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Bäume sind Wunderwerke der Natur

Heute ist der internationale Tag des Baumes

25.04.16Pressemitteilung

Als ältester Baum in NRW gilt die Fehmeeiche im münsterländischen Erle bei Raesfeld. Mit über 4,5 Meter Stammdurchmesser bleibt ihr exaktes Alter allerdings ein Geheimnis, denn der Kern der alten Eiche ist schon seit über 100 Jahren verfault. Um die 1.000 Jahre muss als Altersangabe reichen. Als die höchsten Bäume des Landes gelten die Douglasien und Weißtannen aus den preußischen Versuchsanbauten aus den 1880ern. Um die 50 Meter ragen sie inzwischen in den Himmel.  

Der höchste Baum auf der Welt ist mit fast 120 Meter mehr als doppelt so hoch und steht in Kalifornien. Ganz besonders faszinierend ist das interne Versorgungssystem eines Baumes. Von der Wurzel bis in die Baumkrone sorgt ein kompliziertes Leitungssystem dafür, dass ausreichend Wasser und Nährstoffe den Baum bis in alle Äste und Blätter erreichen. Eine spezielle Pumptechnik der Wurzeln ermöglicht, dass ausreichend Druck aufgebaut wird, um das Wasser weiter zu transportieren. Mit der Verdunstung des Wassers in den Blättern wird der Sog aufrechterhalten. Ein ausgeklügelte System, das z.B. beim Mammutbaum bis zu einer Höhe von deutlich über hundert Meter stabil ist. Doch das ist wirklich eine Rekordgrenze und deshalb können Bäume auch nicht in den Himmel wachsen.
Schon zu Zeiten der Saurier waren die Mammutbäume auf der Erde verbreitet. Die wachsen auch bei uns. Zum Beispiel im Arboretum Burgholz in Wuppertal. Dort kann man über hundert verschiedene Baumarten aus der ganzen Welt erleben. Darunter auch den Urweltmammutbaum aus China und den amerikanischen Küstenmammutbaum. Von dem frostempfindlichen kalifornischen Staatsbaum wächst in Wuppertal ein kleiner Wald.  Mammutbäume sind in unseren Wäldern gar nicht so selten, wie man vermutet. Sie werden sogar wirtschaftlich genutzt. Beim diesjährigen Edelholzverkauf im Rheinland wurden 36 Festmeter des auch als Redwood oder Sequoia bekannten Baumes verkauft.
Als ältester Baum in Deutschland gilt die Doppel-Eibe von Balderschwang“ im Oberallgäu. Dieser Methusalem wird auf etwa 2.000 Jahre geschätzt. Die Angaben zum Alter von Baumveteranen können sehr unterschiedlich ausfallen. Wie bei der Fehmeeiche aus dem Münsterland  fehlen auch bei der Doppel-Eibe von Balderschwang Stammteile und so wird eine genaue Altersbestimmung durch eine Jahresringanalyse unmöglich. Das Alter wird dann über den Stammumfang und angenommene Jahresringbreiten hergeleitet.
Der dickste Baum auf der Welt ist mit einem Durchmesser von 14 Meter eine mexikanische Sumpfzypresse, der „Baum von Tule.
Die Bäume in Deutschlands Wäldern haben noch ganz andere Superlative zu bieten, sie sind Luftfilter, Wasserspeicher, Klimaschützer und Lebensraum:
Natürliche Luftfilter

