9. Arnsberger Waldforum – Wälder brauchen Vielfalt - Wald & Holz Skip to main content

9. Arnsberger Waldforum – Wälder brauchen Vielfalt

Fachleute diskutieren über Wälder im Klimawandel

27.10.17Pressemitteilung

Der Klimawandel und seine Folgen sind unausweichlich und stellen die heimischen Wälder vor neue Herausforderungen. „Bäume und Sträucher können sich bis zu einem gewissen Grad anpassen, aber sie werden anfälliger für Schädlinge und wachsen nur noch dort gut, wo die Wachstumsbedingungen nicht schon heute an ihre Grenzen stoßen“, sagte Dr. Bertram Leder, Waldbauexperte bei Wald und Holz NRW, anlässlich des 9. Arnsberger Waldforums. Dort treffen sich an zwei Tagen Fachleute, Praktiker und Waldinteressierte, um über Gestaltungsmöglichkeiten für zukunftsfähige Wälder im Klimawandel zu diskutieren.

Günter Dame, Gunther Tiersch und Dr. Bertram Leder
Günter Dame (Wald und Holz NRW), Dr. Günther Tiersch (Leiter Wetterteam ZDF) und Dr. Bertram Leder (Wald und Holz NRW) sind sich einig, dass künftige Waldgenerationen dem Klimawandel angepasst werden müssen. (Foto: Wald und Holz NRW)

Stichwort: Baumartenvielfalt
In diesem Jahr lautet das Motto des Arnsberger Waldforums „Wälder brauchen Vielfalt“. „Genetische Vielfalt ist eine wesentliche Voraussetzung, damit Arten besser auf Umweltveränderungen reagieren und sich anpassen können“, erklärt Dr. Bertram Leder, Leiter der Schwerpunktaufgabe Waldbau und Forstvermehrungsgut bei Wald und Holz NRW. Aber Wälder brauchen nicht nur Vielfalt, sie bieten auch Vielfalt. Und Vielfalt im Wald bedeutet Reichtum. Das betrifft zum einen die vielen verschiedenen Tier- und Pflanzenarten, ihre genetischen Erbinformationen und ihre unterschiedlichen Lebensräumen. Zum anderen bezieht es sich auf die diversen Möglichkeiten und Chancen, den Wald – auch wirtschaftlich – zu nutzen. Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW betonte die Bedeutung der Schwerpunktaufgabe Waldbau und Forstvermehrungsgut bei Wald und Holz NRW. Die Aufgaben, vor denen wir durch den Klimawandel stehen, werden wir nur bewältigen können, wenn wir heute kluge Entscheidungen für die Zukunft treffen. Die richtige Auswahl der Pflanzen für den Wald von übermorgen ist eine der wichtigsten Entscheidungen im heutigen Waldbau.

30 Jahre Waldbau und Forstvermehrungsgut
Die Schwerpunktaufgabe Waldbau und Forstvermehrungsgut feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Dort arbeiten die verschiedenen Teams an Konzepten für Wälder der Zukunft oder sie sorgen dafür, dass NRW ausreichend mit Saatgut der heimischen Bäume und Sträucher versorgt ist. Mit dem Klimawandel verändert sich auch die Aufgabe der ehemaligen Forstgenbank. Mit Blick auf das 30-jährige Jubiläum sagte Andreas Wiebe: „Tradition bedeutet nicht die Asche zu bewahren sondern die Glut weiter zu geben.“ Die Glut, das sind vor allem die ständig wachsenden Erkenntnisse unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. In verschiedenen Forschungsprojekten versuchen sie herauszufinden, mit welchen Baumarten und in welchen Kombinationen sich ein klimastabiler Wald der Zukunft erreichen lässt.

Fachleute, Praktiker und Waldinteressierte
Unter dem Motto „Wälder brauchen Vielfalt“ diskutierten Fachleute, Praktiker und Waldinteressierte auf dem 9. Arnsberger Waldforum. (Foto: Wald und Holz NRW)

Die Rahmenbedingungen des Klimawandels erläuterte ZDF Wetterexperte Dr. Gunther Tiersch: „Das Abschmelzen der Polkappen kann zu mehr kalten nördlichen Strömungen führen. Statt wie bisher vorwiegend Winde aus dem Westen können wir in Zukunft mit häufigeren Nord- und Südwinden rechnen. Die durchschnittlich steigen Temperaturen sind nur eine Seite des Klimawandels. Gleichzeitig nehmen die Gefahren von Spätfrösten und die Stärke der Stürme und Orkane zu. Die Vegetationsperiode wird länger und die Anzahl der Tropennächte nimmt zu.“ Das – so der Klimaexperte – wir auch dazu führen, dass wir es hier mit bisher unbekannten Insekten zu tun haben werden. Die Tigermücke, die das Dengue Fieber übertragen kann, sei nur ein erstes Beispiel. Tiersch begrüßte ausdrücklich die Initiative von Wald und Holz NRW, durch mehr Vielfalt für mehr Klimastabilität in unseren Wäldern zu sorgen.

Das Arnsberger Waldforum geht in diesem Jahr in die 9. Auflage. Die Fachtagung hat in den vergangenen Jahren immer wieder Fachleute, Praktiker und Waldinteressierte zusammen und interessanten
Meinungsaustausch hervorgebracht. Die Kurzfassungen der Vorträge finden Sie unter www.arnsbergerwaldforum.de

Weitere Informationen

9. Arnsberger Waldforum

Pressekontakt

Wald und Holz NRW
Michael Blaschke
Albrecht-Thaer-Straße 34
48147 Münster

Tel.: 0251/91797-210
Mobil: 0151/19514378
vCard: laden

» Seite drucken