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Mut zu neuen Bäumen

Forstleute und Waldbesitz bereiten den Wald auf den Klimawandel vor

20.03.18Pressemitteilung

Heute haben Forstleute und Waldbesitzer gemeinsam Esskastanien in einen Wald in der Nähe von Ahaus gepflanzt. Die Esskastanie ist eine südländische Baumart, die bald zum Bild der Wälder in Nordrhein-Westfalen dazugehören könnte. Denn auch in NRW wird der Klimawandel ausgeprägte Trockenperioden und wärmere Temperaturen mit sich bringen. Bedingungen, an die die südländische Baumart genetisch angepasst ist.

Eine Personengruppe beim Baumpflanzen
Neue Baumarten für die nächste Generation pflanzten heute: Josef Demes-Oeing, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Ahlen-Stadtlohn-Vreden, Elsa Schulze Schwering, Jan Gerd Schulze Schwering, Waldbesitzer, Carla Schulze Schwering, Heinz Peter Hochhäuser, Leiter des Regionalforstamtes Münsterland, Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW, Werner Haselhoff, Forstunternehmer, Christina Frost, leitet als Försterin den Forstbetriebsbezirk Stadtlohn (Foto: Wald und Holz NRW)

„Der Klimawandel zwingt unseren Wäldern eine ausgeprägte Dynamik auf. Gesetzmäßigkeiten, die für Jahrhunderte galten, wandeln sich mit dem Klima. Gemeinsam mit den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern haben unsere Forstleute schon vor Jahren begonnen, unsere Wälder auf den Wandel vorzubereiten.“, erklärt Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW.

Dabei kommt es vor allem auf die Mischung an. Verschiedene, auch neue Baumarten, die bisher in NRW noch keine Rolle spielen, sollen in einem Wald stehen. Junge neben alten Bäumen, große neben kleinen. „So streuen wir das Risiko, dass im Klimawandel ganz Waldflächen absterben. Denn, dass der Klimawandel uns treffen wird, steht fest, nur eben nicht, wie heftig.“, so Wiebe. Wie hart Klima und Wetter die Wälder treffen können, hat gerade wieder der Orkan Friederike gezeigt.

Blätter der Esskastanie
Die Blätter der Esskastanie unterscheiden sich deutlich von den der heimischen Rosskastanie. (Foto: Wald und Holz NRW)

Für Waldbesitzende und Forstleute gehört es zum Arbeitsalltag, die nächsten 100 Jahre im Blick zu haben.

So auch für Jan Gerd Schulze Schwering. Der dreifache Familienvater ist Waldbesitzer in Ahaus-Wüllen.“Meine Familie bewirtschaftet unseren Wald seit 1250. Genau wie meine Vorfahren, sehe ich mich als Verwalter und möchte meinen Kindern einen Wald hinterlassen, der auch im Klimawandel wächst und besteht. Dabei verlasse ich mich auf den Rat meiner zuständigen Försterin vor Ort, Christina Frost.“, so Jan-Schulze Schwering.

Gemeinsam mit Schwering hat sie sich Gedanken über die nächste Waldgeneration gemacht. Die Entscheidung von Schwering fiel auf die Esskastanie. „Die Esskastanie kann Trockenheit gut vertragen, ist sehr sturmfest, bildet dauerhaftes Holz aus und wird sich durch die wärmeren Temperaturen zukünftig auch natürlich fortpflanzen können. Und dabei fügt sie sich gut in die Reihe unserer heimischen Baumarten ein, ohne diese zu verdrängen.“, erläuterte Frost.

Früchte der Esskastanie
Die Früchte der Esskastanie findet man noch eher auf dem Weihnachtsmarkt als Leckerbissen, als im heimischen Wald. (Foto: Süleyman Kayaalp, Wald und Holz NRW)

Bei der Bewirtschaftung der Wälder setzen viele private Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer auf gemeinschaftliche Arbeiten.

Josef Demes-Oeing ist Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Ahaus-Stadtlohn-Vreden, in der auch Jan Gerd Schulze Schwering Mitglied ist. „Unsere Mitglieder sind vor allem Besitzerinnen und Besitzer von kleinen Waldflächen. Die geringe Größe macht eine Bewirtschaftung alleine schwierig. Gemeinsam können wir nicht nur Holzernte oder Holzverkauf wirtschaftlich angehen, sondern auch besser Pflanzen bei Baumschulen bestellen. So erhalten wir für alle Menschen im Münsterland unsere reizvolle Parklandschaft.“, betont Demes-Oeing.

Hintergrund

Klimawandel

  • Der Klimawandel verändert unsere Wälder
  • Die Baumartenzusammensetzung wird sich ändern
  • An vielen Waldstandorten werden Bäume wie die Fichte nicht mehr gut wachsen können
  • Schaderreger können ganz neue Probleme bereiten
  • Die Vegetationsperiode hat sich seit den 60er Jahre um zwei Wochen verlängert

Trends bis 2050

  • Niederschläge: Zunahme im Winter, dadurch Probleme in der forstlichen Bewirtschaftung
  • Abnahme im Sommer bedeutet Probleme durch Trockenheit für die Waldbäume
  • Insgesamt wärmer, feuchter, stürmischer
  • Weitere Verlängerung der Vegetationsperiode

Wald und Eigentum

NRW ist Privatwaldland. Von 935.000 Hektar Wald gehören 63 Prozent 152.000 privaten Waldbesitzenden. Davon sind 336.000 ha in forstlichen Zusammenschlüssen organisiert, von denen der überwiegende Teil von Forstleuten von Wald und Holz NRW unterstützt wird. 80 Prozent der Waldbesitzenden besitzen Flächen kleiner als zwei Hektar.

Weitere Informationen

Landeswaldinventur

Wald und Klima

Pressekontakt

Wald und Holz NRW
Stefan Befeld
Bendlerstraße 5
33142 Büren

Tel.: 02951/9353266
Mobil: 0171/5873274
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