Ein großer Laubbaum, z.B. eine 200 jährige Stileiche, produziert stündlich etwa 370 Liter Sauerstoff – das sind rund drei Millionen Liter im Jahr. Die Blattfläche eines solchen Baumes umfasst rund 1.000 Quadratmeter und der Baum filtert jährlich rund 7.000 Kilogramm Schadstoffe aus der Luft. Die Blätterdächer spenden im Sommer Schatten und viele Bäume wirken als Filter für Feinstaub, der verstärkt bei Trockenheit auftaucht. Ahorn, Buchen und Kastanien sind gute natürliche Filter.
Wasserspeicher
Ein 20-jähriger Laubbaum verhindert mit seinen Wurzeln den Abfluss von 70.000 Litern Wasser im Jahr. Er speichert das Wasser und dient damit dem Hochwasserschutz. Zudem halten seine Wurzeln rund 50 Tonnen Boden zusammen, in dem sich unzählig viele Mikroorganismen, Insekten, Würmer tummeln.
Klimaschützer
Was das Klein-Klima betrifft, sind Laubbäume geradezu Alleskönner. Jeder Baum kühlt unmittelbar vor Ort und sofort. Denn Laubbäume verdampfen Wasser und das verbraucht Wärme, die somit die Luft nicht aufheizen kann.
Lebensraum Baum

Nicht nur die Wurzeln eines Baumes bieten Lebensraum für unzählige Organismen, auch in der Rinde, auf den Ästen, in den Hohlräumen, im Laub, der Baumkrone oder dem Baumwipfel leben die unterschiedlichsten Lebewesen, zum Beispiel Algen, Schmetterlinge, Insekten und Vögel.
Allein an einer Linde können bis zu 30 pflanzenfressende Insektenarten gezählt werden, zahlreiche Schmetterlingsarten ernähren sich von ihrem Nektar und auch die Bienen sind dankbare Abnehmer der Lindenpollen. Im Mittelalter waren die Linden deshalb auch als sogenannte Bienenweiden geschützt.
Baum des Jahres 2016 – die Winterlinde
Dorflinden bildeten in Mitteleuropa früher den Mittelpunkt vieler Ortschaften. Hier wurden der neueste Dorfklatsch, aber auch wichtige Informationen weitergegeben, Kinder spielten im und um den Baum und hier fand die Brautschau statt und unter der Tanzlinde wurde "in den Mai getanzt". Zudem wurde unter den Linden in manchen Orten auch das Dorfgericht abgehalten. Diese Tradition ging auf die Germanen zurück. So wurde die Linde auch "Gerichtsbaum" genannt.


Hintergrund: Internationaler Tag des Baumes
Die Idee für den Tag des Baumes stammt aus dem 19. Jahrhundert. Sie geht auf den Farmer und Journalisten, Julius Sterling Morton, zurück. Er gehörte zu den ersten Siedler in Nebraskas (USA). In der dortigen Landschaft gab es nur wenige Bäume. Sterling Morton begann zunächst erfolgreich sein Grundstück zu bepflanzen. Im Jahre 1872 schlug er vor den "Arbor Day" einzuführen, einen Feiertag zum Bäume pflanzen. Gleich beim ersten Mal wurden mehr als eine Million Bäume in Nebraska gepflanzt und nach und nach verbreitete sich die Idee.
Am 27. November 1951 beschlossen die Vereinten Nationen den Tag des Baumes. Er soll die Bedeutung des Waldes für den Menschen und die Wirtschaft im Bewusstsein halten. Der deutsche "Tag des Baumes" wurde erstmals am 25. April 1952 begangen. Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, pflanzten im Bonner Hofgarten einen Ahorn.
In dieser Zeit nach dem zweiten Weltkrieg waren die Deutschen Wälder übernutzt. Während des Krieges und im Anschluss durch die Übernutzung der Alliierten fanden auf zehn Prozent der deutschen Waldfläche Kahlschläge statt. So wurde in den ersten Nachkriegsjahren zwischen 9- bis 15-mal mehr Holz eingeschlagen, als nachwachsen konnte. Die Kohleförderung reichte nicht aus, um die Haushalte zu versorgen, so dass verstärkt Brennholz eingeschlagen wurde. Der Tag des Baumes 1952 diente der Rückbesinnung auf die Nachhaltigkeit – einem Prinzip, das seit 300 Jahren das Handeln der Forstwirtschaft geprägt hatte.



 

 

 

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