfältige Informationen und Schulungen an. Das 2024 eingerichtete Forschungsnetzwerk Wald NRW unterstützt die Waldforschung in Nordrhein-Westfalen.
Nach der Vorstellung der Landeswaldstrategie folgt nun die konkrete Umsetzungsplanung von Seiten des Landes.
Hintergründe:
Waldschäden und Klimawandel
Die großen Waldschäden, die seit 2018 im Zusammenwirken von Stürmen, Sommerdürren und der Massenvermehrung von Borkenkäfern entstanden waren, haben deutlich gezeigt, dass der Klimawandel bereits stattfindet und dass die Waldbewirtschaftung vor großen Herausforderungen steht. In Nordrhein-Westfalen sind etwa 140.000 Hektar, also rund 15 Prozent der Waldbestände, flächig abgestorben. Seit mehr als 40 Jahren nimmt die Waldvitalität stetig ab. Seit 2019 wurden zur Unterstützung bei der Bewältigung der Waldschäden Mittel in Höhe von mehr als 181 Millionen Euro an die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer ausgezahlt. Auch in diesem Jahr stehen rund 15 Millionen Euro zur Wiederbewaldung zur Verfügung
Konzepte für die klimaangepasste Waldbewirtschaftung:
Nordrhein-Westfalen verfügt über Konzepte und Instrumente für die klimaangepasste Waldbewirtschaftung – insbesondere das Waldbaukonzept, das Wiederbewaldungskonzept und das Internetportal Waldinfo.NRW mit digitalen Karten und Funktionen. Weitere Unterstützungsangebote sind die allgemeine forstliche Beratung, Schulungsangebote über das forstliche Bildungsprogramm und finanzielle Unterstützungsangebote im Rahmen der forstlichen Förderrichtlinien.
Weitere Informationen
Die Broschüre finden Sie hier.
Waldstrategie:
https://www.mlv.nrw.de/themen/forstwirtschaft/wald-und-klima/waldstrategie/
Internetportal Waldinfo.NRW:
www.waldinfo.nrw.de
Bürgeranfragen
Telefon 0211 3843-0.
Pressefragen
Bitte wenden Sie sich an die Pressestelle des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Telefon 0211-3843-1020.

