Skip to main content

Fichtenfällungen in Randbereichen des Nationalparks Eifel

11.02.19Pressemitteilung

Borkenkäferbefall: Schutz von benachbarten Wirtschaftswäldern geht vor.

Im Nationalpark Eifel werden in den Nationalparkbezirken Hetzingen, östlicher Kermeter und auch Dedenborn vom Borkenkäfer befallene Fichten entfernt. Während die winzigen Käfer im Inneren des Nationalparks als Waldgestalter einen durchaus willkommenen Prozess zum heimischen Buchenmischwald beschleunigen, werden sie zum Schutz benachbarter Wirtschaftswälder in einer 500 Meter breiten Zone am Rand des Schutzgebietes nicht geduldet. Im Moment werden befallene Fichten im Grenzbereiche des Bezirks Dedenborn entfernt. In Hetzingen und im östlichen Kermeter sind die Arbeiten bereits abgeschlossen. Positiver Nebeneffekt dieser Schutzmaßnahme: Hier entsteht Platz für den heimischen Buchenwald von morgen.

"Im vergangenen Jahr schwächte zunächst das Orkantief Friederike Mitte Januar und dann die lange Dürreperiode im Sommer vielerorts die Fichten" stellt Florian Krumpen, Fachgebietsleiter Biotop- und Wildtiermanagement aus der Nationalparkverwaltung Eifel fest. "Während sich Fichten bei Befall normalerweise mit ausscheidendem Harz wehren, gelingt das den durch Trockenheit geschwächten Fichten nicht", so der Forstwissenschaftler. Der Fichtenborkenkäfer mit Namen "Buchdrucker" (ips typographus) findet dort ideale Bedingungen, verbreitet sich rasend schnell und bringt die Fichten zum Absterben. Ein einziges Weibchen kann bei guten Bedingungen über drei Generationen während einer Vegetationsperiode bis zu 100.000 Nachkommen bilden. Die natürlichen Feinde des Borkenkäfers wie Spechte, Ameisenbuntkäfer oder Schlupfwespen vermögen einen Massenbefall auch nicht aufzuhalten. Wichtig ist es, während der Winterruhe des Käfers die befallenen Stellen im Wald aufzuarbeiten und abzutransportieren, bevor der Borkenkäfer im Frühjahr wieder zu schwärmen beginnt. Auch dann gilt es, die Randbereiche weiterhin streng zu kontrollieren und gegebenenfalls weitere befallene Fichten zu entnehmen.

"Für die Wirtschaftswälder in Nordrhein-Westfalen haben die Fichtenborkenkäfer katastrophale Auswirkungen und führen zu enormen Schäden" ergänzt Krumpen, "im Nationalpark hingegen kann der Käfer sogar hilfreich bei der natürlichen Waldentwicklung hin zu einem Buchenwald sein". Denn befallene Fichten sterben ab, werden zu wertvollem Totholz und machen Platz für gebietsheimische Baumarten.

Die Nationalparkverwaltung ist dazu verpflichtet, innerhalb einer 500-Meter-Zone innerhalb der Grenzen des Schutzgebietes einzugreifen, um Gefahr und Schäden für benachbarte Wirtschaftswälder zu vermeiden. Dieser Handlungsgrundsatz ist übrigens nicht nur im Nationalpark Eifel so festgeschrieben, sondern gehört zu den Handlungsgrundsätzen aller Nationalparke in Deutschland.

Ansprechperson

Wald und Holz NRW
Florian Krumpen
Urftseestraße 34
53937  Schleiden

Tel.: 02444/9510-64
Mobil: 0151/65631851
Fax: 02444/9510-85
vCard: laden

» Seite drucken