Skip to main content

Lebensraum aus Wasser und Kalk

EU-Naturschutzprojekt zum Schutz der Quellen und Bäche gestartet

09.01.19Pressemitteilung

Die seltenen Quellen und Waldbäche auf Kalkstein in den Kreisen Paderborn und Höxter stehen im Vordergrund eines neuen von der EU geförderten Naturschutzprojektes. Mit der Besetzung der Projektleitung und dem ersten Treffen mit einem von der EU beauftragten Naturschutzspezialisten beginnt nun für das federführende Regionalforstamt Hochstift die heiße Phase rund um das kalte Wasser.

Das auf fünf Jahre angelegte Projekt, das überwiegend über das EU-Naturschutzprogramm "LIFE" finanziert wird, trägt der großen Bedeutung der heimischen Kalktuffquellen und der ihnen nachfolgenden Bachoberläufe Rechnung. Die neue Projektleiterin und Försterin Lena Bleibaum freut sich auf eine abwechslungsreiche Tätigkeit in einer ökologisch hochwertigen Region, in der beachtliche 80 Prozent aller Kalktuffquellen Nordrhein-Westfalens zu finden sind. Wegen dieses Alleinstellungsmerkmals trägt das neue, mit 1,12 Mio. Euro geförderte Projekt auch den Namen "Tuff-LIFE". Der Quelltyp tritt nur an Orten mit kalkgeprägtem Ausgangsgestein auf. Im Quellbereich charakteristisch vorkommende Moose tragen erheblich zu der markanten Kalktuffbildung bei. Dabei ist der Kalktuff das durch die Kalkablagerung und die abgestorbenen Moosreste gebildete poröse "Gestein".

Viele Quellen und Bäche weisen allerdings einen durch menschliche Faktoren in der Vergangenheit beeinträchtigten Zustand auf. "Nach einer Bestandsaufnahme wollen wir in einigen Quell- und Bachbereichen dem Wasser zu mehr Raum und Fließdynamik verhelfen", sagt Projektförsterin Lena Bleibaum. Dazu sollen u.a. breitere Durchlässe und Furten angelegt sowie Einfassungen und andere Barrieren entfernt werden. Das Forstamt mit Projektförsterin Lena Bleibaum wird dazu einen Maßnahmenplan erstellen und die zuständigen Stellen beteiligen. Auch die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung sind wichtige Projektbestandteile und von der EU ausdrücklich erwünscht.

Den kompletten fördertechnischen Rahmen des LIFE-Projektes stellten der von der EU beauftragte Projektbetreuer Dr. Jan Sliva und Georg Keggenhoff vom NRW-Umweltministerium den Forstleuten in einem ersten Treffen im Waldinformationszentrum Hammerhof vor. Dort, direkt auf der Grenze der beiden betroffenen Kreise Paderborn und Höxter, wird "Tuff-LIFE" büroräumlich angesiedelt

Forstamtsleiter Roland Schockemöhle freut sich über ein weiteres LIFE-Projekt in den Wäldern des Hochstifts mit starker Beteiligung der Forstleute. "Der Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen, insbesondere mit dem Wasser, und der Erhalt der biologischen Vielfalt vereinen sich in diesem Naturschutzprojekt", sagt Schockemöhle. "Die erworbenen Erkenntnisse und Erfahrungen werden wir auch außerhalb der eigentlichen Projektgebiete bei unserer Waldpflege und -bewirtschaftung gut einsetzen können."

Lena Bleibaum und ihre Kollegen erwartet in den kommenden Jahren ein anspruchsvolles Naturschutzprojekt, das in NRW einmalig ist, und über das das Forstamt regelmäßig in Veranstaltungen und durch Veröffentlichungen informieren wird. Ein erster Workshop zu wassergeprägten Lebensräumen im Wald und den dazu gehörenden Arten ist für kommendes Frühjahr geplant. Eine Internetseite ist in Vorbereitung.

Hintergrund

Das Projekt "Tuff-LIFE" wird zu 60 Prozent über EU-Mittel im Förderprogramm "LIFE" (L'Instrument Financier pour l'Environnement) finanziert. Den Rest trägt das Land NRW. Mit dem im Jahr 1992 eingeführten Programm werden Projekte neben dem Umwelt- und Klimaschutz insbesondere im Naturschutz gefördert. Damit ist das LIFE-Programm ein maßgebliches Instrument für die Entwicklung des europäischen Naturerbes, vor allem in den so genannten FFH-Gebieten. Die Grundlage für die Projektgebiete bildet das europaweite Schutzgebietssystem "Natura 2000" zum Schutz typischer und seltener Lebensräume und bestimmter Tier- und Pflanzenarten. Seit Einführung 1992 wurden fast 4.000 Projekte in der EU gefördert.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte direkt an Projektförsterin Lena Bleibaum (0151/58021280).

Pressekontakt

Wald und Holz NRW
Jan Preller
Walme 50
34414  Warburg-Scherfede

Tel.: 05642/94975-14
Mobil: 0171/5873251
Fax: 05642/94975-22
vCard: laden

» Seite drucken