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500 Luthereichen zum Reformationsjubiläum

Försterinnen und Förster verschenken eigens für diesen Tag gezogene Eichensetzlinge

02.11.17Pressemitteilung

Die größte der vier in NRW bekannten Luthereichen steht neben der Herforder St. Johanniskirche. Sie wurde dort zum 400. Reformationsjubiläum gepflanzt und ist zu einem stattlichen gesunden Baum herangewachsen.

Anne Rodenbrock-Wesselmann
Bürgermeisterin Anne Rodenbrock-Wesselmann bekam in Halle Westfalen zehn Luthereichen für die im Reformationsjahr extra umbenannte Martin Lutherstraße. (Foto: Wald und Holz NRW)

Von dieser Luthereiche haben Forstleute von Wald und Holz NRW im vergangenen Herbst Eicheln gesammelt, um neue Luthereichen heranzuziehen. Jeweils 500 dieser Setzlinge wurden von den Forstleuten zum 500. Reformationsjubiläum an drei Orten in NRW verteilt. In Herford, Halle/Westfalen (Kreis Gütersloh) und in Hövelhof (Kreis Paderborn) hieß es am Reformationstag: 500 Luthereichen zum 500. Reformationsjubiläum. Der Herforder Förster Herwart Siebert (64), der die Eicheln vergangenen Herbst gesammelt hat, sagte: „ Es ist doch eine tolle Sache, dass die Menschen im Lutherjahr einen Teil des Reformationsgedankens mit nach Hause nehmen und ihre eigene kleine Luthereiche in den Garten pflanzen können.“

Frank Erber, Anne Rodenbrock-Wesselmann und Johannes-Otto Lübke
Zusammen mit Stadtgärtner Frank Erber und Förster Johannes-Otto Lübke hat die Bürgermeisterin die Setzlinge gleich eingepflanzt. (Foto: Wald und Holz NRW)

Die Tradition der Luthereichen

Das Jahr 1517 gilt als Beginn der Reformation. Martin Luther schlug am 31.10.1517 seine 95 Thesen an die Kirche in Wittenberg. Daher feiern die protestantischen Christen dieses Jahr das 500. Jubiläum der Reformation: Das Lutherjahr 2017. An vergangenen Reformationsjubiläen oder an runden Geburtstagen Martin Luthers wurden bundesweit zahlreiche Luthereichen neben die Kirchen gepflanzt. So zum Beispiel vor 100 Jahren in Herford. Eine Tradition, die an die Bannbulle erinnert, mit der der Mönch Martin Luther wegen seiner öffentlich geäußerten reformatorischen Gedanken aus der katholischen Kirche ausgeschlossen wurde. Luther verbrannte die päpstliche Bulle und Bücher seiner Widersacher öffentlich. Der Legende nach wurde die erste Luthereiche in die Asche der Feuerstelle in Wittenberg gepflanzt.

Diese ursprüngliche Luthereiche in Wittenberg fiel 1813 während der Napoleonischen Kriege der Holznot zum Opfer. Der danach gepflanzte Ersatzbaum steht heute noch dort. Er ist aber, nachdem er angesägt wurde, ein sterbender Baum.

Walter Hemplemann und Michael Blaschke
Der Haller Superintendent Walter Hemplemann und Wald und Holz NRW Pressesprecher Michael Blaschke verschenken am Reformationstag gemeinsam Luthereichen. (Foto: Wald und Holz NRW)

Die Herforder Luthereiche ist eine Roteiche

Die meisten Luthereichen in Deutschland sind Stiel- oder Traubeneichen. In Herford hat man sich vor 100 Jahren für eine Roteiche entschieden. Die aus Nordamerika stammende Eichenart zeichnet sich durch besonders farbenprächtiges Herbstlaub aus, welches in seiner Heimat zum typischen Indian Summer beiträgt. Vor 100 Jahren waren Roteichen eher eine dekorative Alternative für Parkanlagen und wurden dort häufig angepflanzt. Heute pflanzen wir Roteichen als Mischbaumart auch in unsere Wälder. Der Klimawandel setzt vielen heimischen Baumarten zu. Es ist ungewiss, ob sie auch in vielen Jahrzehnten noch mit dem dann veränderten Klima zurechtkommen. Forstleute suchen daher nach Alternativen, die unsere Wälder ergänzen und stabiler gegen Klimaveränderungen machen. Die Roteiche ist eine Baumart, die nach bisherigen Erkenntnissen besonders gut in unsere zukünftigen Wälder passt.

Weitere Bilder

Menschen beim Reformationsjubiläum
Förster Herwart Siebert

Pressekontakt

Wald und Holz NRW
Michael Blaschke
Albrecht-Thaer-Straße 34
48147 Münster

Tel.: 0251/91797-210
Mobil: 0151/19514378
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