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FWV Mark-Ruhr übernimmt Holzverkauf der Waldbesitzer

18.07.19Pressemitteilung

Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates Georg Schirmbeck und Andreas Wiebe, Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz NRW in Kierspe-Rönsahl

Die Forstwirtschaftliche Vereinigung (FWV) Mark-Ruhr mit Sitz in Lüdenscheid, übernimmt ab dem 1. Juli den Holzverkauf für insgesamt 25 Forstbetriebsgemeinschaften aus dem Märkischen Kreis und dem südlichen Ruhrgebiet.

Jörn Hevendehl, Leiter des Regionalforstamtes Märkisches Sauerland, konnte neben zahlreichen Vorständen der Forstbetriebsgemeinschaften und deren Revierförster auch die hiesigen Landtagsabgeordneten und den Präsidenten des Deutschen Forstwirtschaftsrates Georg Schirmbeck zur Auftaktveranstaltung in der Historischen Kornbrennerei in Kierspe-Rönsahl begrüßen.

Nach den Worten von Andreas Wiebe, Leiter des Landesbetriebes Wald und Holz NRW, wurde seit 50 Jahren das Holz der Besitzer von Kleinprivatwald durch die Forstämter der Landwirtschaftskammer und nach der Forstreform 2005 durch die Forstämter des Landesbetrieb Wald und Holz NRW vermarktet. Ausgangspunkt der nun zum 1. Juli in Kraft tretenden Änderung ist die Tatsache, dass aufgrund kartellrechtlicher Bedenken die Landesregierung NRW im Jahr 2018 beschlossen hatte, die Holzvermarktung der privaten und kommunalen Waldbesitzer durch die Forstämter einzustellen.

Die 25 Forstbetriebsgemeinschaften vertreten ihrerseits rund 4.000 Waldbesitzer aus dem Märkischen Kreis und dem südlichen Ruhrgebiet. Unter dem Motto „Wir sind Eins“ dient die FWV Mark-Ruhr als „Klammer“. So werden zukünftig jährlich rund 150.000 Festmeter Holz gebündelt, berichtet Heinrich Drees aus Balve. Er ist ehrenamtlicher Vorsitzender der neuen Dachorganisation Mark-Ruhr. Zum Vorstand gehören ferner Herr Edelhoff (Menden), Frau Quast (Kierspe) und Herr Altrogge (Lüdenscheid).

Operatives Geschäft erfolgt durch die WaldHolz Sauerland GmbH

Der operative Holzverkauf erfolgt durch das waldbesitzereigene Unternehmen WaldHolzSauerland, an dem die FWV Mark-Ruhr Geschäftsanteile hält. Dessen Geschäftsführer Klaus Zocher rechnet jedoch wegen des Borkenkäfers mit deutlich mehr als 100.000 Festmetern Holz, die bereits in den kommenden 6 Monaten vermarktet werden müssen.

Dr. Rainer Joosten aus dem Forstministerium in Düsseldorf begrüßte in seiner Rede die hiesige Neuausrichtung. „Sie ist eine Notwendigkeit, aber auch eine große Chance, aus der die privaten und kommunalen Waldbesitzer im Märkischen Sauerland sowie im Ruhrgebiet eigenständiger und professioneller hervorgehen können.“

Dem schloss sich auch Georg Schirmbeck an. Der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, zeigte als höchster Vertreter der deutschen Forstwirtschaft auf, dass funktionierende Vermarktungswege aus dem Kleinprivatwald unabdingbar sind, damit eine nachhaltige Forstwirtschaft ihr CO2-Minderungspotenzial voll entfalten kann. Schließlich befinden sich etwa 80 % der Waldflächen im hiesigen Raum im Eigentum von Privatleuten. Daher ist es auch enorm wichtig, am Ende des Tages mit einer Stimme zu sprechen, will man in der Gesellschaft und Politik wahrgenommen werden, so Schirmbecks Plädoyer.

Für die privaten Waldbesitzer ist es ein großer Erfolg, dass man sich in wenigen Monaten für eine Mitgliedschaft in der FWV Mark-Ruhr und auf die Neuorganisation des Holzverkaufes gemeinschaftlich geeinigt hat, beschreibt Heinrich Drees den zurückliegenden Prozess. Das dabei kreierte Leitmotiv „Wir sind Eins“ ist laut Jörn Hevendehl keine abgeschlossene Aufgabe. Wir können uns nicht auf dem Erreichten ausruhen – mit der Änderung des Fördersystems der Beförsterung, der Bekämpfung der Borkenkäfergroßkalamität und der damit verbundenen Wiedereinrichtung der Nasslagerlätze nimmt er die kommenden Aufgaben bereits in den Blick.


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