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Forstleute tauchen ein in die Welt der Moose an Quellen

27.03.19Pressemitteilung

„Ohne Moos nix los“ heißt es auch an den im Mittelpunkt des LIFE-Projekts stehenden Kalktuffquellen. Denn einige spezielle Moosarten sind maßgeblich an der den Quelltyp auszeichnenden Tuffbildung beteiligt. Vor diesem Hintergrund widmeten sich Forstleute von Wald und Holz NRW gemeinsam mit dem Moosexperten Dr. Carsten Schmidt vergangenen Dienstag der Wissenschaft der Moose – der „Bryologie“.

Auch wenn Moose eigentlich allgegenwärtig sind, besiedeln diese beim näheren Betrachten oftmals Orte, an denen die Lebensbedingungen für andere Pflanzen nicht ausreichend sind: Steine, Brücken, Holz, nasse oder sehr trockene Bereiche werden von den kleinen grünen Pflanzen angenommen. Ähnlich extreme Bedingungen herrschen an Kalktuffquellen vor. Das hier an die Erdoberfläche tretende Wasser ist arm an Nährstoffen, sehr kalt und erwärmt sich erst im weiteren Verlauf des Fließgewässers. Dadurch haben es höhere Pflanzen oftmals schwer zu keimen und sich zu entwickeln. Moose, von denen mindestens 10 Arten charakteristisch für Kalktuffquellen sind, zeigen sich hier deutlich konkurrenzfähiger. Jene Moose und weitere mit ihnen zu verwechselnde Arten unterscheiden sich optisch nur an ihren Blatt- und Zellstrukturen.

So sind die beiden typischen Starknervmoosarten vor allem durch die am Veränderlichen Starknervmoos (Palustriella commutata) auftretenden Blattanhängsel, unter Anstrengung mit bloßem Auge zu unterscheiden. Besonders deutlich werden die Merkmale jedoch erst unter dem Mikroskop. Das Wirtelige Schönastmoos (Eucladium verticillatum), ein weiteres Tuff-bildendes Moos, sticht durch seine Größe heraus. Mehr wie ein filziger dunkelgrüner Überzug wirkt das sehr kleine Moos auf den großen Kalktuffsteinen.

Auch wenn die Moose nicht unbedingt die Steckenpferde einer jeden Försterin und eines jeden Försters sind, hat dieser Tag gezeigt, wie vielseitig die manchmal durch die Artenvielfalt auch unnahbar erscheinende Welt der Moose ist. Moose sind ein wichtiger Teil unserer Biodiversität und unverzichtbar im Ökosystem.

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Ansprechperson

Wald und Holz NRW
Lena Bleibaum
Walme 50
34414  Warbug-Scherfede

Tel.: +49 5642 94975 17
Mobil: +49 151 58021280
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