Minister Remmel: "Rückkehr des Wolfes ist ein gutes Zeichen für den Naturschutz" - Wald & Holz Skip to main content

Minister Remmel: "Rückkehr des Wolfes ist ein gutes Zeichen für den Naturschutz"

Senckenberg-Institut bestätigt anhand von DNA-Spuren einen Wolf im Kreis Minden-Lübbecke – Beginn der natürlichen Rückkehr nach NRW

23.01.15Pressemitteilung

Nach mehr als 170 Jahren scheint Nordrhein-Westfalen wieder Wolfs-Land zu werden. Darauf deuten Wolf-Spuren im Kreis Minden-Lübbecke hin, die Ende Dezember an der niedersächsischen Grenze im Oppenweher Moor gesichert wurden.

Wolf
Wolf (Bild: Jan Preller/Landesbetrieb Wald und Holz NRW)

Das Labor für Wildtiergenetik des Senckenberg-Institutes in Gelnhausen, das als nationales Referenzzentrum für genetische Analysen bei Wolf und Luchs auf derartige Nachweise spezialisiert ist, hat jetzt die DNA-Proben mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einem Wolf zugeordnet. „Meister Isegrim ist wieder da“, sagte Umweltminister Johannes Remmel. „Es konnte zwar noch nicht endgültig geklärt werden, ob es sich um eine dauerhafte Rückkehr in der Grenzregionen zu Niedersachsen oder um ein durchziehendes Tier handelt. Dies müssen weitere Wolfs-Beobachtungen klären“, betonte Remmel. „Aber sicher erscheint, dass die natürliche Rückkehr des Wolfes nach Nordrhein-Westfalen wieder ein Stück wahrscheinlicher geworden ist.“ Darauf deuten die Besiedlungshinweise an der NRW-Grenze zu Niedersachsen hin: Aktuell haben sich dort Wölfe in Niedersachsen angesiedelt. Ein Nachweis zu einem einzelnen Wolf stammt aus dem Landkreis Diepholz, ein Weiterer aus dem Landkreis Grafschaft Bentheim. Auch wenn sich die dauerhafte Rückkehr des Wolfes nach NRW bestätigen sollte: Der Mensch wird den scheuen Wolf wohl auch in Zukunft selbst bei ausgedehnten Waldspaziergängen nicht zu Gesicht bekommen. 

Letzter Wolf in NRW wurde 1835 erlegt

Auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalen galt der Wolf seit Mitte des 19. Jahrhunderts als ausgerottet. Ein genaues Aussterbejahr lässt sich allerdings nicht mehr genau rekonstruieren. 1835 wurde in Ascheberg-Herbern (Westfalen) das letzte Mal die Erlegung eines Wolfes auf dem Gebiet des heutigen NRW dokumentiert, im Rheinland Ende des 18. Jahrhunderts bei Hilden. Aus dem Winter 1963/1964 soll es einen Abschuss eines einzelnen Wolfes in NRW bei Bergheim gegeben haben. Über die Herkunft des Tieres ist hingegen nichts bekannt. Zuletzt überquerte Ende 2009 ein einzelner Wolf aus dem angrenzenden Reinhardswald in Nordhessen einmalig die Grenze von NRW (Kreis Höxter). Hierbei handelte es sich jedoch um ein durchziehendes Tier. In Deutschland tauchten die ersten Wölfe erstmals nach der Wende 1995 wieder auf, durch das Einwandern eines einzelnen Wolfes auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz in Sachsen. Aktuell haben sich in Deutschland in Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen Wölfe angesiedelt.

Arbeitskreis tagt zum Wolf

Umweltminister Johannes Remmel sieht NRW auf die Rückkehr gut vorbereitet. „Wir bereiten uns seit 2010 auf den Wolf vor“, sagte Minister Remmel. „Die Rückkehr des Wolfes stellt für eine dicht besiedelte Region auch eine Herausforderung dar, denn wir müssen nach mehr als einem Jahrhundert wieder lernen, mit dem Wolf zu leben. Aber anders als in anderen Regionen Europas, in denen der Wolf gejagt wird, genießt er auch in NRW den höchstmöglichen Artenschutz.“ Nach der Bestätigung des Senckenberg-Institutes wird das Landesumweltamt (LANUV) das Thema auf der nächsten Sitzung des Arbeitskreises „Wolf in NRW“ Mitte Februar erörtern. Ihm gehören neben Fachleuten der Behörden auch Umwelt- und Tierschutzverbände an sowie der Schafzuchtverband. Der Arbeitskreis wurde bereits 2010 ins Leben gerufen und hat in den letzten Jahren Fragen der Entschädigungszahlungen geregelt und ein landesweites Wolfsberaternetz aufgebaut.


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