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Tag des Baumes: Fichte und andere Baumarten im Klimawandel

Im Arboretum Burgholz wachsen neben dem Baum des Jahres zahlreiche Alternativen für die Wälder der Zukunft

25.04.17Pressemitteilung

Auf der #Menschwald Tour hat Wald und Holz NRW zum Tag des Baumes in das Arboretum Burgholz bei Wuppertal eingeladen. Hier wachsen rund 100 verschiedene Laub- und Nadelbaumarten aus aller Welt. Damit ist dies der bedeutendste flächenweise Anbau fremdländischer Baumarten in Nordrhein-Westfalen. Wissenschaftler von Wald und Holz NRW erforschen hier, wie sich Baumarten aus anderen Regionen der Erde unter den Bedingungen des Klimawandels in NRW entwickeln. Dr. Bertram Leder, Wald und Holz NRW: „Der Klimawandel verändert unsere Wälder schon heute. Auf der Suche nach geeigneten Baumarten für den Wald der Zukunft müssen wir uns als Ergänzung auch fremdländische Baumarten anschauen, die mit dem Klimawandel eventuell besser zurechtkommen, wie unsere bisherigen Waldbäume.“ Douglasie und Küstentanne haben bereits in die Forstwirtschaft Einzug gehalten. Weitere Arten wie Roteiche, Lindenblättrige Birke oder Esskastanie könnten in geeigneten Regionen folgen.

Förster Dr. Bertram Leder, Wolfgang Müller und  Uwe Schölmerich vor einem Bergmammut mit Waldnachwuchs von Eberesche, Küstentanne und Eiche
v.l.: Förster Dr. Bertram Leder, Wolfgang Müller und Uwe Schölmerich vor einem Bergmammut mit Waldnachwuchs von Eberesche, Küstentanne und Eiche. (Foto: Wald und Holz NRW)

Baum des Jahres 2017

Der Tag des Baumes ist immer auch ein Tag, an dem der Baum des Jahres besondere Beachtung findet. Das ist in diesem Jahr die Fichte, die häufigste Baumart in unseren Wäldern. Heute polarisiert die Fichte und steht als Baum der relativ naturfernen Monokulturen oft in der Kritik. Allerdings ist es der genügsamen Fichte zu verdanken, dass viele vor Jahrhunderten völlig entwaldete Landstriche heute wieder Wald sind. Die Dr. Silvius Wodarz Stiftung schreibt in ihrer Begründung zur Wahl der Fichte als Baum des Jahres 2017: „Die Fichte ist der Symbolbaum für gelungene Wiederbewaldung in Deutschland: Holznot im 18. und 19. Jahrhundert, Reparationshiebe und Wiederaufbau machten die Baumart in der Forstwirtschaft viele Jahre unersetzlich. Reine Fichtenwirtschaft zeichnet sich durch gute Holzerträge aus, jedoch ist das Risiko hoch, große Teile eines Bestandes durch Sturm und Forstschädlinge zu verlieren. Ökologische Folgen von Fichtenreinbeständen sind Versauerung und Nährstoffverlust des Waldbodens.

Förster im Wald
Der Wald der Zukunft ist vielfältig: 10 Baumarten auf kleinstem Raum (Foto: Wald und Holz NRW)

Die Fichte – Ein Baum mit Geschichte

Als Preußenbaum hat die Fichte erst vor gut 200 Jahren in den Wäldern Nordrhein-Westfalens Fuß gefasst. (Siehe dazu beiliegendes Infoblatt: Preußenbaum) Spätestens seit dem Orkan Kyrill wissen wir, dass die Fichte im Klimawandel an vielen Standorten keine Zukunft hat. "Für die Fichte wird es auf den nicht so kühl-feuchten Standorten in den tieferen Lagen in NRW in Zukunft eng. Da brauchen wir als zuwachsstarke Nadelbaumarten künftig weitere Begleiter: Weißtanne, Douglasie und andere Gastbaumarten. Mischbeständen mit heimischen Laubbaumarten gehört die Zukunft", erklärte Uwe Schölmerich, Leiter im Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft.

