Baumfällungen an der L 288 Bensbergerstraße / Friedrich-Offermannstraße zwischen Bensberg und Forsbach - Wald & Holz Skip to main content

Baumfällungen an der L 288 Bensbergerstraße / Friedrich-Offermannstraße zwischen Bensberg und Forsbach

Straße am Wochenende 17.–18.11. voll gesperrt

09.11.18Pressemitteilung

In der Zeit vom 17. bis 18.11. werden Baumfällarbeiten entlang der Bensbergerstraße / Friedrich-Offermannstraße durchgeführt. Die Maßnahme ist dringend erforderlich, um die Sicherheit der Straße vor herabstürzenden Ästen oder umstürzenden Bäume wieder herzustellen und das sogenannte Lichtraumprofil – die Äste reichen in den Straßenraum hinein wieder freizustellen.

Baumfällarbeiten
Foto: Wald und Holz NRW

Zur Durchführung der Verkehrssicherungsarbeiten wird der Straßenverkehr zwischen Ortsausgang Bensberg und dem Ortseingang Forsbach von Samstagmorgen 17.11. bis Sonntagabend 18.11.voll gesperrt. Die Sperrung beginnt am Samstag um 8:00 h und endet am Sonntag um 21.00 h. Der Verkehr wird deshalb in Richtung Benberg über die Strecke B 55 nach Untereschbach und dann weiter über die L 284 nach Hoffnungstal und von dort über die K 40 nach Forsbach und in umgekehrter Richtung  – umgeleitet. Die Umleitungsstrecke wird entsprechend ausgeschildert.

Das Forstamt Rhein-Sieg-Erft kommt mit den Baumfällungen seiner sogenannten Verkehrssicherungspflicht nach. Gemäß geltender Rechtslage müssen Waldbesitzer durch geeignete Maßnahmen sicherstellen, dass von Baumbeständen entlang von öffentlichen Straßen keine Gefahr für die Benutzer der Straße ausgeht. Der Wald in diesem Bereich gehört dem Land NRW und wird vor Ort durch die Revierförsterei Broichen-Steinhaus gepflegt und bewirtschaftet.

Nach entsprechenden Kontrollen wurde festgestellt, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Zum einen neigen sich an vielen Stellen junge und mittelalte Bäume in Richtung der Straße.  Nach starken Regenfällen und dadurch aufgeweichtem Erdboden oder im Winter bei Nassschneefall droht die Gefahr, dass diese Bäume ausgehebelt werden und auf die Straße stürzen.

Zum anderen wurden Faulstellen an Stämmen und Ästen entdeckt, so dass eine Baumumsturz- und Astabbruchgefahr besteht.
Wie hoch das Risiko von Bäumen entlang von öffentlichen Straßen ist, zeigen immer wieder tragische Verkehrsunfälle wie z.B. im Nachbarforstamt Altenkirchen, bei dem am 21.08.2012 ein Ehepaar in der Nähe von Altenkirchen in ihrem Auto von einem herabstürzenden Buchenast im Sommer bei Windstille erschlagen wurde.

Gefällt werden vor allem stark in Richtung Straße geneigte sowie kranke und faule Bäume. Es handelt sich um junge und mittelalte Bäume ohne eine besonders hohe ökologische Wertigkeit. Diese stellt sich erst bei alten Bäumen ein, wenn die Stämme dick genug sind, um den Bau z.B. von Spechthöhlen zu ermöglichen.

An einigen Stellen sind auch stärkere Fichten zu fällen, die durch den Hitzesommer dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind. Diese Bäume werden jetzt nach dem Borkenkäferbefall absterben und stellen zusätzlich eine Gefahr für den Straßenverkehr dar.

Um die Auswirkungen auf den Berufsverkehr und den Schulbusverkehr zu vermeiden, werden die Arbeiten am Wochenende ausgeführt.

Um einen zügigen Arbeitsfortschritt sicherzustellen und die Zeit der Straßensperrung möglichst gering zu halten, wird statt mit Forstschlepper und Motorsäge mit modernen Fällbaggern und Mobilhackern gearbeitet.

Zunächst wird die Baumkrone mittels Bagger in Höhe des Kronenansatzes abgetragen und in der Straßenböschung rechtwinklig zu Straße abgelegt.  Diese Kronen werden anschließend mittels Großhacker zerspant und in Biomassekraftwerke abtransportiert, um so umweltfreundliche Energie zu produzieren.

Anschließend werden die verbleibenden Stämme abtragen und ebenfalls seitlich gelagert. Die Stammstücke werden dann mittels eines Forwarders (forstliche Spezialrückemaschine) aufgeladen und zum nächsten Lagerplatz im angrenzenden Wald abtransportiert. Diese Hölzer werden dann an die Spanplattenindustrie verkauft, um daraus Platten für die Möbelindustrie herzustellen.

Neben dem primären Ziel der Herstellung der Verkehrssicherheit soll durch die Maßnahme auch die Entwicklung zu einem stufig aufgebauten Waldrand entlang der Straße gefördert werden.  Auch wenn mit dem erfolgten Eingriff erst einmal größere Auflichtungen entlang der Straße einhergehen, so können jedoch in den kommenden Jahren die bereits vorhandenen kleinen Buchen, Eichen und andere Laubbäume sowie der Stockausschlag eine neue Waldgeneration bilden. Diese nächste Baumgeneration steht schon in den Startlöchern und wartet nur auf eine Erhöhung des Lichtangebots. Bereits vorhandene Sträucher werden geschont. Es entsteht von Natur aus ein neues Dickicht, das den dahinter liegenden Wald und die dort lebenden Tiere vor den Wirkungen der Straße (Lärm, Lichteinfall der Scheinwerfer) schützt.

Außerdem soll die Maßnahme das Risiko von Wildunfällen reduzieren, denn durch das Zurückdrängen des Waldrandes sind die Wildtiere vom Autofahrer frühzeitiger zu erkennen. Allein im letzten Jahr ereigneten sich auf der Strecke 22 Wildunfälle.

In den letzten Jahren musste die L 288 nach stürmischen Starkregenereignissen sowie nach Nassschneefällen unplanmäßig öfter kurzfristig gesperrt werden. Außerdem musste die freiwillige Feuerwehr jährlich öfters ausrücken, um abgebrochene Äste und umgestürzte Bäume zu beseitigen. Das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft bittet um Verständnis der Autofahrer, denn letztendlich dient diese Maßnahme der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.

Pressekontakt

Wald und Holz NRW
Stephan Schütte
Flerzheimer Allee 15
53125 Bonn

Tel.: 02243/9216-31
Mobil: 0171/5871131
Fax: 02243/9216-86
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Wald und Holz NRW
Jürgen Greißner
Forsthaus Forsbach
51503 Rösrath

Tel.: 02205/898374
Mobil: 0171/5870769
Fax: 02205/898375
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