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Förderung für
den Waldbesitz

Feuersalamander brauchen Schutz

Zum Tag des Artenschutzes am 3. März

27.02.26Pressemitteilung

Münster, 27. Februar – Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist ein charakteristischer Bewohner feuchter Laubwälder in Nordrhein-Westfalen. Leider ist er zunehmend gefährdet durch die Ausbreitung des hochinfektiösen Amphibienpilzes Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal). Deshalb braucht es für den Erhalt dieser faszinierenden Art Schutz und Unterstützung: Die Försterinnen und Förster von Wald und Holz NRW arbeiten kontinuierlich daran, seine Lebensräume wiederherzustellen, auszubauen und zu erhalten. Wer gerne im Wald unterwegs ist, kann mit dem Beachten einiger Hinweise einen wichtigen Beitrag zum Schutz dieser wertvollen Waldtierart leisten.

Tödlicher Hautpilz in NRW bereits weit verbreitet

Bsal ist ein Hautpilz, der das Überleben des Feuersalamanders massiv bedroht. Der aus Asien eingeschleppte Erreger befällt die Haut der Tiere – ein Organ, das für Amphibien überlebenswichtig ist, da es unter anderem auch der Atmung dient. Die Infektion mit Bsal führt zu schweren Hautläsionen, die die Funktion der Haut beeinträchtigen und beim Feuersalamander innerhalb weniger Tage zum Tod führen. Bsal kann auch andere Salamander- und Molcharten befallen, jedoch erkranken diese meist weniger schwer.

In den vergangenen Jahren hat sich Bsal in Nordrhein-Westfalen deutlich ausgebreitet. Nach ersten Nachweisen in der Eifel tritt der Erreger inzwischen in weiten Teilen des Landes auf: lediglich Münster und Bonn gelten aktuell als nachgewiesen Bsal-frei. Für die Kreise Steinfurt und Minden-Lübbecke ist die Datenlage unzureichend. Alle anderen Kreise und kreisfreien Städte in NRW sind entweder nachgewiesenes Bsal-Gebiet oder direkt angrenzend an diese und damit potenziell gefährdet. NRW ist damit weiterhin der Verbreitungsschwerpunkt innerhalb Deutschlands.

„Unsere Försterinnen und Förster verfolgen diese Entwicklung seit vielen Jahren mit Sorge“, erklärt Thomas Kämmerling, Leiter von Wald und Holz NRW. „Entscheidend ist, die verbliebenen Habitate des Feuersalamanders weiter zu entwickeln und – wo nötig – gezielt zu verbessern. Nur so hat er auch zukünftig eine Überlebenschance in unseren Wäldern,“ so Kämmerling weiter.

Lebensräume des Feuersalamanders entwickeln

Die Lebensraumoptimierung ist ein wichtiger Baustein für den Schutz des Feuersalamanders. So werden zusätzliche Stressfaktoren reduziert und die Resilienz der Populationen gestärkt. Die Försterinnen und Förster sowie Expertinnen und Experten für Waldnaturschutz von Wald und Holz NRW engagieren sich schon seit vielen Jahren bei der Revitalisierung, der Verbesserung und dem Ausbau von Wald-Wasser-Lebensräumen in NRW (z. B. wald.nrw/ tuff-life). Seit September 2025 ist Wald und Holz NRW außerdem Kooperationspartner im Projekt „Zukunft des Feuersalamanders in NRW“, in dem weitere Maßnahmen zur Lebensraumoptimierung und zum Schutz der Feuersalamander umgesetzt werden. Das Projekt ist beim NABU-Landesverband Nordrhein-Westfalen angesiedelt und wird aktuell durch die NRW Stiftung gefördert. Zu den weiteren Unterstützern gehört der Waldbauernverband NRW.

Feuersalamander bewundern: Erhaltungszucht im Zoo

Der Feuersalamander ist eine Art, bei der der Schutz im Lebensraum und außerhalb des Lebensraums ineinandergreifen müssen. Eine Priorität ist die Förderung und der Schutz der Feuersalamander in ihren natürlichen Lebensräumen. Aber aufgrund der massiven Bedrohung durch Bsal wird zusätzlich in einigen Zoos eine Erhaltungszucht aufgebaut. Auch der Zoo Münster ist beteiligt und hat, in Zusammenarbeit mit dem Regionalforstamt Münsterland und dem NABU-Münsterland, im Wolbecker Tiergarten Feuersalamanderlarven für den Aufbau einer Zucht entnommen. Unter der fachlichen Leitung von Dr. Philipp Wagner, Kurator für Artenschutz und Forschung im Allwetterzoo Münster, wächst dort nun eine „Notfall-Population“ heran und bietet allen Interessierten die Möglichkeit, diese spannenden Tiere zu bestaunen.

Die beste Hilfe: Abstand halten

Die Ausbreitung von Bsal erfolgt über vielfältige Wege und ist zum Teil noch nicht abschließend erforscht. Wahrscheinlich wird der Pilz sowohl durch direkten Kontakt zwischen Amphibien aber auch indirekt über kontaminierte Erde, Wasser, Schuhe, Fahrradreifen, Hunde und andere Tiere weiterverbreitet.

Um die Weiterverbreitung so gering wie möglich zu halten, ist es wichtig, dass jede und jeder einen Beitrag leistet:

  • Im Wald auf den Wegen bleiben,
  • Gewässer und feuchte Waldbereiche meiden,
  • Hunde nicht in Tümpel, Bäche oder Teiche laufen lassen (auch freilaufende Hunde können Sporen verbreiten),
  • wenn möglich Schuhe, Reifen und Ausrüstung nach dem Waldbesuch gründlich reinigen
  • Entdeckte Tiere mit Abstand bewundern – bitte nicht anfassen!

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima in Nordrhein-Westfalen (LANUK) hat umfangreiche Fachinformationen zum Thema online veröffentlicht.

Je mehr Waldbesuchende und Waldnutzende durch umsichtiges Verhalten die weitere Ausbreitung des Erregers erschweren, desto besser stehen die Chancen unsere heimischen Salamander- und Molchbestände in ihrem natürlichen Lebensraum schützen zu können.

Internationaler Tag des Artenschutzes am 3. März

Der Internationale Tag des Artenschutzes (World Wildlife Day) wird jährlich am 3. März begangen und wurde von den Vereinte Nationen ins Leben gerufen. Wald und Holz NRW nimmt in diesem Jahr den Tag des Artenschutzes zum Anlass, um am Beispiel des Feuersalamanders auf den unerlässlichen aktiven Schutz von Tier- und Pflanzenarten – etwa durch nachhaltige Waldbewirtschaftung und den Erhalt naturnaher Lebensräume – aufmerksam zu machen.

Im Wolbecker Tiergarten bei Münster machen jetzt auch Schilder auf den auf den Schutz der Feuersalamander hin. Infos dazu gibt es hier: Instagram waldundholznrw

Ansprechpartnerin

Wald und Holz NRW
Nicole Fiegler
Albrecht-Thaer-Straße 34
48147  Münster

Tel.: +49 251 91797 217
Mobil: +49 151 44255881
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