Drei Förster umfassen Stamm eines Mammutbaums
Drei Förster braucht es um den Stamm dieses 45 Jahre jungen Mammutbaums zu umfassen. (Foto: Wald und Holz NRW)

Dienstleister Waldbaum

Am Tag des Baumes ist es angemessen, einen Blick auf die vielenLeistungen zu werfen, die unsere Waldbäume völlig kostenlos für unserbringen. Sie sind Luftfilter, Wasserspeicher, Klimaschützer undLebensraum:

Natürliche Luftfilter

Ein großer Laubbaum, z.B. eine 200-jährige Stileiche, produziertstündlich etwa 370 Liter Sauerstoff – das sind rund drei Millionen Literim Jahr. Die Blattfläche eines solchen Baumes umfasst rund 1.000Quadratmeter und der Baum filtert jährlich rund 7.000 KilogrammSchadstoffe aus der Luft. Die Blätterdächer spenden im SommerSchatten und viele Bäume wirken als Filter für Feinstaub, derverstärkt bei Trockenheit auftaucht. Ahorn, Buchen und Kastaniensind gute natürliche Filter.

Wasserspeicher

Ein 20-jähriger Laubbaum verhindert mit seinen Wurzeln den Abflussvon 70.000 Litern Wasser im Jahr. Er speichert das Wasser und dientdamit dem Hochwasserschutz. Zudem halten seine Wurzeln rund 50Tonnen Boden zusammen, in dem sich unzählig vieleMikroorganismen, Insekten und Würmer tummeln.

Klimaschützer

Was das Klein-Klima betrifft, sind Laubbäume geradezu Alleskönner.Jeder Baum kühlt unmittelbar vor Ort und sofort. Denn Laubbäumeverdampfen Wasser und das verbraucht Wärme, die somit die Luftnicht aufheizen kann.

Lebensraum Baum

Nicht nur die Wurzeln eines Baumes bieten Lebensraum für unzählige Organismen, auch in der Rinde, auf den Ästen, in den Hohlräumen, im Laub, der Baumkrone oder dem Baumwipfel leben die unterschiedlichsten Lebewesen, zum Beispiel Algen, Schmetterlinge, Insekten und Vögel.

Hintergrund: Internationaler Tag des Baumes

Die Idee für den Tag des Baumes stammt aus dem 19. Jahrhundert. Sie geht auf den Farmer und Journalisten, Julius Sterling Morton, zurück. Er gehörte zu den ersten Siedlern Nebraskas (USA). In der dortigen Landschaft gab es nur wenige Bäume. Sterling Morton begann zunächst erfolgreich sein Grundstück zu bepflanzen. Im Jahre 1872 schlug er vor den "Arbor Day" einzuführen – einen Feiertag zum Bäume pflanzen. Gleich beim ersten Mal wurden mehr als eine Million Bäume in Nebraska gepflanzt und nach und nach verbreitete sich die Idee.

Am 27. November 1951 beschlossen die Vereinten Nationen den Tag des Baumes. Er soll die Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Wirtschaft im Bewusstsein halten. Der deutsche „Tag des Baumes“ wurde erstmals am 25. April 1952 begangen. Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, pflanzten im Bonner Hofgarten einen Ahorn.

In dieser Zeit nach dem zweiten Weltkrieg waren die Deutschen Wälder übernutzt. Während des Krieges und im Anschluss durch die Übernutzung der Alliierten fanden auf zehn Prozent der deutschen Waldfläche Kahlschläge statt. So wurde in den ersten Nachkriegsjahren zwischen 9- bis 15-Mal mehr Holz eingeschlagen, als nachwachsen konnte. Die Kohleförderung reichte nicht aus, um die Haushalte zu versorgen, so dass verstärkt Brennholz eingeschlagen wurde. Der Tag des Baumes 1952 diente der Rückbesinnung auf die Nachhaltigkeit – ein Prinzip, das seit 300 Jahren das Handeln der Forstwirtschaft prägt.

Pressekontakt

Wald und Holz NRW
Michael Blaschke
Albrecht-Thaer-Straße 34
48147 Münster

Tel.: 0251/91797-210
Mobil: 0151/19514378
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