Ausstellung „Klimaheld Wald“ in Warstein eröffnet
Wälder als Klimaschützer und Heilraum
Warstein – Rund 120 Gäste folgten der Einladung zur Eröffnung der Wanderausstellung „Klimaheld Wald – Warum wir ihn schützen müssen“ im Festsaal der LWL-Klinik Warstein. Vertreterinnen und Vertreter aus Medizin, Politik, Forstwirtschaft und Zivilgesellschaft diskutierten über das Zusammenspiel von Wald, Klima und Gesundheit. Zur Eröffnung sprachen Dr. Emanuel Wiggerich (LWL-Krankenhausdezernent) und Dr. Thomas Schöne (Bürgermeister der Stadt Warstein).
Wald als Heilraum
„Wald kann ein therapeutischer Ort sein. Viele unserer Patientinnen und Patienten erleben dort Ruhe, Stabilität und neue Kraft“, sagte Dr. Christian Konkol, Chefarzt der LWL-Klinik Warstein.
Prof. Dr. Daniela Haluza (MedUni Wien) ergänzte: „Naturkontakt ist keine Wellnessfrage. Studien zeigen: Aufenthalte im Wald reduzieren Stress, stärken Resilienz und fördern die Gesundheit messbar. Gerade in einer Welt der Multikrisen sollten wir den Wald gezielt in Bildung, Prävention und Tourismus integrieren.“
Sie machte außerdem deutlich: „Wir sind gerade dabei, das wahre Potential des Waldes für uns als Gesellschaft zu entdecken. […] Entscheidend ist, dass wir ihn als Bewegungs- und Begegnungszone begreifen – wer achtsam im Hier und Jetzt im Wald unterwegs ist, geht gestärkt zurück in den Alltag.“
Réka Balog, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin aus Münster, hob hervor: „Viele Jugendliche erleben heute Klimaängste. Natur kann ein Ausgleich sein – ein Raum, in dem Selbstwirksamkeit und Vertrauen zurückkehren.“
Auch Edgar Rüther, Wald und Holz NRW, betonte: „Die Waldbesitzenden stehen zwischen Überforderung und Aufbruch. Entscheidend ist, dass wir sie nicht allein lassen, sondern mit Beratung und Austausch begleiten.“
Klima und Verantwortung
Klimaforscher Dr. Udo Engelhardt machte deutlich: „Klima, Biodiversität und Gesundheit sind eng verflochten – wir müssen handeln und zwar jetzt.“
Frieda Niewald, Sprecherin von Fridays for Future Deutschland, ergänzte: „Es lohnt sich, Bündnisse zu schließen. Die Klimakrise betrifft viele Bereiche zugleich – entscheidend ist, dass wir bei dieser globalen Krise zusammenarbeiten.“
Stimmen aus dem Publikum
Stephanie Dreps, Leiterin Unternehmenskommunikation beim LWL: „Die Gesamtwirkung der Ausstellung ist beeindruckend. Publikum und Atmosphäre waren konzentriert und kreativ. Besonders die Idee ‚Wir kommen zu den Menschen‘ finde ich stark.“
Alexandra Stracke, Wald und Holz NRW, regte an: „Wir sollten stärker über Social Media informieren – mit alltagsnahen Tipps und Angeboten wie Waldbaden oder geführten Wanderungen.“
Martin Rogge, zertifizierter Natur- und Landschaftsführer aus dem Arnsberger Wald, unterstrich: „‚Klimaheld Wald‘ war für mich eine wirklich gelungene Veranstaltung – vor allem, weil viele unterschiedliche, aber zusammenhängende Aspekte sachlich beleuchtet wurden. Es kam viel an Information rüber und machte deutlich, wie wichtig es ist, Wissen in die Tat umzusetzen.“
Fazit und Ausblick
Thomas Kämmerling, Leiter von Wald und Holz NRW, fasste zusammen: „Die Diskussion hat gezeigt, dass Wald, Klima und Gesundheit keine getrennten Themen mehr sein dürfen. Sie gehören an einen Tisch – und zwar jetzt.“
Ausstellung und Rahmenprogramm
Die Ausstellung „Klimaheld Wald“ ist bis zum 7. Oktober 2025 in der LWL-Klinik Warstein zu sehen. Ein begleitendes Programm mit Exkursionen lädt Bürgerinnen und Bürger ein, den Wald praktisch zu erleben. Eintritt frei.
Hintergrund
Die Wanderausstellung „Klimaheld Wald – Warum wir ihn schützen müssen“ ist ein Projekt von Wald und Holz NRW in Kooperation mit RVR Ruhr Grün und der Stiftung Zollverein. Sie beleuchtet landesweit Themen von Klimaschutz über Biodiversität bis Gesundheit.

