Leiter des Regionalforstamtes OWL in den Ruhestand verabschiedet - Wald & Holz Skip to main content

Leiter des Regionalforstamtes OWL in den Ruhestand verabschiedet

Festakt im MARTa Herford

26.10.17Pressemitteilung

Zehn Jahre leitete Franz Stockmann die Geschicke des nördlichsten Forstamtes in Nordrhein-Westfalen. Heute hat er die hoheitliche Verantwortung für knapp 80.000 Hektar Wald an seinen Nachfolger Holger-Karsten Raguse übergeben.

Stockmann und Kollegen
v.l.: Franz Stockmann, langjähriger Forstamtsleiter des Forstamtes Ostwestfalen-Lippe; Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW; Holger-Karsten Raguse, neuer Forstamtsleiter des Forstamtes Ostwestfalen-Lippe (Foto: Wald und Holz NRW)

Rund 200 Gäste waren zur Verabschiedung in das MARTa Herford gekommen. In seiner Abschiedsrede schwärmte Franz Stockmann noch einmal ausgiebig von den wunderschönen Wäldern in seinem Regionalforstamt, die eben keine seelenlosen Holzäcker seien. Franz Stockmann: „Das sind auch Erfolgsgeschichten des Natur- und Artenschutzes. Wildkatze und Schwarzstorch sind in unsere Wälder zurückgekommen. Besonders die Buchenniederwälder im Wiehengebirge sind einzigartige Naturräume.“ Stockmann läßt keinen Zweifel daran, dass die Wälder trotz ihres herausragenden Wertes für die Tier- und Pflanzenwelt Wirtschaftswälder sind. „Die Wertschöpfungskette Forst-Holz kann man gerade in Ostwestfalen-Lippe gar nicht genug betonen“, so Stockmann.

Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW, sagte: „Diese konsequent ganzheitliche Sicht auf unsere Wäder ist typisch für Franz Stockmann – und vorbildlich. Die Multifunktionalität, also die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion auf ein und derselben Fläche zu realisieren, dafür hat sich Franz Stockmann mit Leib und Seele eingesetzt.“

Stockmann betont die Bedeutung des Rohstoffs Holz für die heimische Wirtschaft: „180.000 Arbeitsplätze hängen in NRW vom Rohstoff Holz ab. Ganz besonders in der Küchen- und Möbelregion Ostwestfalen-Lippe. Die Wälder in meinem Forstamt haben die höchsten Holzvorräte in ganz NRW. Besonders viel Buche.“ Viel Hoffnung setzt Stockman deshalb auch auf neue, innovative Einsatzmöglichkeiten für Buchenholz, wie die Baubuche, die im Hausbau neue Akzente setzen könnte.

Männer und Frauen
Foto: Wald und Holz NRW

Das Kerngeschäft seines Regionalforstamtes  sieht Stockmann in der Betreuung der Privatwälder, die den größten Teil der Wälder der Region ausmachen. Typisch sind sehr kleine Waldflächen, deren Besitzer sich in Zusammenschlüssen organisiert haben. Die Betreuung dieser manchmal auch kompliziert organisierten Besitzverhältnisse ist eine besondere Herausforderung. „Man muss die Menschen ernst nehmen und immer ein offenes Ohr haben“, sagt Franz Stockmann, dann findet man auch in komplizierten Situtionen nachhaltige Lösungen.

Mindestens genauso begeistert wie vom Wald spricht Stockmann über die Menschen, denen er in seiner langjährigen Arbeit in der Forstverwaltung begegnete. Er war schon ein Kommunikator, lange bevor kundige Berater den Forstleuten sagten, dass Wald nicht nur etwas mit Bäumen, sonderen auch ganz viel mit Menschen zu tun hat. Franz Stockmann hat in seinem Berufsleben viel geredet. Mit Landwirten, Jägern, Naturschützern, Waldbesitzern Bürgerinitiativen und Verwaltungen. Immer mit dem festen Ziel, gute Kompromisse zu finden, die dem Wald  helfen. Stockmann betont, er habe sich nie auf seine hoheitliche Zuständigkeit und die Kraft der Gesetze verlassen. „Wer vor Ort etwas für den Wald erreichen will, muss auf den ehrlichen und ständigen Dialog mit den Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern und den zahlreichen Waldnutzern setzen“, verrät Stockmann. Und bei aller Zurückhaltung schwingt doch etwas Stolz mit, wenn er im Rückblick das Resümee zieht, für fast alle Probleme Lösungen gefunden zu haben, mit denen alle Beteiligten leben konnten. 

Franz Stockmann und Kollege
Foto: Wald und Holz NRW

Andreas Wiebe bezeichnete den scheidenden Forstamtsleiter als einen im besten Sinne traditionellen Forstmann: „Franz Stockmann hat es sehr früh verstanden, dass  Tradition nicht das Bewahren der Asche ist, sondern das Weitergeben der Glut. Und diese Erkenntnis hat er konsequent und vorbildlich vorgelebt.“

Viele Jahre hatte Stockmann auch eine für einen Beamten eher untypische Aufgabe übernommen. Auf den jährlichen Holzauktionen in Handorf, Ostbevern und Appelhülsen im Münsterland konnte man ihn als gewieften Auktionator für eldle Laubhölzer erleben, der mit beeindruckender Energie Spitzenpreise für die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer erzielte.

Auch nach vielen Berufsjahren geht Franz Stockmann das Herz auf, wenn er die Wälder seines Regionalforstamtes begeht. „Wir pflegen den Wald und entnehmen nur das, was nachwächst“, sagt er. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung, die das Wohl kommender Generationen im Blick hat, war immer das wichtigste Ziel seiner Arbeit.

Sein Nachfolger, der 54-jährige Holger-Karsten Raguse, ist Experte für die Waldplanung und arbeitet seit 2003 im Regionalforstamt Ostwestfalen-Lippe. „Holger-Karsten Raguse ist ein fest in der Region verankerter Kenner der ostwestfälisch-lippischen Wälder. Er ist ein Teamplayer und ein Garant für Verläßlichkeit und einen fließenden Übergang in der Leitung des nördlichsten Regionalforstamtes“, sagte Andreas Wiebe.

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Albrecht-Thaer-Straße 34
48147 Münster

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Mobil: 0151/19514378
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