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Wisentgehege Hardehausen
Wisentpopulation in Europa

Flachlandwisent
Die Wisentpopulation in Europa gliederte sich in zwei Linien. Zum einen den Bergwisent und zum anderen den Flachlandwisent.
Der Bergwisent existiert heute nur noch als Mischform mit dem Flachlandwisent. In der Wisentzucht unterscheiden wir zwei Linien: die „Lowland-Bialowieza-Linie“ und die „Lowland-Caucasian-Linie“, eine Kreuzung aus der Flachlandlinie und dem Bergwisent.
Der letzte freilebende Wisent wurde in Deutschland 1755 geschossen. Um das größte Landtier Europas nicht aussterben zu lassen, wurde 1958 das Wisentgehege von der Landesforstverwaltung eingerichtet. Es hat eine Flächengröße von insgesamt 90 ha, mit 70 ha urwald-ähnlichen Mischwäldern sowie 20 ha Wiesen und Freiflächen.
Die Nachfahren des letzten reinblütigen Vertreters des Bergwisents - der Bulle der kaukasischen Unterart (Nr. 100 „Kaukasus“) - bilden die Flachland-Kaukasus-Linie (LC). Aus dieser Linie stammen auch die seit 49 Jahren in Hardehausen lebenden Wisente ab.
Jedes reinblütige Tier ist in dem Weltwisentzuchtbuch, das in Warschau/Polen geführt wird, registriert.
Die in Hardehausen geborenen Kälber fangen mit den Anfangsbuchstaben „Eg“ - das steht für Eggegebirge - an. So weist der Name eines reinblütigen Wisents auf seine Zuchtstätte hin.
Westlich des „alten“ Wisentgeheges entstand im Jahre 2004 ein neues, ca. 80 Hektar großes Wisentgehege. Mit dieser Einrichtung soll ein weiterer Beitrag zum Erhalt dieser urigen Art geleistet werden. Nachkommen der reinblütigen Flachlandwisente aus der Flachland-Bialowieza-Linie (LB) bilden den Grundstock für die zweite, separat gehaltene Wisentherde in Hardehausen. Im Sommer 2004 kamen 4 dieser Flachlandwisente zu uns in das neue Eingewöhnungsgatter.
Am 1. Dezember 2006 haben 4 weitere Wisentkühe aus Polen diese Herde vergrößert. Zwei kamen aus Bialowieza, und jeweils eine aus Torun, bzw. aus Niepolomice.
Nachkommen dieser Herde werden im Zuchtbuch mit den Anfangsbuchstaben „EI...“ geführt. Dabei wird der Name in Großbuchstaben geschrieben. Somit ist im Zuchtbuch schon an der Schreibweise ersichtlich, ob es sich um ein Tier der Kaukasus- oder der Bialowieza-Linie handelt!
„EI“ steht in Anlehnung an den Hardehauser Eisenhammer!
Die gleichzeitige Haltung und Nachzucht beider Wisentlinien in separaten Gattern ist in Europa einmalig!
Weitere Informationen zu dem Berg- und Flachlandwisent finden Sie in den nachfolgenden PDF-Dokumenten:
Aktuelle Informationen zum Wisentgehege

