Douglasie - neuer Star im Ruhrgebietswald

Regionalforstamt Ruhrgebiet rüstet für den Klimawandel

Das Regionalforstamt Ruhrgebiet von Wald und Holz NRW setzt mit der Pflanzung von mehr als 111.000 jungen Douglasien ein deutliches Zeichen hin zu einem klimagerechten Wald in unserer Metropolregion.

"Wir müssen davon ausgehen," so Reinhart Hassel, Leiter des Regionalforstamtes Ruhrgebiet," dass wir schon in wenigen Jahren mit trockeneren und heißeren Sommern sowie mit mehr Niederschlägen im Winterhalbjahr rechnen müssen." Bedingungen, so Hassel weiter, die für die Douglasie ideal sind, aber für die vor allem im Süden des Ruhrgebietes noch häufig vorkommenden Fichten fatale Folgen haben können.

Aufgrund ihres riesigen Verbreitungsgebietes in den im Westen der USA und Kanadas gelegenen Gebirgen (v. a. Rocky Mountains) bis hinunter zur Küste des Pazifiks hat sie sich an viele unterschiedliche Umweltbedingungen anpassen können. Immerhin reicht ihre Nord-Süd-Ausdehnung rund 4.500 km, eine Strecke vom Nordkap bis zur Südspitze Italiens.

Die Douglasie kann man fast als "Multitalent" unter den Nadelbäumen bezeichnen: sie ist eine der forstlich bedeutendsten Baumarten der Welt, ihre Nadelstreu ist wesentlich bodenpfleglicher als die der Fichte, sie eignet sich sehr gut als Mischbaumart und ist relativ unempfindlich gegen tierische und pflanzliche Schädlinge. Und als Sahnehäubchen kommt hinzu, dass sie durch ihre tiefreichenden Wurzeln erheblich sturmfester als die Fichte ist, sommerliche Trockenheit besser vertragen kann und wesentlich mehr Holz produziert. Ihr Holz sieht mit einem leicht rötlichen Schimmer ähnlich aus wie das der Lärche, dem Baum des Jahres 2012.

"Die Douglasie spielt aufgrund ihrer multifunktionalen Eigenschaften in den strategischen Überlegungen zur Versorgung der heimischen Industrie mit ausreichenden Mengen an Nadelholz auch in der Zukunft eine Schlüsselfunktion," so Hassel. "Denn der Fichtenanbau wird bei sich weiter ändernden Klimabedingungen zunehmend risikoreicher." Und daher, so Hassel weiter, empfehlen die Försterinnen und Förster von Wald und Holz NRW in der Beratung des Privat- und Kommunalwaldes die Douglasie als Ersatz zur Fichte, allerdings immer in Mischung mit unseren heimischen und standortgerechten Laubbäumen. Zu den "Lieblingsbäumen" der Douglasie zählt die heimische Buche, mit der sie sich hervorragend "verträgt".

Für die privaten Waldbesitzer ist sie auch deshalb interessant, weil ihr Anbau im Wald als eine der wenigen Nadelbaumarten mit öffentlichen Geldern, allerdings nur in Mischung mit heimischen Laubbaumarten, gefördert werden kann.

Es muss also Niemand Angst haben, im Ruhrgebiet demnächst vor lauter Douglasien den Wald nicht mehr zu sehen.

Die Douglasie war vor 750.000 Jahren auch in Mitteleuropa verbreitet, wurde aber durch die Eiszeiten verdrängt und starb aus. 1792 wurde sie in Kanada wiederentdeckt, und in Deutschland (Baden-Württemberg) erstmals 1868 angebaut. Sie zählt zu den höchsten Baumarten der Erde. Eine Küstendouglasie weist eine Höhe von 120 m bei einem Brusthöhendurchmesser von 4,80 Metern und einen Holzvorrat von knapp 250 m³, soviel wie ein halber Hektar Fichte bei uns, auf. Die höchsten Douglasien in NRW stehen übrigens mit 58 Metern im Sauerland. In NRW wurde sie erstmals um 1880 durch die preußische forstliche Versuchsanstalt angebaut.

Kontakt:

Wald und Holz NRW
Regionalforstamt Ruhrgebiet
Reinhart Hassel
Mobil: 0171-5870421