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Förderung für
den Waldbesitz

Eichenprachtkäfer: Leitfaden unterstützt Waldbesitzende

Schädling tritt vermehrt auf

19.02.26Pressemitteilung

Arnsberg, 19. Februar – Gegenwärtig beobachten Waldschutzexpertinnen und -experten ein vermehrtes Auftreten des Eichenprachtkäfers. Mit einem neuen Leitfaden zum Eichenprachtkäfer unterstützt das Team Wald- und Klimaschutz des Zentrums für Wald und Holzwirtschaft Waldbesitzende im Umgang mit dem Schädling. Die Forschungseinrichtung des Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen entwickelte den Leitfaden aufgrund zunehmender Schäden in Eichenbeständen. Der Leitfaden bietet praxisnahe Unterstützung für Waldbesitzende sowie Forstpraktikerinnen und -praktiker.

Vitalitätsschwäche und Trockenstress

Seit 2020 treten in Nordrhein-Westfalen verstärkt Schäden an Eichen auf. Auslöser sind vor allem warme, trockene Jahre, die zu Vitalitätsschwäche und Trockenstress führen. In der Folge kommt es gehäuft zu Befall durch den Zweipunktigen Eichenprachtkäfer sowie – oftmals in Kombination – mit weiteren Schadorganismen.

Der neue Leitfaden des Zentrums für Wald und Holzwirtschaft informiert umfassend über Verbreitung, Biologie und Erkennungsmerkmale des Eichenprachtkäfers. Beschrieben werden unter anderem typische Symptome wie Veränderungen der Belaubung, abgestorbene Kronenteile, Spechtabschläge, D-förmige Ausbohrlöcher und Schleimfluss am Stamm. Darüber hinaus erläutert der Leitfaden den Zusammenhang zwischen Trockenstress, Vitalitätsschwächung der Eichen und der Massenvermehrung des Schädlings sowie besonders gefährdete Regionen und Standorte.

Praxisnah: Konkrete Maßnahmen für den Waldbesitz

Im Mittelpunkt steht die praktische Unterstützung der Waldbesitzenden: Der Leitfaden beschreibt konkrete Maßnahmen zur Befallskontrolle, zur Durchführung von Sanitärhieben, zum Umgang mit befallenem Holz sowie besondere Vorgehensweisen bei starkem Holzbrüterbefall. Ergänzend werden waldbauliche Strategien zur Vorbeugung vorgestellt, darunter standortgerechter Eichenanbau, die Begründung von Mischbeständen, der Erhalt eines schattenspendenden Unterbaus und die Förderung vitaler Eichenkronen. Ziel ist es, die Anfälligkeit gegenüber dem Eichenprachtkäfer nachhaltig zu reduzieren.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf natur- und artenschutzrechtlichen Vorgaben. Der Leitfaden stellt dar, welche Regelungen in Natura-2000-Gebieten, gesetzlich geschützten Biotopen, Prozessschutzgebieten und im Artenschutz zu berücksichtigen sind und in welchen Fällen eine Abstimmung mit den Naturschutzbehörden erforderlich wird.

„Mit dem neuen Leitfaden bieten wir Waldbesitzenden eine konkrete, verständliche und rechtssichere Entscheidungshilfe an“, betont Norbert Geisthoff, Waldschutzexperte im Team Wald- und Klimaschutz am Zentrum für Wald und Holzwirtschaft. „Unser Ziel ist es, Eichenbestände wirksam zu schützen, Schäden zu begrenzen und gleichzeitig Natur- und Artenschutzbelange zu wahren.“

Der Leitfaden fasst damit Waldschutz- und Naturschutzkriterien kompakt zusammen und unterstützt Waldbesitzende aktiv dabei, geschädigte Eichenbestände verantwortungsvoll und zukunftsorientiert zu bewirtschaften.

Der Leitfaden steht online auf der Seite Team Wald- und Klimaschutz | Wald & Holz oder unter wald.nrw/epk zur Verfügung.

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