Das Regionalforstamt Hochstift mit dem Wisentgehege Hardehausen wird Regionalzentrum WEST für Wisenthalter in Deutschland
Die derzeit ca. 4.000 weltweit existierenden Wisente stammen von nur 12 Gründertieren ab. Um die beiden getrennt nachgezüchteten Unterarten des Berg- und des Flachlandwisent besser mit genetisch abgesicherten Tieren versorgen zu können, ist das Zuchtbuchamt in Warschau auf die Zusammenarbeit aller Wisenthalter angewiesen. In Deutschland gibt es zur Zeit 80 Wisenthalter.
Als Hauptkoordinationsstelle wurde 2007 in Warschau das Wisenterhaltungszentrum EBCC (European Bison Conservation Centre) ins Leben gerufen. Unter anderen sind aus jedem Land sogenannte Regionalzentren (RZ) in dieser Kommission vertreten. Diese RZ sollen Ansprechpartner und Koordinationsstellen für sämtliche Wisenthalter eines Landes sein.
Anlässlich des ersten Internationalen Wisentkongress 2008 in Hardehausen (NRW) wurden alle Delegierten informiert, dass es in Deutschland insgesamt vier RZ geben soll.
Das Bild zeigt vlnr: Ernst-Heinrich Uber, Martin Wagemann, Rainer Glunz (RZ WEST) / Dr. Johannes Riedl (RZ SÜD) / Joachim Menzel (RZ NORD) / Wisentwart Donaumoos Georg Vilsmeier (RZ SÜD) / Thomas Kelterborn, Fred Zentner (RZ OST) / Willi Riß, Gerhard Beil, Michael Hafner (RZ SÜD).
Am 25. März 2010 wurde in Donaumoos/Bayern der Kooperationsvertrag zwischen den folgenden RZ, die den 80 Wisenthaltern als Ansprechpartner in allen Belangen rund um das Thema Wisent zur Verfügung stehen, unterzeichnet.
- Das RZ Nord – Wisentgehege Springe (Niedersachsen) – betreut die Zuchteinrichtungen in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen.
- Das RZ Ost – Wisentreservat Damerower Werder (Mecklenburg-Vorpommern) – betreut die Zuchteinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
- Das RZ West – Wisentgehege Hardehausen (Nordrhein-Westfalen) – betreut die Zuchteinrichtungen in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland.
- Das RZ Süd – Wisentprojekt Donaumoos (Bayern) – betreut die Zuchteinrichtungen in Bayern und Baden-Württemberg.
Weitere Informationen finden Sie in der folgenden PDF-Datei:
Europäische Regionalzentren für Wisentnachzucht
Erstes Arbeitstreffen sämtlicher Vertreter der europäischen Regionalzentren für Wisentzucht am 25. Mai 2010 in Warschau - Regionalforstamt Hochstift ist Mitglied im EBCC-Board.
Am 25. Mai 2010 fand das erste Arbeitstreffen der Vertreter sämtlicher europäischer Wisent-Regionalzentren statt. Anwesend waren die Vetreter aus Polen, Russland, den skandinavischen Ländern, Slowakei und Deutschland. Spanien, Frankreich und Rumänien stellten ihre Arbeit per Präsentation vor.
Das Bild zeigt vlnr: Rainer Glunz, Martin Wagemann (Deutschland) / Tommy Swensson (Schweden) / Sipko Taras (Russland) / Hans Kampf (Niederlande) / Kajetan Perzanowski, Prof. Dr. Wanda Olech, Mitarbeiter NP Bialowieza, Małgorzata Bołbot (Wisentzuchtbuch) / Lech Dabrowski, Veterinär (Polen) / Michael Adamec (Slowakei) / Thomas Hennig (Deutschland).
Als Sprachrohr der deutschen Regionalzentren für Wisentzucht war das Waldinformationszentrum Hammerhof vertreten.
Der Wisentturm - ein neuer Anziehungspunkt
Große Beachtung erfährt inzwischen auch der zum 50-jährigen Jubiläum erstellte dreizehn Meter hohe Wisent-Turm. Auf die Aussichtsplattform in neun Metern Höhe führt eine, in Form einer Doppelhelix angeordnete, aus 43 Stufen bestehende, Holztreppe. Die Struktur der DNA hat hier sichtbar Pate gestanden. Von einer Grundfläche von vier mal vier Metern weitet sich der Turm nach oben auf fünf mal fünf Meter und findet seine Festigkeit in seiner eigenen Konstruktionsweise.
Der Wisent-Turm ist auf 16 „Erddübel“ und auf eine Stützmauer aufgesetzt. Die Erddübel sind bis zu 2 m lang und in der Belastung von der Bundeswehrhochschule in München je nach Bodenart für das entsprechende Bauprojekt dimensioniert. Mit einem speziellen Gerät werden die Dübel ins Erdreich gebohrt.
Die Eisenkonstruktion verbindet die Erddübel miteinander und ist in der Stützmauer verankert. Erddübel, Eisenkonstruktion und Stützmauer nehmen das Gewicht des Turmes von ca. 45 t Holz auf. Es wurden neben den 4 Eckpfosten, die aus Douglasien Stämmen bestehen, ausschließlich Lärchen verarbeitet.
Der Wisent-Turm soll und wird dazu beitragen, die Einmaligkeit des Baustoffes Holz zu betonen. Wald und Holz – eine w underbare Verbindung, die am Wisent-Turm sichtbar und spürbar wird.
Die Planung ist vom weltbekannten Holzbauer, Prof. Julius Natterer, vorgenommen worden. Er ist auch der Konstrukteur des Expo-Daches in Hannover. Vom Wisent-Turm hat man einen wunderbaren Blick in das schöne Hammer- und Schwarzbachtal mit seinen Gehegeeinrichtungen und trotz der Tallage geht der Blick nach Südosten bei klarer Sicht bis zum Istha-Berg bei Wolfhagen.
Die Wisentnachrichen und weitere interessante Informationen
Die Wisentnachrichten finden Sie in den folgenden PDF-Dateien:

Tarpan
Neben den Wisenten gibt es noch eine Zuchtgruppe von etwa fünfzehn bis zwanzig Tarpane. Diese Wildpferdeart ist gegen Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorben. Durch Rückkreuzung mit ursprünglichen anderen Pferderassen wird versucht, den Urwildpferdecharakter wieder herzustellen.
Detailierte Informationen zu Tarpanen finden Sie im nachfolgenden PDF-Dokument:

Wildschweine
Zusätzlich gibt es ein Schwarzwildgatter, in dem Wildschweine beobachtet werden können.
Detailierte Informationen zu Wildschweinen finden Sie im nachfolgenden PDF-Dokument:

Weißer Rothirsch
1998 wurde weißes Rotwild integriert.
Detailierte Informationen zu weißem Rotwild finden Sie im nachfolgenden PDF-Dokument: